Königsbach-Stein
Königsbach-Stein -  04.04.2020
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Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden: Ein Paar aus der Region erzählt, wie Corona ihre Hochzeitspläne verändert

Königsbach-Stein. Dass sie ihre von langer Hand geplante Hochzeit in Pforzheim wegen einer Pandemie verschieben müssen, hätten die beiden damals, im Central Park in New York, als er um ihre Hand anhielt, wohl niemals gedacht. Auch bis vor wenigen Wochen war es dem Paar aus Söllingen, Selina Korn und Steffen Konstandin, wenig bewusst, welche Ausmaße dieses damals noch so unscheinbare Virus für sie und ihre diesjährigen Pläne haben wird. Immerhin sollte 2020 „das Jahr der Jahre“ für das junge Paar werden. Es stand einiges bevor: der große Umzug ins eigene Haus in Königsbach-Stein im April, die standesamtliche Hochzeit im Mai und die kirchliche Trauung im Juni.

Für die Einladungen zu ihrer Hochzeit ließen sich Selina Korn und Steffen Konstandin von einem Freund fotografieren. Foto: Vitali Schulz
Für die Einladungen zu ihrer Hochzeit ließen sich Selina Korn und Steffen Konstandin von einem Freund fotografieren. Foto: Vitali Schulz

Vor rund zwei Wochen wurde den beiden auf einen Schlag bewusst, dass eine Verschiebung der Hochzeit höchstwahrscheinlich ist – und auch der Umzug in das über Monate hinweg von eigener Hand renovierte Haus in Königsbach-Stein erst einmal hinten anstehen muss: „Emotional ist es eine Berg- und Talfahrt“, sagt die 25-Jährige und erklärt weiter: „Am Anfang waren wir sehr gefasst. Als wir es irgendwann so wirklich realisiert haben, sind natürlich auch mal Tränen geflossen.“ Doch offiziell abgesagt haben die beiden ihre Hochzeit noch nicht. „Wir haben uns aber bereits beim Standesamt Königsbach informiert. Dort ist der aktuelle Stand, dass sie Trauungen nur maximal mit den Trauzeugen durchführen.“ Dort habe man ihnen empfohlen, nach einem Ersatztermin zu suchen. Ob sie das auch tatsächlich machen, wollen die beiden Ende April entscheiden.

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Komplizierter sei die derzeitige Planung der kirchlichen Trauung Anfang Juni: 120 geladene und rund 30 mehr erwartete Gäste beim Sektempfang. Der Inhaber ihrer Location in Pforzheim habe sich bei der ersten Nachfrage des Paares Ende März eher gelassen gezeigt, was die Situation rund um Corona angehe: „Er denkt, dass sich das alles bis Juni entspannt. Falls wir aber die Feier verschieben wollen, geht es bei ihm frühestens nächstes Jahr wieder, da er dieses Jahr ausgebucht ist.“ Hinzu komme der finanzielle Aspekt: „Wir haben dort eine Anzahlung von 1000 Euro gemacht. Diese wäre bei einer Verschiebung immerhin nicht noch einmal zu leisten“, sagt die zukünftige Braut. Wie es aber bei einer Absage aufgrund von Corona seitens des Paares ausschaue, konnte man ihnen bisher nicht beantworten. Im Vertrag sei hierzu auch nichts geregelt.

Doch das ist noch nicht alles: „Wir hatten geplant, in den ersten zwei April Wochen umzuziehen“, erzählt die 25-Jährige weiter. Durch sämtliche Lieferschwierigkeiten stehen die beiden auch in dieser Sache vorerst ohne absehbare Lösung da. „Mehrkosten haben wir dadurch auf alle Fälle: zum Beispiel bei den doppelten Darlehensraten, die ab April anfallen.“

Auch wenn die beiden derzeit einiges zu bewältigen haben, geht ihnen der Mut bislang nicht verloren: „Uns ist bewusst, dass die Krise andere Menschen deutlich schlimmer trifft, denn bei vielen geht es zum Beispiel um die Existenz. Das Wichtigste ist für uns, dass wir uns haben und wir und unsere Liebsten gesund sind. So lange das so ist, lässt sich alles nachholen.“

Erfahrungen von weiteren Paaren aus der Region und weitere Fakten rund um das Thema "Heiraten in Zeiten von Corona" lesen Sie am Samstag, 4. April, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: juw