Der Maulbronner Klosterkeller öffnet Anfang Juni
Eigentümer kündigt Saisonbewirtung an vor Beginn des Um- und Neubaus für ein Hotel.
Hotelier Wolfgang Scheidtweiler, Liebhaber alter Baudenkmäler, ist voll in seinem Element als er am Dienstag im Gespräch mit der PZ die überraschende Neuigkeit verkündet: „Wir eröffnen Anfang Juni den Maulbronner Klosterkeller. Die letzten vier Wochen haben wir renoviert.“
Ein genaues Datum könne er noch nicht nennen. Die Bewirtung finde zunächst aber „als Provisorium“ statt, um den Gästen, insbesondere Gruppen, im Weltkulturerbe „genügend Plätze im Innenbereich einer Gastronomie zu bieten“, wie Scheidtweiler sagt. Die Arbeit stemmen werde das Team, das voriges Jahr in der Freiluftsaison die Grösseltalgaststätte bewirtet habe. Entsprechend könne in der Lokalität zwischen Neuenbürg und Engelsbrand dieses Jahr leider keine Bewirtung erfolgen.
Trotz der bisher schon vorhandenen, „wirklich guten Gastronomie“ im Maulbronner Klosterhof seien die Möglichkeiten im Innenbereich derzeit doch stark begrenzt. Die jetzt umgesetzte vorzeitige Inbetriebnahme der historischen Räume der einstigen Klosterschmiede geht den Arbeiten für den großen Neubau des künftigen Hotels an der Stelle der ehemaligen Klosterscheune hinter dem Maulbronner Rathaus voraus. „In den nächsten zwei Monaten werden wir das finale Baugesuch einreichen“, informiert Scheidtweiler. Die Pläne seien nochmals verbessert worden, denn „wir kennen das Haus jetzt besser“.
Einzelheiten will er aber noch nicht verraten. Den alten Mietern der zahlreichen Wohnungen im Bestandsgebäude habe man zudem Zeit lassen wollen, sich eine neue Bleibe zu suchen. Bis auf noch zwei verbliebene Parteien seien inzwischen alle ausgezogen.
Das neueste Projekt Scheidtweilers, das einem historischen Baudenkmal neues Leben einhaucht, war bei einer Bürgerversammlung vor gut einem Jahr in Maulbronn öffentlich vorgestellt worden.
Es kombiniert den historischen Altbestand der Klosterschmiede, die Scheidtweiler und seine Familie inzwischen erworben haben, mit dem Neubau.
„Das hat gedauert, wir stehen erst seit Februar im Grundbuch“, merkt der Unternehmer an. Solche besonderen Projekte erforderten eben Zeit, um zu reifen.
„Wir sind ja keine Investoren, die dickes Geld verdienen wollen“, erklärt er die behutsamen Projektfortschritte. „Ich lasse mich da auch nicht drängen. Man muss so etwas wohl überlegt angehen“, stellt er klar. Im Schloss Brackenheim nahe Heilbronn habe sein aktuell vor dem Abschluss stehendes Projekt der Wiederbelebung mit Hotel und „Weinerlebniswelt“ rund zehn Jahre gedauert.
„Man muss es anders machen“, so Scheidtweiler. Ob es in Maulbronn nun zwei oder vier Jahre dauere, sei da zweitrangig, da es in seiner Familie in nachfolgenden Generationen die Begeisterung gebe, das Erbe fortzuführen.
