Königsbach-Stein
Königsbach-Stein -  29.11.2021
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Jeden Tag ein anderes Fenster: Lebendiger Adventskalender in Stein gestartet

Königsbach-Stein. Leise knistert und knackt das Feuer. Auf der Treppe und auf der Mauer stehen etliche Kerzen und flackern im Wind. Gut zwei Dutzend Menschen dürften es sein, die sich am Sonntagabend vor der evangelischen Stephanuskirche in Stein versammelt haben, um im Freien gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern.

Gottesdienst im Freien: Melanie Jaggy, Pfarrerin Gertrud Diekmeyer, Michelle Spindler, Karen Praefcke und Janina Spindler (von links) haben am Sonntagabend den lebendigen Adventskalender gestartet. Foto: Roller
Gottesdienst im Freien: Melanie Jaggy, Pfarrerin Gertrud Diekmeyer, Michelle Spindler, Karen Praefcke und Janina Spindler (von links) haben am Sonntagabend den lebendigen Adventskalender gestartet. Foto: Roller

Es ist der Auftakt zum lebendigen Adventskalender, bei dem bis zum Heiligabend jeden Tag ein Türchen geöffnet wird: mal in Form eines kunstvoll gestalteten Fensters, mal in Form eines Adventsvespers mit Musik. Den Auftakt am Sonntagabend haben Pfarrerin Gertrud Diekmeyer, das Team von „Stein mal anders“ und die Ehrenamtlichen des Sonntagstreffs gestaltet.

Letztere stellen viermal pro Jahr besondere Gottesdienste für Kinder auf die Beine. Für den lebendigen Adventskalender haben sie ein Anspiel vorbereitet. Es geht um den Stern von Bethlehem und um die drei Weisen aus dem Morgenland. Sie sehen den hellleuchtenden Stern, wollen seine Bedeutung erforschen und brechen auf zu einer weiten Reise, die sie zu Jesus führt. "Jesus ist das Ziel, das Ankommen und das Zur-Ruhe-Kommen", sagt Melanie Jaggy, die den Sonntagstreff leitet.

Nach dem Anspiel folgen ihr die Kinder einmal um die Kirche, wo kuschelige Decken und Sitzkissen auf sie warten. Dort liest Jaggy die Geschichte vom Stern und den drei Weisen weiter und bindet die Kinder aktiv mit ein. Unterdessen hören die Erwachsenen die Worte von Pfarrerin Diekmeyer.

Jeden Abend ein Fenster bis zum 23. Dezember

Dieses Jahr sei in der Adventszeit die Stille zum Greifen nah, sagt sie: Glitzer, Glitter, Glühwein gebe es nicht, aber dafür die Gelegenheit, in sich hineinzuhören und der Adventssehnsucht nachzuspüren. Die Pfarrerin betont, Advent sei eine Zeit des Suchens, heraus aus der Dunkelheit, hinein ins Licht.

Am Ende gibt sie den Gottesdienstbesuchern eine Orange, eine Mandarine, eine Kurzfassung der Weihnachtsgeschichte und einen Bastelsatz für einen Stern mit. Beim lebendigen Adventskalender gehe es darum, den Menschen zu zeigen, "dass Gott uns Licht und Leben bringt", sagt Diekmeyer.

Es handelt sich um ein ökumenisches Projekt, gemeinsam auf die Beine gestellt von katholischer, evangelischer und neuapostolischer Kirche. Auch freikirchlich engagierte Ehrenamtliche wirken mit. "Wir wollen die Menschen abholen zur Besinnung auf das Wesentliche", sagt Diekmeyer: "Wir wollen sie Stück für Stück an die Geburt Christi heranführen."

Dazu wird bis zum 23. Dezember jeden Abend von 17 bis 19 Uhr ein Fenster gestaltet. Zahlreiche Familien und Einzelpersonen wirken ehrenamtlich mit.

Autor: rol