Maulbronn
Maulbronn -  13.10.2026
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Titel für den „Ausbildungsbetrieb des Jahres 2026“ geht nach Maulbronn

Maulbronn. Der Landesbauernverband hat den Elfingerhof der Familie Horsch als „Ausbildungsbetrieb des Jahres 2026“ ausgewählt.

Azubi Jacob Schwerdtle und sein Ausbilder Ulrich Horsch (von links) pflegen ein familiäres Verhältnis. Der Nachwuchslandwirt darf auf dem Hof auch jetzt schon Verantwortung übernehmen.
Azubi Jacob Schwerdtle und sein Ausbilder Ulrich Horsch (von links) pflegen ein familiäres Verhältnis. Der Nachwuchslandwirt darf auf dem Hof auch jetzt schon Verantwortung übernehmen. Foto: Sabrina Del Nunzio

Den Arbeitstag mit einem gemütlichen Frühstück mit dem Chef beginnen? Für den Landwirt-Azubi Jacob Schwerdtle ist das die Realität. Dem Betriebsleiter Ulrich Horsch, der den Elfingerhof in der dritten Generation führt, ist ein sozialer Umgang sehr wichtig.

„Wir sind ein Familienbetrieb. Deshalb werden die Azubis auch in unsere Familie integriert“, Landwirt und Ausbilder Ulrich Horsch.

Neben dem Fachwissen will Horsch den Azubis vor allem soziale Kompetenz mitgeben. „Der Umgang miteinander gehört einfach auch dazu“, betont er.

Eine große Ehre

Stolz trägt der 300 Hektar große Elfingerhof den Titel „Ausbildungsbetrieb des Jahres 2026“. So ganz glauben kann es Horsch aber noch nicht so ganz.

„Es ist eine große Ehre, wir waren selbst sehr erstaunt“, sagt er.

Der Landesbauernverband Baden-Württemberg sowie das Regierungspräsidium Karlsruhe hat den Hof für die Auszeichnung vorgeschlagen. Von landesweit acht Betrieben in der engeren Auswahl hat sich der Elfingerhof in Maulbronn bewährt. Vor allem in puncto „Soziales Engagement“.

Fokus auf Ausbildung

Seit 1997 bildet Betriebsleiter Horsch auf seinem Hof aus. Davor hat auch schon sein Vater getan und nun auch sein Sohn, David Horsch. In einem dualen System aus Theorie und Praxis erlernen die angehenden Landwirte innerhalb drei Jahren den Beruf. Im Laufe der Zeit habe sich der Schwerpunkt jedoch leicht verändert. „Die ökologische Landwirtschaft hat jetzt viel mehr Gewicht als noch früher zu meiner Zeit“, bedenkt Horsch.

Technisches Verständnis

Um als Landwirt ausgebildet zu werden, reicht nicht nur eine Begeisterung für Tiere.

„Man sollte keine Angst vor Technik haben. Logisches Denken ist eine wichtige Eigenschaft, die man mitbringen sollte“, sagt Horsch.

Für den Landwirt ist es zudem wichtig, dass sich seine Azubis sozial engagieren. „In der Landwirtschaft ist das oft selbstverständlich“, sagter weiter.

Junge Leute für den Beruf zu begeistern, sei laut dem Hofbesitzer nicht schwierig. Für die nächsten zwei Jahre stehen die nachfolgenden Azubis schon fest. Die Warteliste sei gefüllt, sagt Horsch.

Begeisterung für den Beruf

Der Auszubildende Jacob Schwerdtle ist aktuell im zweiten Lehrjahr. Ihm gefallen die technischen Aspekte in seinem Ausbildungsberuf besonders.

„Ich finde es interessant, wie präzise man mittlerweile Säen oder Dünger streuen kann. Das kann man aufs Gramm genau machen“, erklärt der 20-Jährige.

Auch als Azubi wird ihm viel Vertrauen entgegengebracht. Seine größte Herausforderung ist es, einen klaren Kopf zu behalten, wenn es mal stressig wird. „Aber in solchen Situationen ist der Umgangston trotzdem noch gut“, findet der Azubi. Er schätzt es sehr, dass er Verantwortung übernehmen darf. Und manchmal ist es für ihn auch erleichternd, wenn es in den Gesprächen mit seinem Chef auch um etwas ganz anderes geht als um die Arbeit.

Ob in der Industrie oder anderswo – der vielseitige Beruf des Landwirts öffne einem viele Türen, sagt Schwerdtle. Nach seiner Ausbildung möchte er den Pferdehof seiner Eltern weiterführen.

Autor: Sabrina Del Nunzio | Maulbronn