Königsbach-Stein
Königsbach-Stein -  30.07.2020
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Erweiterungsbau wird deutlicher teurer- Kostenexplosion am Bildungszentrum in Königsbach-Stein

Königsbach-Stein. Der Erweiterungsbau am Königsbacher Bildungszentrum wird nicht nur deutlich teurer als geplant, sondern voraussichtlich auch später fertiggestellt. Das wurde in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Schulverbands deutlich. Besonders sauer stieß den Mitgliedern der Verbandsversammlung die Kostensteigerung auf: War im Dezember 2018 noch von 5,5 Millionen Euro Gesamtkosten für den Erweiterungsbau und 1,4 Millionen für den Rückbau der Fachräume im Hauptbau in normale Klassenzimmer die Rede, rechnet man inzwischen mit 11 Millionen für Erweiterung und 1,9 Millionen für Rückbau, 15 Prozent Puffer für Unvorhergesehenes inklusive.

Deutlich mehr als geplant wird es kosten, am Bildungszentrum Königsbach das bisherige Gebäude für die Naturwissenschaften im Norden zu erweitern. Das wurde in der Schulverbandsversammlung deutlich. Foto: Nico Roller
Deutlich mehr als geplant wird es kosten, am Bildungszentrum Königsbach das bisherige Gebäude für die Naturwissenschaften im Norden zu erweitern. Das wurde in der Schulverbandsversammlung deutlich. Foto: Nico Roller

Eine immense Kostensteigerung, für die nicht nur Kämpfelbachs Bürgermeister Udo Kleiner eine Begründung forderte. Planer Marco Engler vom Architekturbüro „Harter + Kanzler“ lieferte ihm gleich mehrere: Da wäre etwa die Hochkonjunktur im Bausektor. Oder der Umstand, dass man für den Erweiterungsbau nur sehr bedingt auf bestehende Infrastruktur im Bestandsgebäude zurückgreifen kann, etwa bei der Energieversorgung. Auch die Brandmeldeanlage muss vollumfänglich erstellt werden. Für höhere Kosten sorgen laut Regine Steiner von der Ingenieurgruppe Bauen auch Interimsmaßnahmen, die ein Bauen im laufenden Schulbetrieb ermöglichen sollen. Sie sagt zudem: Im Architektenwettbewerb sei darauf verzichtet worden, die Kosten zu einem Kriterium zu machen.

Steiner verwies auf Einsparmöglichkeiten: Bereits im Blick seien die Verkleinerung der Lüftungsanlage oder der Verzicht des Lise-Meitner-Gymnasiums auf einen ganzen Unterrichtsraum, dazu gäbe es Potenzial bei Leuchten und Uhrensystem, bei der Materialqualität der Decken, der Anzahl von Datendosen und Gasanschlüssen, beim Verzicht auf Trinkwasseranlagen auf den Fluren und die Anlage zum Demineralisieren von Wasser. Auch der architektonische Gebäudeeinschnitt könnte entfallen, das Gebäude kürzer werden. Rechnet Steiner alles zusammen, kommt sie auf ein Einsparpotenzial von knapp 500.000 Euro. Harter Tobak für die Mitglieder der Verbandsversammlung, die in der jüngsten Sitzung formal den Abschluss der Vorplanung beschlossen. Weitere Beschlüsse wurden nicht gefasst. Vorher soll eine Mustervorlage für die Räte der Mitgliedsgemeinden Ispringen, Kämpfelbach, Königsbach-Stein und Eisingen erstellt werden, damit nach der Sommerpause über die weiteren Schritte entschieden werden kann, bevor sich die Verbandsversammlung im Herbst erneut mit dem Thema befasst.

Mit der Erweiterung des Bildungszentrums befasst sich der Schulverband schon lange. Ging man bis vor kurzem noch von einer Fertigstellung zum Schuljahresbeginn 2022 aus, rechnet man inzwischen mit einem Jahr Verzögerung. Beginnen will man in den Sommerferien 2021. Weil zur Finanzierung des Erweiterungsbaus auch Kreditaufnahmen vorgesehen sind, beschloss die Versammlung, eine Kreditfinanzierung rechtlich möglich zu machen.

Autor: Nico Roller