Mönsheim
Mönsheim -  02.08.2021
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Enzkreis will sich an Kosten für Becken beteiligen: Mönsheim lenkt im Straßenausbaustreit ein und zieht Klage zurück

Mönsheim. Die Sorge vor erhöhtem Autoverkehr und vor einer Überlastung der Straßenentwässerung sowie ein für den Ort wenig nützlicher Radweg hat zu den Gründen gehört, weshalb Mönsheim im vergangenen Jahr gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der Kreisstraße K 4569 (Enzkreis)/K 1017 (Kreis Böblingen) eine Klage eingereicht hat. Auf Anraten eines Rechtsbeistandes hat der Gemeinderat inzwischen entschieden, die Klage zurückzuziehen.

Mit dem Rückzug der Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss hat Mönsheim den Weg für den Ausbau der Kreisstraße K 4569 (Enzkreis)/ K 1017 (Kreis Böblingen) frei gemacht. Foto: Tilo Keller
Mit dem Rückzug der Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss hat Mönsheim den Weg für den Ausbau der Kreisstraße K 4569 (Enzkreis)/ K 1017 (Kreis Böblingen) frei gemacht. Foto: Tilo Keller

Im Mittelpunkt der Planfeststellung des Regierungspräsidiums Karlsruhe steht der Ausbau der Kreisstraße zwischen den Gemeinden Mönsheim und Weissach-Flacht. Das rund 2,1 Kilometer lange Teilstück der Kreisstraße liegt zwischen der Einmündung der Südanbindung des Porsche Entwicklungszentrums Weissach (EZW) und der Einmündung in die Landesstraße L 1134, die zum Dieb-Kreisel Richtung Autobahn A8 oder nach Mönsheim führt. Auch der Knotenpunkt im Anschlussbereich der Landesstraße L 1134 soll ertüchtigt werden. In der Planung enthalten ist außerdem die Anpassung der Straßenentwässerung und ein Radweg, der das überörtliche Netz ergänzen soll. Bedenken gab es in Mönsheim unter anderem, weil die Mitarbeiter von Porsche über die Südanbindung zukünftig nur in Richtung Mönsheim in die betroffene Kreisstraße abbiegen können. Die Straße zum neuen Südtor von Porsche und die Anbindung an die Kreisstraße sind bereits fertiggestellt und werden als Baustellenzufahrt genutzt.

Weissach hat den Bau der Südanbindung in einem separaten Bebauungsplan ermöglicht und dabei das Abbiegen in Richtung Flacht durch bauliche Maßnahmen ausgeschlossen.

Auf Mönsheimer Seite wird eine zusätzliche Belastung des Straßennetzes im Einzugsbereich der Autobahn A8 befürchtet. Gerade der sogenannte Dieb-Kreisel nahe der Autobahn ist auch jetzt schon zeitweise stark überlastet. Mönsheim sprach sich auch gegen den geplanten Radweg aus, der für die örtliche Bevölkerung keinen Nutzen hätte. Bereits im vorgelagerten Verfahren hatte die Gemeinde gesagt, dass es eine alternative Route über ein bestehendes Wegenetz gebe. Allerdings wäre diese doppelt so lang, wie der geplante Radweg. Seitens des baden-württembergischen Landesverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) wurde darauf hingewiesen, dass das „geplante Teilstück sinnvoll für das kreisweite Radnetz ist und die Gemeinde den Einspruch zum Planfeststellungsverfahren überdenken“ sollte.

Ein weiterer Punkt der Klage bezog sich auf die Straßenentwässerung. Das in Richtung Mönsheim ankommende Oberflächenwasser von den Kreis- und Landesstraßen fließt in ein bestehendes Auffangbecken, ehe es in den Entenbach geleitet wird. Durch den Ausbau der Kreisstraße werden eine erhöhte Belastung erwartet sowie steigende Kosten beim Unterhalt des Tosbeckens.

Mehr über das Thema lesen Sie am 3. August in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: Claudia Keller