Knittlingen
Knittlingen -  26.07.2020
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Übrig bleibt ein Geldautomat: Das sind die Gründe für Sparkassen-Schließung in Freudenstein

Knittlingen-Freudenstein. Vor wenigen Tagen wurde Kritik seitens des Freudensteiner Ortsvorstehers Timo Steinhilper und des Ortschaftsrats an der Sparkasse Pforzheim Calw laut. Dabei ging es um die Schließung der Geschäftsstelle im Knittlinger Teilort Freudenstein, über die man vor Ort alles andere als glücklich ist. Steinhilper hatte moniert, dass die Vertreter des Geldinstituts offenbar zu keinem Gespräch mit dem Ortschaftsrat bereit seien und dass er noch immer keine Antwort auf sein Schreiben an den Sparkassenvorstand erhalten habe. Bei der Ortschaftsratssitzung am vergangenen Montag in Freudenstein-Hohenklingen wurde das Thema abermals diskutiert. Inzwischen ist die schriftliche Antwort des Sparkassenvorstands auf der örtlichen Verwaltungsstelle eingegangen.

Die Sparkassen-Geschäftsstelle in Freudenstein bleibt geschlossen. Laut eines Schreibens des Sparkassen-Vorstands an den Ortsvorsteher sei die Filiale seit Jahren immer weniger von Kunden in Anspruch genommen worden. Foto: Hepfer
Die Sparkassen-Geschäftsstelle in Freudenstein bleibt geschlossen. Laut eines Schreibens des Sparkassen-Vorstands an den Ortsvorsteher sei die Filiale seit Jahren immer weniger von Kunden in Anspruch genommen worden. Foto: Hepfer

„Wir schätzen Ihr Engagement für die Bürgerinnen und Bürger in Freudenstein“, heißt es in dem von den Vorstandsmitgliedern Stephan Scholl und Sieghardt Bucher unterzeichneten Brief, welcher der PZ vorliegt. Gerne wolle man die Beweggründe der Geschäftsstellen-Schließung erläutern. Die Sparkasse als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut stelle sich ihrer Verantwortung und man sei im Geschäftsgebiet an vielen Stellen vertreten, an denen sich Mitbewerber bereits zurückgezogen hätten, heißt es in dem Schreiben. Allerdings ändere sich das Kundenverhalten zusehends, aber auch in der Bankenwelt habe sich vieles verändert.

Der Vorstand weist darauf hin, dass der öffentliche Auftrag der Sparkasse keine Verpflichtung bedeute, die Grundversorgung in allen Orten anzubieten. Letztlich würden die Kunden darüber entscheiden, welche Leistungen zur Verfügung gestellt werden. Ferner sei man auch dem Wirtschaftlichkeitsprinzip unterworfen. Und die Auswirkungen der Veränderungen auf dem Banken-Sektor hätten sich auch in der Geschäftsstelle Freudenstein bemerkbar gemacht, die seit Jahren „anhaltend rückläufig“ von den Kunden in Anspruch genommen werde. Erschwerend komme hinzu, dass die formalen Anforderungen an die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter stetig zunehme.

Das vom Gesetzgeber geforderte Spezialwissen könne das Geldinstitut in kleinen Geschäftsstellen nicht mehr vollumfänglich anbieten, was sich auch auf die Personalsituation auswirke. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeige, dass Bewerber für kleine Geschäftsstellen schwer zu finden seien, zumal der allgemeine Trend eher hin zu größeren Kompetenzzentren gehe. „Wir verkennen nicht, dass die Schließung für unsere Kunden in Freudenstein einen Einschnitt darstellt“, betonen die Vertreter des Sparkassenvorstands in ihrem Brief an Ortsvorsteher Timo Steinhilper.

Kein Briefkasten vor Ort

Den betroffenen Kunden stünden jedoch die Mitarbeiter der Filialdirektion Knittlingen „mit vollem Engagement für Anliegen“ zur Verfügung. Auf Wunsch könnten Beratungen sogar in den eigenen vier Wänden erfolgen. Man habe auch schon mehrfach darauf hingewiesen, dass am Filialstandort in Freudenstein ein Geldautomat verbleiben werde. Es sei vor Ort auch noch möglich, Kontoauszüge abzurufen. Einen eigenen Briefkasten werde man aber nicht zur Verfügung stellen.

Eine ähnliche Problematik ergibt sich im Nachbarort Zaisersweiher. Auch dort wurde die Filiale geschlossen und der Briefkasten zugeklebt. Einzig ein Geldautomat ist dort noch in Betrieb.