Mühlacker
Mühlacker -  13.01.2022
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Alarmplan und Sirenen: So ist die Stadt Mühlacker auf Hochwasser vorbereitet

Mühlacker. Es ist die Zeit des Jahres, in der die Enz wieder ordentlich Wasser führt. Die Hochwasser-Schilder an den Ortseingängen sind bei Bedarf schnell vorbereitet und müssen im Fall der Fälle nur für die Autofahrer gut sichtbar angebracht werden. Aber wie sieht eigentlich Alarmplan der Stadt Mühlacker aus, wenn es zu großflächigen Überschwemmungen kommt oder sich Wassermassen auf der Enz aus Richtung Pforzheim ankündigen?

Steigt der Pegel der Enz, ist im Mühlacker Stadtteil Mühlhausen schnell Land unter – so wie hier im Januar 2018. Archivfoto: PZ
Steigt der Pegel der Enz, ist im Mühlacker Stadtteil Mühlhausen schnell Land unter – so wie hier im Januar 2018. Archivfoto: PZ

Neben einem Alarmplan für Groß- und Waldbrände, Überschwemmungen und Sturmschäden verfügt die Senderstadt über einen eigenen Hochwasseralarmplan. Dieser sieht vor, dass bei einem Enzpegel von 140 Zentimetern in Pforzheim in einem ersten Schritt die Hochwasserschutzmaßnahmen in Lomersheim (Am Wässerle) eingebaut werden. Steigt der Pegel weiter auf 170 Zentimeter an, treten erste Alarmierungen in Kraft. So werden neben dem Tiefbauamt und dem Klärwerk auch die Verwaltungsspitze sowie das Ordnungsamt informiert. Ferner wird der Enzpegel regelmäßig abgefragt sowie gelbe Hinweißtafeln mit dem Begriff „Hochwasser“ aufgestellt. Bei einem Enzpegel von 240 Zentimetern in Pforzheim werden die gelben durch rote Hinweißtafeln ersetzt, die Stadtspitze und das Ordnungs- und Tiefbauamt beraten sich in der Feuerwache, um gegebenenfalls über weitere Maßnahmen zu entscheiden. Parallel dazu würden im Notfall die Gewerbebetriebe in den Ortsteilen Enzberg und Lomersheim über die drohenden Wassermassen informiert.

Die dritte Warnstufe ergibt sich, sollte der Pegel auf eine Höhe von 280 Zentimeter ansteigen. Tritt dieser Fall ein, wird der Arbeitsstab unter der Leitung der Stadtspitze einberufen. Beobachtungsposten sollen kritische Stellen im Blick behalten. Um die Bevölkerung auf die Katastrophe aufmerksam zu machen, werden Lautsprecherdurchsagen veranlasst, im Ortsteil Mühlhausen warnt zusätzlich die einzige in der Stadt verbliebene Sirene. Bei diesem einen Exemplar soll es aber nicht bleiben, wie der Gemeinderat vor geraumer Zeit beschlossen hat.

Wie der städtische Ordnungsamtsleiter Ulrich Saur bestätigt, befinde man sich diesbezüglich derzeit noch in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium in Karlsruhe. Mit einem Sirenenhersteller sei man bereits in Kontakt. Hersteller gebe es allerdings nur wenige, sagt Saur – und diese Unternehmen seien derzeit einer „extremst hohen Nachfrage“ ausgesetzt. Auch die Fördermittel dafür seien begrenzt. Näher eroiert habe man allerdings die Standorte der Sirenen, neuralgische Stellen sei man in der Vergangenheit abgegangen. Noch sei aber nicht klar, auf welches Dach genau man eine solche Warnanlage setze, sagt Saur. Dafür steht die Verteilung grob fest: Die Stadtteile Lienzingen, Großglattbach und Dürrmenz sollen je eine Sirene erhalten, in Lomersheim sind es zwei und in Enzberg zwei bis drei Exemplare. Die Kernstadt soll fünf Anlagen erhalten. Mühlhausen verfügt noch über eine Sirene aus alten Tagen, diese sei laut Saur aber erst vor zwei Jahren ertüchtigt und technisch auf den neusten Stand gebracht worden.

Noch nicht auf dem neusten Stand dagegen ist der derzeitige Alarmplan, der nach dem verheerenden Hochwasser im Jahr 1993 erstellt worden ist. Seit dem hat der Arbeitsstab seine Arbeit erfreulicherweise noch nie aufnehmen müssen. Sobald der Umzug der Feuerwehr in das neue Gebäude am Senderhang über die Bühne gegangen ist, wird der Alarmplan trotzdem auf einen neuen Stand gebracht.

Autor: stä