Königsbach-Stein
Königsbach-Stein -  04.08.2026
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Schüler des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums gewinnen Preise bei landesweiten Wettbewerben

Königsbach-Stein. Voller Begeisterung erzählen Jana Schwender und Bennet Hasselberg von ihren Erkenntnissen und Erfahrungen, von spannenden Recherchen und dem Mehrwert, denen ihnen das Gelernte für die Zukunft bringt. Beide sind Schüler am Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium, beide haben bei landesweiten Wettbewerben große Erfolge erzielt: sie bei „Humanismus heute“, er beim Wettbewerb des Landtags zur Förderung der politischen Bildung.

Lehrerin Martina Karsch (links) und Direktor Hartmut Westje-Bachmann (rechts) gratulieren den beiden Preisträgern Jana Schwender und Bennet Hasselberg.
Lehrerin Martina Karsch (links) und Direktor Hartmut Westje-Bachmann (rechts) gratulieren den beiden Preisträgern Jana Schwender und Bennet Hasselberg. Foto: Nico Roller

„Als Schule macht uns das natürlich stolz“, sagt Direktor Hartmut Westje-Bachmann, der die Teilnahme an Wettbewerben aus vielen Gründen für sinnvoll hält.

Etwa, weil die Schüler lernen, ein Thema vertieft zu behandeln, dranzubleiben und über den Tellerrand zu blicken. Westje-Bachmann weiß, dass derartige Auszeichnungen allein schon deshalb wertvoll für das Berufsleben sein können, weil sie zeigen, dass die Schüler sich über den Unterricht hinaus engagiert haben, oft über Wochen. Bei Bennet Hasselberg hat er sich ausgezahlt, in Form eines zweiten Preises. Wie viele Stunden er in den Schülerwettbewerb des Landtags investiert hat, kann er nicht sagen. Aber er weiß, dass er über zweieinhalb Monate immer wieder daran gearbeitet hat.

Im vorigen Sommer hat sich der heute 18-Jährige auch deshalb proaktiv für eine Teilnahme entschieden, weil ihm eines der zur Wahl stehenden Themenfelder sofort zugesagt hat: Zivilcourage im Alltag. Bennet entschied sich für eine Facharbeit, für die er anschließend lang und intensiv recherchierte, immer mit der Rückendeckung seines Lehrers Martin Neckel, der ihm wertvolle Tipps gab. Der Schüler stellte heraus, wie Zivilcourage im Alltag umgesetzt werden kann, welche Herausforderungen und Risiken sie birgt. Beeindruckt hat ihn, dass oft schon kleine Handlungen einen großen Unterschied machen können, dass man sich in aller Regel selbst nicht in Gefahr bringen muss, um anderen in brenzligen Situationen zu helfen. Denn oft reichen Blickkontakt, Anwesenheit oder eine kurze Ansage, um im entscheidenden Zeitpunkt eine Verbesserung zu schaffen, Diskriminierung und Gewalt zu verhindern. Am Wettbewerb hat Bennet gefallen, dass das Thema nah an seinem Gemeinschaftskunde-Leistungskurs lag und ein freies Arbeiten möglich war, auch mit Blick auf die zu vertiefenden Aspekte. Bennet ist überzeugt, während des Wettbewerbs viel gelernt zu haben, auch über wissenschaftliches Arbeiten.

Das kann Jana Schwender nur bestätigen. Die 18-Jährige hat es beim Wettbewerb „Humanismus heute“ in die zweite Runde geschafft und dort einen zweiten Preis erhalten. Im Kern ging es um den Wert des Übersetzens, in der ersten Runde anhand dreier Texte von Cicero und Plinius, die Jana intensiv analysiert und interpretiert hat, auch unter Einbeziehung von Fachliteratur.

Dabei beschaffte sie Hintergrundinformationen zum kulturellen Kontext, in dem sich die Verfasser einst bewegt haben. Jana zog eigene Schlussfolgerungen, etwa zu dem Spannungsfeld, das sich daraus ergibt, dass das vermeintlich näher am Original liegende wörtliche Übersetzen unter Umständen die Intention des Verfassers nicht widerspiegelt. Für ihre Arbeit erhielt sie am Ende der ersten Runde einen ersten Preis – und die Einladung, mit den Besten aus ganz Baden-Württemberg ein mehrtägiges Seminar in Löwenstein zu besuchen.

Begleitet von Professoren, drehte sich dort alles um antike und moderne Texte, die im Schulunterricht in aller Regel nicht auftauchen. In der zweiten Runde wartete auf die 18-Jährige eine viereinhalbstündige Klausur, die unter anderem das Übersetzen anspruchsvoller Original-Texte, eine intensive Auseinandersetzung mit bereits existierenden Übersetzungen und eine Interpretation verlangte. Rückblickend kann Jana über den Wettbewerb nur Positives sagen. „Ich habe gemerkt, wie relevant viele der Aussagen aus der Antike heute noch sind.“