Maulbronn
Maulbronn -  13.09.2026
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Maulbronner Klosterküche zum Mitnehmen: Regionale Erzeuger greifen alte Zisterzienser-Traditionen auf

Maulbronn. In Maulbronn gibt es neben der legendären Kloster-Maultasche neuerdings auch das Maulbronner Genusspaket. Bürgermeister Aaron Treut stellte das Projekt der Cisterscapes-Einzelstätte Maulbronn/Stromberg bei einem Pressetermin im Rathaus vor. Darin befänden sich „viele hochwertige, vor Ort produzierte Produkte“, versicherte Treut. Martin Ehlers, Geschäftsführer der Cisterscapes-Einzelstätte Maulbronn/Stromberg, und Sachbearbeiterin Frauke Schütz verweisen darauf, dass zum Cisterscapes-Netzwerk 17 Zisterzienserklöster in fünf europäischen Ländern gehören, die ihre kulinarischen Leckerbissen untereinander austauschen.

Im Maulbronner Genusspaket findet sich nicht nur die – so die Legende – im Kloster erfundene Maultasche, sondern ein Sortiment an Produkten, die zum Teil eine Verbindung zur Kochkunst der Mönche herstellen. Ehlers erläuterte, dass das einzige noch erhaltene Kochbuch der Zisterzienser von Bernhardin Buchinger, dem letzten katholischen Abt des Klosters Maulbronn, verfasst wurde. Zuvor sammelte er Erfahrungen als Küchenmeister und Großkellner im Elsässer Kloster Lützel. Seine Rezepte fasste er in seinem 1672 erschienenen „Koch-Buch sowohl für geistliche als auch weltliche große und geringe Haushaltungen“ zusammen. Es enthält über 800 Rezepte für Fleisch-, Wildpret-, Geflügel-, Fisch-, Eier- und Garten-Speisen. Die barocken Rezepte sind von der französischen Kochkunst beeinflusst und enthalten teilweise exotische Zutaten und Gewürze. In Sachen Kulinarik wollten die weltgewandten Zisterziensermönche der Küche des Adels im 17. Jahrhundert um nichts nachstehen. Besonders zeige sich dies „an auserlesenen Fastenspeisen und Fischgerichten“, so Ehlers.

Alte Rezepte neu aufgetischt

Der Maulbronner Küchenmeister Karl Schempf und Ehefrau Marina Saam-Schempf kreierten nach Buchingers Rezepten Hechtklößchen in Rieslingsauce und Ingwer-Kurkumasauce sowie klösterliche Maultäschchen, die Schempf in Brühe eindünstete. Bäckermeister Martin Reinhardt entwickelte Käse- und Kräutergebäck in Form von Marksteinzeugen, die früher unter Grenzsteine der Klostergemarkung gelegt wurden. Das Gebäck wird in einem handgeschnitzten Birnenholzmodel mit dem Maulbronner Stadtwappen geformt.

Zum Genusspaket gehören außerdem ein Riesling vom Eilfingerberg des Weingutes Herzog von Württemberg, ein Lemberger Rosé vom Maulbronner Closterweinberg von Frank Jaggy sowie ein Cuvée von Dr. Jochen Birkle. Achim und Sonja Mayer vom Mayerhof steuern alkoholfreien Secco, Klostercider und Apfelchips bei. Hinzu kommen Honig von Peter und Margit Krüger sowie Eierwürzsalz und Ansatzkräuter für Klosterberg-Kräuterlikör von Gabriele Bickel. Ein Schneidebrett aus Maulbronner Eichenholz und Norbert Weimpers historischer Klosterroman „Das schwarze Geheimnis von Maulbronn“ ergänzen das Angebot. Durch Wein- und Obstbau trügen die Produzenten zur Erhaltung der klösterlichen Kulturlandschaft bei, sagte Ehlers. Der Produktaustausch sei ein „wichtiges Thema im Cisterscapes-Netzwerk“, betonte Treut bei der Präsentation im Maulbronner Rathaus ausdrücklich.

Angeboten werden die regionalen Köstlichkeiten exklusiv am Cisterscapes-Stand beim Kräuter- und Erntemarkt am 12./13. September im Klosterhof Maulbronn. Alle Produkte sind einzeln erhältlich. Das Kloster Bronnbach bietet dort unter anderem Brotbackmischungen, Gebäck, Marmelade und das Kellerbier „Cellarius“ an.

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