Königsbach-Stein
Königsbach-Stein -  24.05.2021
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Kirchendach in Königsbach nach neun Monaten saniert

Königsbach-Stein. Schon von Weitem ist es zu erkennen: An der evangelischen Kirche in Königsbach wird gearbeitet. Die Sanierung des Dachs des denkmalgeschützten, historisch wertvollen Gebäudes ist so gut wie abgeschlossen. Im Lauf der Woche sollen alle Arbeiten zum Ende kommen. „Am Dach der Kirche Königsbach wackelt nichts mehr“, sagt Oliver Elsässer. Der Pfarrer ist erleichtert, dass alles gut geklappt hat, dass es weder Unfälle noch größere Probleme gegeben hat. Rund neun Monate haben die Bauarbeiten gedauert, um die sich Thomas Kern-Roßmanith und seine Mitarbeiter gekümmert haben.

Es ist vollbracht (von links): Über das sanierte Kirchendach freuen sich Marc Frank von Toto-Lotto, Thomas Kern-Roßmanith, Pfarrer Oliver Elsässer, Kim Roßmanith, Architekt Peter Schmid und Claus Wolf von der Denkmalstiftung. Foto: Roller
Es ist vollbracht (von links): Über das sanierte Kirchendach freuen sich Marc Frank von Toto-Lotto, Thomas Kern-Roßmanith, Pfarrer Oliver Elsässer, Kim Roßmanith, Architekt Peter Schmid und Claus Wolf von der Denkmalstiftung. Foto: Roller

Im Wesentlichen haben sie die Holzkonstruktion saniert, die Dachziegel und die Regenrinnen ausgetauscht. Insgesamt ging es um eine Fläche von rund 750 Quadratmetern. Auch das mehrere hundert Jahre alte, damals aus regionalem Sandstein gefertigte Giebelkreuz haben sie abgenommen, um die Risse zu verschließen, die sich im Lauf der Zeit aufgetan hatten. Nach einer Erneuerung des Fundaments kam es zurück an seinen angestammten Platz.

Für Pfarrer Oliver Elsässer gehören Kern-Roßmanith und seine Kollegen inzwischen „schon fast zum Inventar der Kirche“. Als er beim Herantreten an das Rednerpult seine Maske abnimmt, kann man ihm die Freude über die geglückte Dachsanierung im Gesicht ablesen. Eine große Einweihungsfeier mit einem Festgottesdienst und anschließendem geselligem Beisammensein konnte die evangelische Kirchengemeinde wegen der Corona-Krise zwar nicht ausrichten. Aber ganz auf Festlichkeit verzichten wollte man dann doch nicht. Schließlich beschäftigt sich die Kirchengemeinde schon seit vielen Jahren mit dem Thema. Und so hatte sich der Posaunenchor bereiterklärt, zum Abschluss der Bauarbeiten in kleiner Runde und mit viel Abstand im Freien vor der Kirche ein paar Stücke zum Besten zu geben.

Elsässer predigte über Gottvertrauen, betete gemeinsam mit den Umstehenden und kam von einer Danksagung zur nächsten. Dabei galt ein großes Lob der Königsbacher Bevölkerung, die durch ihre Spenden maßgeblich zum Gelingen der Sanierung beigetragen hatte. Insgesamt kamen so rund 60 000 Euro zusammen. Zwar steht die Endabrechnung noch aus, aber Elsässer geht auf PZ-Nachfrage davon aus, dass die Sanierung insgesamt rund 520 000 Euro gekostet hat. Von der Landeskirche kamen 400 000 Euro, von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg 30 000 Euro, wobei die zur Verfügung gestellten Mittel aus der Lotterie „GlücksSpirale“ stammen. Seit 1985 hat die Stiftung rund 1600 Maßnahmen mit rund 63 Millionen Euro gefördert. „Es ist immer wieder ein schöner Moment, wenn ein Projekt beendet werden kann“, sagt Claus Wolf, der Mitglied im Stiftungsvorstand ist. Die Königsbacher Kirche ist für ihn ein Kristallisationspunkt der Geschichte des Ortes. Ihr ältester Bereich reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Später wurde der Wehrcharakter irgendwann aufgegeben. Das heutige Erscheinungsbild der Kirche geht laut Wolf im Wesentlichen auf den Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg zurück.

Autor: Nico Roller