Mühlacker
Mühlacker -  12.01.2022
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Die schwäbische Seele gestreichelt: Heinrich del Core im Mühlacker Uhlandbau

Mühlacker. Er beherrscht die Kunst, die Komik und den Witz des Alltäglichen ganz entspannt offenzulegen: Heinrich del Core (geboren 1961) ist ein Meister des beobachtenden Humors, der sein Publikum mit seinen Erzählungen und seinem Lächeln schnell und nachhaltig zu erreichen weiß. Im gut besuchten Uhlandbau in Mühlacker präsentierte er am Dienstagabend sein aktuelles Solo-Programm „Glück g’habt“ – und sofort hingen ihm 198 Zuschauer buchstäblich an den Lippen.

„Glück g’habt“, meint der Kabarettist Heinrich del Core. Foto: Frommer
„Glück g’habt“, meint der Kabarettist Heinrich del Core. Foto: Frommer

„Glück g’habt“ ist ein bewusst subjektiver Rückblick auf die Corona-Zeit, auf den letzten Familienurlaub oder auf Sprachbarrieren im Supermarkt und zugleich ein wohliges Streicheln der schwäbischen Seele, etwa, wenn del Core versichert, dass schlicht jeder Satz durch ein rückversicherndes „woisch?“ verschönert werden kann. „Woisch ist magic!“ proklamiert Heinrich del Core und der ganze Saal klatscht begeistert.

Schritt auf die Bühne gewagt

Nein, den aus Rottweil stammenden Comedian und Kabarettisten muss man längst nicht mehr vorstellen. Nicht im Ländle. Im Uhlandbau kennen Heinrich del Core manche sogar noch unter seinem früheren Künstlernamen Heini Öxle. Der sei ihm dann aber doch irgendwann zu bodenständig, zu sehr auf Weinfeste beschränkt gewesen. Tatsächlich ist del Core Quereinsteiger: Den gelernten Beruf des Zahntechnikers hat er im Jahr 2000 an den Nagel gehängt, als er festgestellt habe, dass „man auch von dem leben kann, was aus einem Mund rauskommt“. Auch diese Pointe verfängt beim gesetzten Mühlacker Publikum, das offenbar entsprechende dentale Erfahrungen bestätigen kann.

Ein Höhepunkt im aktuellen Programm del Cores ist die schon zur Tradition gewordene Urlaubsgeschichte. Passend zum Titel „Glück g’habt“ schildert er diesmal einen Mexiko-Urlaub auf der Isla Mujeres: vom Kofferpacken bis zum im Gästezimmer gemeinsam überwältigtem Einbrecher – kontinuierlich gespickt mit witzigen Zitaten aus del Cores Dialog mit seiner Ehefrau. Ein weiterer Höhepunkt ist die in der zweiten Programmhälfte ungemein humorvoll geschilderte Darmspiegelung samt „schwarzer Mamba“.

Mehr soll hier nicht verraten werden, denn wer im Uhlandbau nicht dabei sein konnte, hat am Freitag, 14. Januar, ab 20 Uhr bei der Veranstaltung des Kulturhauses Osterfeld im CongressCentrum Pforzheim die Gelegenheit, Heinrich del Core mit „Glück g’habt“ live zu sehen. Für diese 2G-plus-Veranstaltung sind noch Karten beim Kulturhaus oder an der Abendkasse erhältlich.

www.kulturhaus-osterfeld.de

Autor: Robin Daniel Frommer