Königsbach-Stein
Königsbach-Stein -  26.05.2026
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Lebensretter zum Katastrophenschutztag an Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium

Königsbach-Stein. Das Wasser, das die Feuerwehr bei Einsätzen nutzt, hat einen Druck von fünf bar. Treffen wollen die Schüler mit dem Wasserstrahl einen Tennisball, der etwa 20 Meter entfernt auf einem Hütchen liegt. Fällt er herunter, darf der nächste in der Reihe sein Glück versuchen, immer unter fachkundiger Anleitung eines erfahrenen Feuerwehrkameraden.

Feuerwehr und Rotes Kreuz zeigen beim Katastrophenschutztag ihre Ausrüstung, unter anderem eine hydraulische Schere, von der sich auch Direktor Hartmut Westje-Bachmann (rechts) beeindruckt zeigt.
Feuerwehr und Rotes Kreuz zeigen beim Katastrophenschutztag ihre Ausrüstung, unter anderem eine hydraulische Schere, von der sich auch Direktor Hartmut Westje-Bachmann (rechts) beeindruckt zeigt. Foto: Nico Roller

„Die Kinder sind im wahrsten Sinn des Wortes Feuer und Flamme“, sagt Thorsten Krause beschwingt.

Der Gerätewart der Königsbach-Steiner Wehr lobt ihre Neugierde und ihr Interesse, ihre Motivation und Tatkraft. Auch sonst zieht er ein durchweg positives Fazit zu dem Katastrophenschutztag, der den rund 120 Sechstklässlern des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums in mehreren praktischen Einheiten zeigt, was im Ernstfall zu tun wäre und wie man sich darauf vorbereitet. „Es geht darum, ein Bewusstsein zu schaffen“, erklärt Lehrerin Ingrid Schröder, die den Tag mit ihrem Kollegen Martin Neckel und Konrektor Marc Rudolf vorbereitet hat. Alle drei halten es für wichtig, den Kontakt zu Hilfsorganisationen schon außerhalb von Krisen zu knüpfen, um Berührungsängste abzubauen und ein Interesse zu wecken, das optimalerweise in ein eigenes ehrenamtliches Engagement oder in einen entsprechenden Berufswunsch mündet. Gleichzeitig hoffen sie, dass die Schüler als Multiplikatoren wirken: in die Familie, in den Freundes- und Bekanntenkreis.

„Ich bin mir sicher, dass alle zu Hause von dem Tag erzählen“, sagt Rudolf, der von einer großen Gemeinschaftsleistung spricht.

Denn für den Katastrophenschutztag haben zahlreiche Ehrenamtliche der verschiedensten Organisationen eng zusammengearbeitet: der Schulsanitätsdienst, die Königsbach-Steiner Feuerwehr, der Kreisverband und der Königsbacher Ortsverein des Roten Kreuzes, zudem die Rettungshundestaffel der Johanniter Württemberg, die am Rand des Pausenhofs mehrere der Gerätschaften aufgebaut hat, die auch beim zweimal wöchentlich stattfindenden Training zum Einsatz kommen: Etwa eine Wippe, einen Tunnel, eine Leiter, ein Wackel- und ein Schwingbrett.

„Ich muss mich bei den Eltern entschuldigen, die jetzt einen Hund anschaffen sollen“, sagt Andre Lindner lächelnd.

Der Leiter der Staffel ist mit drei Kollegen und fünf Hunden vor Ort, um zu zeigen, wie breit der Bevölkerungsschutz aufgestellt ist. Die Idee des Katastrophenschutztages findet er „gut und wichtig“, die Schüler beschreibt er als sehr aufmerksam. „Es kommen immer gute Fragen.“ Ähnliches berichtet Isabelle Bender vom Königsbacher Ortsverein des Roten Kreuzes, der in einem Klassenzimmer erklärt, was man als Notvorrat immer zu Hause haben sollte. Etwa haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, Taschenlampen, Kerzen und ein Kurbelradio.

Bender hat den Eindruck, dass viele Schülern bereits „ein gewisses Grundverständnis“ davon haben, was Bevölkerungsschutz bedeutet. „Es war nicht schwer, die richtigen Antworten von ihnen zu bekommen.“ Bender bindet die Schüler aktiv ein, denn sie weiß, dass die Inhalte dann besser hängenbleiben. Selbst aktiv werden dürfen die Sechstklässler auch beim Kreisverband des Roten Kreuzes, der einen echten Rettungswagen dabei hat: das Ersatzfahrzeug, das aber voll einsatzfähig ist.

„Die Kinder sind sehr motiviert“, sagt Notfallsanitäterin Tamara Schacht, die mit zwei Auszubildenden vor Ort ist.

Früher hat sie selbst das Königsbacher Gymnasium besucht und dort im Schulsanitätsdienst so manche Verletzung versorgt. Den dafür notwendigen Erste-Hilfe-Kurs absolvierte sie schon in der sechsten Klasse – also genau in dem Alter, in dem auch die Schüler beim Katastrophenschutztag sind. Schacht hofft daher, bei einigen von ihnen das Interesse am Rettungsdienst zu wecken. Denn sie findet es wichtig, den Fokus auf soziale Berufe zu legen, abseits des Studiums. Mit ihren Kollegen erklärt sie den Schülern die Ausrüstung, die Geräte und die Technik. „Das Spannendste ist immer die Trage.“