RTL sagt sie ab: Siegerin Angelina Cali von „Talents Unplugged“ geht ihren eigenen Weg
Königsbach-Stein. Die 23-jährige aus Karlsbad hat 2018 beim Ispringer Talentwettbewerb gewonnen. Seitdem hat sich einiges verändert.
Die Liebe zur Musik ist Angelina Cali in die Wiege gelegt worden. Musik spielt in der Familie der 23-jährigen Sängerin aus Karlsbad eine große Rolle: Ihre Mutter und ihre Schwester singen gerne, ihr Großvater war leidenschaftlicher Schlagersänger und hatte früher sogar eine eigene Band.
„Ich komme aus einer musikalischen Familie. Durch meinen Opa bin ich dann zur Musik gekommen“, sagt sie.
Schon mit acht Jahren schrieb sie eigene Lieder, lernte Klavier und trat früh gemeinsam mit ihrem Großvater vor größerem Publikum auf, etwa bei der Karlsruher Erlebnismesse „Offerta“. „Wenn ich eigene Lieder schreibe, dann passiert das intuitiv. Ich verarbeite meine Gefühle damit“, sagt Cali. Meistens entstünden ihre Songs spät am Abend. „Ich bin eine richtige Nachteule. Nachts werde ich immer kreativ“, sagt sie. Mit ihrer Musik wolle sie anderen Menschen zeigen, dass sie in schwierigen Situationen nicht alleine seien. „Ich möchte mehr Selbstvertrauen schenken“, sagt die angehende Kauffrau für Marketingkommunikation.
Neue Möglichkeiten
Mit dem Sieg beim Talentwettbewerb „Talents Unplugged“ 2018 in Königsbach-Stein hat sich vieles verändert. „Damit hat alles für mich angefangen“, sagt Cali. Durch den Sieg bekam sie die Möglichkeit, Songs im Tonstudio einzusingen. „Diese Chance wollte ich unbedingt nutzen“, sagt sie. Das tat die damals 16-Jährige auch: Mit ihrem selbstgeschriebenen Popsong „And.That.Is.Fine“ nahm sie ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit in ihre Gefühlswelt.Durch „Talents Unplugged“ sei der Stein in Richtung Musik so richtig ins Rollen gekommen, sagt Cali.
„Ich habe viel mehr Selbstvertrauen bekommen, professionelle Songs zu schreiben.“
Davor habe sie große Zweifel gehabt und sich gefragt, ob sie das überhaupt könne. Doch die Zweifel wurden weniger, Cali hatte immer mehr Auftritte und wurde selbstsicherer. „Ich habe immer mehr gemerkt, wie sehr ich mich durch die Musik ausdrücken kann“, sagt sie. In ihren Liedern könne sie über Dinge sprechen, über die sie sonst kaum reden würde. Sie wolle, dass sich ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihrer Musik identifizieren können.
„Meine Musik steht für Selbstliebe. Ich möchte immer eine positive Message senden“, sagt sie. „Am Ende wird immer alles gut.“
Es folgten viele weitere selbstgeschriebene Lieder, die Cali auf Spotify und anderen MusikStreaming-Plattformen veröffentlicht hat. Ihr Lied „Toxic Vibes“ wurde rund 20.000 Mal angehört. „Der Text zu ‚Toxic Vibes‘ ist überraschend schnell und zufällig entstanden“, sagt sie. Der Song sei gemeinsam mit einem befreundeten Produzenten entstanden.
„Ich liebe es, Musik zu machen und mich auszuprobieren“, betont Cali. Die 23-Jährige ist eine unabhängige Künstlerin und steht nirgends unter Vertrag. Diese Entscheidung habe sie bewusst getroffen. Sie habe das Gefühl, dass man dadurch die Freiheit habe, keiner kreativen Vorgabe hinterherlaufen zu müssen. Auch Auftritte organisiert Cali auf eigene Faust. „Warum soll ich auf so eine Situation warten, bis sie sich ergibt, wenn ich sie auch selbst in die Hand nehmen kann?“, fragt sie.
Mitte Juni gab Cali im Ettlinger Horbachpark ein Open-Air-Konzert. „Es war monatelange Arbeit, aber es war so schön und hat sich definitiv gelohnt“, sagt sie. Live singe sie am liebsten. Neben ihrem Azubi-Alltag plante und organisierte sie alles selbst: Werbung, Bühnenbild und Design. „Das Kulturamt hat mich aber zum Glück in finanziellen Fragen unterstützt und gefördert“, sagt sie. Dafür sei sie sehr dankbar.
„Auch wenn es sehr aufwendig war ohne Management, finde ich es schön, dass in diesem Projekt überall ein Stück von meinem Herzen gesteckt hat.“
„DSDS“ und „The Voice“
Auch Castingshows sind auf Cali aufmerksam geworden. So meldete sich nach ihren Angaben die RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ bei ihr.
„Ich habe aber abgesagt, da ich mich bei diesem Format nicht sehe“, sagt sie.
Stattdessen bewarb sie sich im vergangenen Jahr bei „The Voice of Germany“. „Ich wurde zu den Blind Auditions eingeladen, habe dann aber eine Kehlkopfentzündung bekommen und musste absagen.“ Für die Zukunft schließt sie eine erneute Bewerbung nicht aus. Aber bis dahin träumt sie von ihrem eigenen Album.
