Maulbronn
Maulbronn -  11.01.2022
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Dreiecksbeziehung endet mit Schlägerei im Wald: Gerichtsurteil wurde verschoben

Maulbronn. Ein Eifersuchtsdrama wie aus dem Bilderbuch hat es am Montagmittag vor dem Amtsgericht Maulbronn gegeben. In den Hauptrollen: der 33-jährige Angeklagte aus Stuttgart, seine 26-jährige Ex-Freundin und deren

Sehr detailliert wurde die Dreiecksbeziehung zwischen zwei Männern und einer Frau am Montag im Amtsgericht Maulbronn erläutert.
Sehr detailliert wurde die Dreiecksbeziehung zwischen zwei Männern und einer Frau am Montag im Amtsgericht Maulbronn erläutert.

44-jähriger, aktueller Lebensgefährte. Zwischen den beiden Männern war es im August 2019 in Ötisheim zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen. Zu einem Urteil gegen den angeklagten türkischen Staatsbürger, der sich wegen Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vor dem Gericht verantworten musste, ist es noch nicht gekommen. Zu lange musste sich Richter Sebastian Kreiner durch das Beziehungsgeflecht des Trios kämpfen. Die Verhandlung war nötig geworden, da der 33-Jährige eine zuvor angeordnete Geldstrafe nicht auf sich sitzenlassen wollte.

Zunächst trat der Geschädigte in den Zeugenstand. Er will damals nichts von einem weiteren Mann im Leben der 26-jährigen gewusst haben und sei davon ausgegangen, dass er der Einzige für sie sei. Der Angeklagte hingegen gibt an, zur gleichen Zeit immer wieder Kontakt zu der 26-Jährigen gehabt und auch viele Nächte mit ihr in diversen Hotels der Region verbracht zu haben. Sehr detailliert schilderten beide Männer ihre Beziehung zu der jungen Frau.

Handfeste Prügelei

Und wo Gefühle im Spiel sind, da können diese auch mal hochkochen. Eben dies scheint im Sommer 2019 passiert zu sein, als die beiden Nebenbuhler in der Gemeinde im östlichen Enzkreis aufeinandertrafen. Man habe sich dann abgesprochen, in den Wald zu fahren, gab der Angeklagte an. Ob es auf dem Weg dorthin tatsächlich zu einer Verfolgungsjagd samt gefährlichem Ausbremsen seines Kontrahenten gekommen ist – darüber waren sich die beiden Männer nun nicht mehr einig.

Klar ist hingegen: Am Ötisheimer Naturfreundehaus angekommen, ist eine handfeste Prügelei losgebrochen. Der Angeklagte – als früher Kick-Boxer in Sachen Kampfkunst bestens erfahren – habe das Opfer mit gezielten Tritten gegen das Knie aus dem Gleichgewicht gebracht. Beim folgenden Schlagabtausch zogen sich beide Männer Verletzungen zu. Der Angeklagte erlitt diverse Platzwunden, sein Gegner eine Kapselprellung am Daumen, verlor zwei Zähne und zog sich ebenfalls Platzwunden sowie Prellungen am ganzen Körper zu. Hinzu kam, dass der Angeklagte den Zeugen wohl gewürgt habe, als dieser damit drohte, zur Polizei zu gehen. Dieser soll seinen Griff erst dann wieder gelockert haben, als sein Opfer dies zurücknahm.

Die 26-jährige Frau, die als Zeugin gehört wurde, tat sich schwer, über die Beziehung zum Angeklagten zu sprechen. Sie erklärte, dass sie sich oft von ihm bedrängt gefühlt habe und auch am Tattag einem Treffen mit ihm nur nach mehrmaliger Aufforderung nachgekommen sei. Sie sprach von einer Entführung durch den Angeklagten nach der Tat, als dieser die Frau gegen ihren Willen mit ins Krankenhaus genommen habe, um seine Wunden versorgen zu lassen. Aufgrund der ausführlichen Einlassungen beider Männer verzichtete Kreiner am Montag auf einen Urteilsspruch. Der Prozess wird fortgesetzt.

Autor: Elisa Hazeldine