Königsbach-Stein
Königsbach-Stein -  21.09.2021
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Rohbau steht: Seniorenheim in Königsbach-Stein nimmt Form an

Königsbach-Stein. Dass sich auf der Baustelle in der Steiner Wilhelmstraße etwas tut, ist unübersehbar. Seit März wächst dort ein Seniorenheim in die Höhe. Derzeit sind auf dem mehr als 9000 Quadratmeter großen Grundstück die Rohbauarbeiten in vollem Gange. Im November sollen sie abgeschlossen werden. Noch in dieser Woche sollen die ersten Fenstereinbauten und Haustechnik-Rohinstallationen beginnen. Das kündigt Projektmanagerin Nicole Eckhardt an, als sie den Königsbach-Steiner Gemeinderat am Montagabend über die Baustelle führt.

Vor-Ort-Termin: Haus-Edelberg-Geschäftsführer Jochen Pabst (rechts) erklärt den Gemeinderäten, was auf der Baustelle momentan vor sich geht. Foto: Roller
Vor-Ort-Termin: Haus-Edelberg-Geschäftsführer Jochen Pabst (rechts) erklärt den Gemeinderäten, was auf der Baustelle momentan vor sich geht. Foto: Roller

Der Anfang sei „ein bisschen spannend“ gewesen, sagt sie und berichtet von der Kleinmunition, den Stahlhelmen und den Gewehrläufen, die man im Boden gefunden hat. Die Kampfmittelüberwachung war notwendig, weil es sich bei dem Baugelände um einen Verdachtsfall handelte. Weitere Herausforderungen waren die notwendige Verlegung der Quellleitung und das anstehende Schichtenwasser.

Das Gebäude steht auf mehr als 250 duktilen Gusspfählen. Insgesamt werden rund 500 Tonnen Stahl und 4000 Kubikmeter Beton verbaut. Die Investitionskosten liegen bei rund 20 Millionen Euro. Bauherr und Investor ist die Orpea-Unternehmensgruppe, Betreiber wird später die Haus-Edelberg-Gruppe sein, von der es in der weiteren Region bereits einige Häuser gibt, etwa in Pfinztal.

Offen für Vereine und Schulen

Das Seniorenzentrum in der Steiner Wilhelmstraße soll modern und komfortabel werden. Haus-Edelberg-Geschäftsführer Alexander Grunewald spricht von einem offenen Haus, das der Gemeinde zugewandt sei. Lokale Vereine und Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen seien willkommen. Zudem sollen die Wohnbereiche zu der Gemeinde passende Namen tragen und farblich entsprechend gestaltet werden.

Das Pflegeheim soll im September 2022 fertiggestellt werden, das betreute Wohnen werde einen Monat später bezugsfertig sein. Eine große Eröffnungsfeier plant man für das Frühjahr 2023, wenn schon ein bisschen Leben im Haus ist. Das Haus soll 100 Pflegeplätze in Einzelzimmern, 30 ausschließlich zur Miete angebotene Einheiten für betreutes Wohnen und 20 Tagespflegeplätze bieten. Wobei noch nicht sicher ist, ob letztere realisiert werden.

Grunewald kündigt an, man werde zunächst mit den bereits in der näheren Umgebung ansässigen Anbietern über deren Auslastung sprechen, um kein Überangebot zu schaffen. Sollte dabei keine Notwendigkeit für weitere Tagespflegeplätze erkennbar sein, könnte man sich gut vorstellen, den dafür vorgesehenen Raum ebenfalls in Wohnungen umzuwandeln.

Auf Suche nach Personal

Die Pflegeplätze sollen nach und nach belegt werden – und zwar in Abhängigkeit von der Personalsituation. Denn geeignete Mitarbeiter zu finden, wird laut Grunewald die größte Herausforderung sein. Bei Vollbelegung wird es in Stein 80 Vollzeitstellen geben, plus Auszubildende. Bewerbungen nimmt man laut Grunewald schon jetzt entgegen.

Dem Geschäftsführer ist es wichtig, die Bevölkerung über das Bauprojekt zu informieren. Im Lauf der nächsten Wochen wird es deshalb zwei Informationsabende geben: einen für die Öffentlichkeit und einen für die Dienstleister vor Ort, die an einer Kooperation mit dem Pflegeheim interessiert sind. Denn das will laut Grunewald in vielen Bereichen auf lokale Betriebe setzen, etwa auf Frisöre, Ergotherapeuten und Fußpfleger.

Autor: Nico Roller