Königsbach-Stein
Königsbach-Stein -  06.07.2026
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Ein Abend voll schöner Erinnerungen: Großes Ehemaligentreffen der Willy-Brandt-Realschule in Königsbach

Königsbach-Stein. Zwischen den mächtigen Gebäuden und den schattenspendenden Bäumen ist die Stimmung entspannt. Die Gespräche sind angeregt, die Gäste bestens gelaunt, sowohl auf dem unteren als auch auf dem oberen Pausenhof. Es wird gegrüßt, gelacht und erzählt. Oft geht es um früher, um die eigene Schulzeit, um Erinnerungen an Lehrer, Ausflüge und Freundschaften. Foodtrucks stehen bereit, Stände mit Waffeln, Bratwürsten und kühlen Getränken. Mehr als 1000 Gäste kommen zum Ehemaligentreffen der Königsbacher Willy-Brandt-Realschule auf das weitläufige Gelände des Bildungszentrums.

Drei Schulleiter-Generationen vereint: Roland Weisser ist aktuell der vierte Rektor, Dieter Lang war der zweite, Dieter König der dritte. Die erste Schulleiterin Margot Hog ist bereits verstorben.
Drei Schulleiter-Generationen vereint: Roland Weisser ist aktuell der vierte Rektor, Dieter Lang war der zweite, Dieter König der dritte. Die erste Schulleiterin Margot Hog ist bereits verstorben. Foto: Nico Roller

Dieter Lang kann dort keinen Meter gehen, ohne dass ihn ein ehemaliger Schüler oder Lehrer grüßt. Denn er war lange an der Schule, sehr lang: ab 1974 zunächst als Lehrer, später bis 2004 als Rektor. Dabei hat er immer großen Wert daraufgelegt, menschlich mit den Schülern umzugehen. Lang erinnert sich gern an diese Zeit, denn sein Beruf hat ihm große Freude bereitet. Der ehemalige Rektor ist überzeugt: „Was der Mensch gern macht, das macht er auch gut.“ Und Lang hat viel gemacht. Etwa eine Jumelage mit dem französischen Saint Cyr sur Loire eingeführt, um die Völkerverständigung zu fördern. Die Partnerschaft gibt es heute zwar nicht mehr, aber Lang weiß, dass die beteiligten Lehrer von damals auch heute noch Kontakt halten. Ende der 1990er-Jahre war er als Rektor maßgeblich daran beteiligt, dass die Schule nach dem ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt benannt wurde. Ein Erfolg, über den er sich bis heute freut.

Auf dem Ehemaligentreffen fühlt er sich sehr wohl. Besonders „berührt und gerührt“ ist er, wenn ihn ehemalige Schülerinnen und Schüler in den Arm nehmen. Auch Norbert Freundt ist an diesem Abend ein beliebter Gesprächspartner. Oft kommen Menschen auf ihn zu und fragen: „Kennen Sie mich noch?“ Überlegen muss der ehemalige Lehrer dann meistens nicht lang. Freundt gefällt es, ehemalige Schüler und Kollegen zu treffen. „Wenn man seine Arbeit gut gemacht hat, freut man sich auf so ein Fest.“ Dass es überhaupt gefeiert wird, liegt maßgeblich an ihm. Denn Freundt hat 2003 das erste Ehemaligentreffen organisiert, nachdem er als Verbindungslehrer bei einer Tagung der Schülermitverantwortung von Kollegen erfahren hat, dass es etwas Vergleichbares an der Osterfeldschule schon gab. „Das war sofort der Knaller“, erzählt Freundt: „Die Schule ist aus allen Nähten geplatzt.“ Schon 2005 gab es das nächste Treffen, doch dann entschied man, wegen des großen Organisationsaufwands auf einen fünfjährigen Rhythmus zu wechseln. Bernhard Karst hat bislang jedes Ehemaligentreffen besucht. Er gehört zum ersten Jahrgang, der 1977 seinen Abschluss an der damals nur wenige Jahre alten Realschule gemacht hat. Weil das Schulgebäude 1971 bei seinem Wechsel in die fünfte Klasse noch nicht fertig war, fand der Unterricht zunächst in Räumen der Singener Bergschule statt: mit zwei Lehrern: „richtigen Universalgenies“, die alle Fächer unterrichtet haben, inklusive Sport und evangelischer Religion. Eine von ihnen war Margot Hog, die erste Rektorin der Schule. 1973 kamen Karst und seine Klassenkameraden nach Königsbach: zunächst in den Trakt, in dem sich heute das Lise-Meitner-Gymnasium befindet. Während nebenan schon der Unterricht lief, wurde der für die Realschule bestimmte Gebäudeteil noch gebaut. Und auch sonst stand damals nicht viel. „Wenn man im Sommer aus dem Fenster geschaut hat, konnte man die Mähdrescher sehen.“

Früher waren da Felder

Wo sich heute das Wohngebiet am Plötzer befindet, waren in den 1970er-Jahren Felder. Weil die große Turnhalle erst nach ihrem Abschluss gebaut wurde, mussten Karst und seine Klassenkameraden für den Sportunterricht in den Ort zur alten Festhalle laufen. Er erinnert sich, dass es dort früher keine Umkleiden gab, dass sie Tischtennis gespielt haben, Fußball nicht mehr, nachdem ein Fenster zu Bruch gegangen war.