Maurer-Misere in Mönsheim: Warum die Gemeinde endlich Klarheit braucht
Mönsheim. Die Unruhe als Konstante: Der Fall um Mönsheims suspendierten Bürgermeister Michael Maurer beschäftigt die Gemeinde seit Jahren. Während manche auf den Ausgang des Verfahrens warten, sehen Kritiker frühere Zweifel bestätigt. Genauer hingeschaut zeigt sich, wie tief der Konflikt inzwischen reicht – und warum Mönsheim vor allem eines braucht: Klarheit.
Ob eine Geschichte polarisiert, merkt man mitunter daran, welche Reaktionen dem PZ-Redakteur ins E-Mail-Postfach flattern. Die Geschichte um Michael Maurer, Mönsheims Bürgermeister, der der Untreue und Bestechlichkeit verdächtigt wird, ist so eine.
Wie Verantwortliche und Bürger vor Ort auf die Misere reagieren könnte mit Blick auf das Geschehene nicht unterschiedlicher sein.
„Bitte haben Sie Verständnis, dass ich zu diesem laufenden Verfahren kein Statement abgeben werde“,
schreibt Bürgermeister-Stellvertreterin Margit Stähle auf PZ-Anfrage.
Seit Beginn der Krise an der Rathausspitze, die mit Maurers Suspendierung einen ersten Höhepunkt erreichte, hielt sie sich bedeckt und machte allenfalls klar, wie wichtig es sei, dass endlich Bewegung in die Sache komme.
Ganz anders hingegen Hans Kuhnle, ehemaliger Gemeinderat der Unabhängigen Bürgerliste Mönsheim und Maurer-Kritiker. Und das quasi ab der ersten Stunde. Er hatte 2022 den damals 25-jährigen Kandidaten auf Unstimmigkeiten bei seiner Berufsbezeichnung angesprochen. Maurer hat sich als Verwaltungswirt ausgegeben, ist aber Verwaltungsfachangestellter. Diesen Fehler hat er eingeräumt, aber nachdem er als Bürgermeister gewählt war, warf ihm Kuhnle ob der irreführenden Berufsbezeichnung eine Täuschung der Wähler vor. Kuhnle hat die Wahl angefochten – erfolglos. Was der Alt-Gemeinderat nun wohl denkt?
„Rückblickend betrachtet hat sich vieles im negativen Sinn bestätigt – das sagten mir auch schon mehrfach viele Mönsheimer Bürgerinnen und Bürger“,
beteuert er.
Was ihn nachdenklich stimme, sei jedoch die Länge des ganzen Verfahrens. Trotz allem leisteten die Mitarbeiter im Rathaus gute Arbeit, attestiert er der Gemeindeverwaltung. Wie er aber gegenüber der PZ betont, soll bei einigen Rathausmitarbeitern der Frust über den suspendierten Rathauschef so groß sein, dass sie hinter vorgehaltener Hand mit dem Gedanken spielen würden, ihren Job an den Nagel zu hängen, sollte Maurer jemals wieder in Mönsheim im Chefsessel in der Gemeindeverwaltung sitzen.
Diese Annahme gehört zwar ins Reich der Spekulation, scheint aber nur schwer vorstellbar. Nicht weil den 30-Jährigen ein Strafprozess erwartet und ein Disziplinarverfahren beim Landratsamt gegen ihn läuft. Ganz einfach deshalb, weil das Tischtuch zwischen ihm und der Gemeinde nach allem, was in den vier Jahren passiert ist, zerschnitten scheint. Die Beziehung Mönsheim und Maurer sie matcht nicht mehr – wenn sie es denn jemals getan hat.
Und dann ist da noch diese eine Mail eines PZ-Lesers, der sich sehnlich wünscht, dass Ruhe einkehrt – was der Gemeinde zu wünschen ist. Er fragt sich, warum man nicht einfach das Verfahren im Dezember abwarte, bei dem Maurer zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Stellung beziehen kann. Die Antwort: Der Fall ist nicht abgeschlossen und beschäftigt die Gemeinde noch immer. Eine Konstante in der Beziehung Mönsheim und Maurer war die Unruhe. Mal wurde sein Auto mit Ketchup beschmiert, als Bürgermeister lag er dann mit Gemeinderäten über Kreuz und ein Disziplinarverfahren wurde gegen ihn eröffnet. Nach Jahren der Polarisierung braucht Mönsheim nun eines: endlich Klarheit.
