Mönsheim
Mönsheim -  30.08.2018
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Die Ziege als lebende Mähmaschine

Mönsheim. Beim Blick auf den Mönsheimer Bergrücken Tobel kann einem schon ein wenig mulmig zu Mute werden in Anbetracht der extremen Steillage. „Um die Landschaft einigermaßen in Schuss zu halten, müssen pro Hang zwei angeseilte Kletterer her“, sagt Simone Reusch, Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) der Sektion Heckengäu. Um das Gefahrenrisiko zu minimieren und dabei auch noch eine Menge Geld zu sparen, wurde vor rund einem Jahr auf eine ganze natürliche Alternative umgeschwenkt:

Begeistert von den tierischen Landschaftspflegern: Helfer Istvan-Tibor Örbög, Tierhalter Thomas Arzt und Exkursionsteilnehmer Michael Kropf (von links).  Jähne
Begeistert von den tierischen Landschaftspflegern: Helfer Istvan-Tibor Örbög, Tierhalter Thomas Arzt und Exkursionsteilnehmer Michael Kropf (von links). Jähne

Von Mai bis Ende Oktober beweiden 15 klettertechnisch äußert bewanderte Ziegen der ortsansässigen Privatleute Andreas Schmid und Thomas Arzt das Gelände, um die Steilhänge auf den Tobel vor der zunehmenden Bewaldung zu schützen.

Diese habe innerhalb eines Jahrhunderts massiv zugenommen, bestätigt Elisa Bienzle, stellvertretende Geschäftsführerin des Landschaftserhaltungsverbandes (LEV) Pforzheim-Enzkreis. Wo sich einst noch viele freie Flächen befanden, haben mehr und mehr Baumsorten Einzug gehalten. „Die Freiflächen dienen jedoch dem Schutz einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten“, sagt Bienzle und nennt etwa Graslilie, Silberdistel, Karthäuserschnecke, Zauneidechse und Küchenschelle.

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Mit einer kleinen Exkursion am Sonntag sollte auf die tierische Landschaftspflege aufmerksam gemacht werden. Mit rund 40 Teilnehmern stießen die Veranstalter vom LEV auf Interesse von Seiten der Öffentlichkeit. Das Angebot war Teil der Veranstaltungsreihe „Enzkreis erleben“, die vom Forum 21 und dem Landwirtschaftsamt des Enzkreises zusammengestellt wurde.

Autor: Alexander Jähne