Mönsheim
Mönsheim -  21.06.2021
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Erfolgreiche Aktion in der Region: Flachswickel für Bildung in Afrika

Mönsheim/Wiernsheim. Süß riecht es, nach Zucker und Butter. Gerade hat Bäckermeister Roland Essig ein Blech voller Flachswickel aus dem Ofen geholt, der in der Backstube im Keller seines Hauses steht. Seit etlichen Stunden herrscht dort Hochbetrieb. „Die Stimmung ist echt gut, dafür, dass wir schon seit vier Uhr heute Morgen auf den Beinen sind“, sagt Silke Wuff von der Interessengemeinschaft Mönsheimer für Mönsheimer. Sie hat die Aktion initiiert, die einem guten Zweck dient: Die kompletten Einnahmen des Flachswickelverkaufs kommen einem sozialen Projekt zugute.

Ziehen an einem Strang: Markus Rösler, Silke Wuff, Beate und Heinz Grunow, Annemarie Faas, Roland Essig, Birgit Faas, Heike und Karl Längle und Uschi Essig (von links). Foto: Roller
Ziehen an einem Strang: Markus Rösler, Silke Wuff, Beate und Heinz Grunow, Annemarie Faas, Roland Essig, Birgit Faas, Heike und Karl Längle und Uschi Essig (von links). Foto: Roller

900 Bestellungen sind im Vorfeld eingegangen und werden im Lauf des Tages ausgeliefert, hauptsächlich in Mönsheim und Wiernsheim, einzelne auch in Pforzheim, Leonberg und Weissach. „Wir sind total glücklich, dass das Interesse so groß war“, sagt Wuff. Sechs Helferinnen und drei Fahrer sind im Einsatz, alle ehrenamtlich. Zubereitet werden die Flachswickel aus Milch, Hefe, Dinkelmehl, viel Butter und Ei, alles in Bio-Qualität.

In Tüten verpackt und mit einem gelben Etikett versehen, machen sie sich anschließend in großen Kisten auf den Weg. Bäckermeister Roland Essig ist begeistert von der Tatkraft der Ehrenamtlichen: „So schnell habe ich gar nicht den Teig machen können, wie sie ihn verschafft haben.“ Die Einnahmen der Flachswickelaktion gehen an den Verein Naretoi, der seit elf Jahren Bildungsprojekte im südlichen Kenia am Rande des Nationalreservats Masai Mara unterstützt. In der Erwachsenenschule bezahlt der Verein einen Lehrer, der kostenfrei unterrichtet.

Stark von Corona betroffen

Corona habe die vom Tourismus abhängige Region hart getroffen, sagt Vereinsvorsitzende Heike Längle. Durch das Ausbleiben der Touristen seien viele Jobs weggebrochen und damit die Lebensgrundlage für Familien. Um die größte Not zu lindern, hat der Verein Anfang des Jahres mehrere Aktionen organisiert, bei denen Lebensmittel verteilt wurden. Längle betont: Jede Spende komme zu 100 Prozent an.

Autor: Nico Roller