Mönsheim
Mönsheim -  17.09.2021
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Mönsheimer Gemeinderat offen für Biotopverbundplan

Mönsheim. „Wir möchten das Netzwerk der Natur wieder schaffen, damit weniger Arten aussterben“, erklärte Anja Gellert, Biotopverbundmanagerin des Landschaftserhaltungsverbands Enzkreis (LEV) den Mönsheimer Räten. Bei verschiedenen Arten komme es heute zu Inselpopulationen, bei denen der genetische Austausch nicht mehr möglich sei. So könnten auf längere Sicht Arten in einzelnen Gebieten durch Inzucht aussterben. Die Zerschneidung der einstmals zusammenhängenden Lebensräume sah sie als Ursache für den Rückgang von Tier- und Pflanzenarten.

Wirbt für natürliche Verbünde, um viele Arten zu erhalten: Anja Gellert, die Biotopverbundmanagerin des Landschaftserhaltungsverbands Enzkreis. Foto: Tilo Keller
Wirbt für natürliche Verbünde, um viele Arten zu erhalten: Anja Gellert, die Biotopverbundmanagerin des Landschaftserhaltungsverbands Enzkreis. Foto: Tilo Keller

„In Baden-Württemberg stehen zwischen 30 und 40 Prozent der Arten auf der Roten Liste“, hob Gellert hervor. „Durch den Biotopverbund soll die Durchgängigkeit wieder hergestellt werden.“ Im Mittelpunkt stünden vor allem Insekten und andere wenig mobile Tiere. Sie führte weiter aus, dass der Biotopverbund bereits 2002 im Bundesnaturschutzgesetz verankert wurde. Baden-Württemberg hat 2015 eine landesweite Fachplanung für einen solchen Verbund ergänzend in das Naturschutzgesetz aufgenommen.

Das Biodiversitätsstärkungsgesetz, das seit Ende Juli 2020 gilt, besagt zudem, dass bis zum Jahr 2030 der funktionale Biotopverbund auf mindestens 15 Prozent des Offenlandes der Landesfläche ausgebaut werden soll. Anhand einer Karte zeigte Gellert, inwieweit Rückzugsflächen für Tiere sowie Verbundflächen, die die Wanderung ermöglichen sollen, in der Region verzeichnet wurden. Die Karte zeigte allerdings nur errechnete Abgrenzungen. Für die genauen Flächen braucht es Planer.

Gellert hob hervor, dass für die Erstellung eines Biotopverbundplans eine Förderung von 90 Prozent möglich sei. Die Gesamtkosten einer entsprechenden Planung schätzte sie auf 40 000 bis 60 000 Euro. Daraus folgende Maßnahmen können mit 70 Prozent gefördert werden, die restlichen 30 Prozent könnten als Ökopunkte genutzt werden. „Man bekommt einen guten Überblick über die Natur und weiß, welche Gebiete ökologisch hochwertig sind“, betonte sie. Durch die Fachplanung stünden außerdem konkrete Maßnahmenkonzepte bereit. Eine Verpflichtung ergebe sich aus der Planung nicht. Möglich sei auch, dass Maßnahmen von Privatpersonen gefördert werden. Teil der Biotopverbundplanung sei neben der Kartierung auch die Öffentlichkeitsbeteiligung, um Bürger und Landwirte von Anfang an mitzunehmen. Bürgermeister Thomas Fritsch beantragte, dass die Gemeinde die Verbundplanung angeht und dabei mit Nachbargemeinden zusammenarbeitet falls möglich. Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu.

Autor: Claudia Keller