Mühlacker
Mühlacker -  03.02.2026
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Einen Monat im Amt: Stephan Retter zieht erste Bilanz als Mühlacker Oberbürgermeister

Mühlacker. Neuer OB, erste Bilanz: Nach vier Wochen im Amt zeigt sich Stephan Retter zufrieden mit seinem Start in Mühlacker – und kündigt weitere Reformen, mehr Bürgernähe und neue Impulse für die Senderstadt an.

Vereidigung Stephan Retter Oberbürgermeister Mühlacker
Stephan Retter darf die Mühlacker Amtskette erst seit seiner offiziellen Amtseinsetzung Mitte Januar tragen. Die Geschicke der Senderstadt lenkt die Geschicke der Großen Kreisstadt bereits seit Anfang des Jahres. Foto: Meyer

Seit dem 1. Januar ist Stephan Retter Oberbürgermeister in Mühlacker und trat damit die Nachfolge von Frank Schneider an, der die Geschicke der Senderstadt zuvor 16 Jahre lang gelenkt hatte. Nach vier Wochen im Amt zieht der Verwaltungschef nun eine erste Bilanz – und zeigt sich zufrieden mit dem Start. „Ich habe mich vom ersten Tag an in Mühlacker willkommen geheißen gefühlt und bin vor allem meinen Kolleginnen und Kollegen im Rathaus sehr dankbar für die herzliche Aufnahme“, lässt sich der 50-Jährige in einer Pressemeldung zitieren. „Die vergangenen vier Wochen waren geprägt von konstruktiver Zusammenarbeit, zahlreichen guten und gewinnbringenden Gesprächen und der schnellen und entschlossenen Umsetzung erster wichtiger Maßnahmen.“

Bereits während seiner Kandidatur im vergangenen Jahr hatte Retter einen 100-Tage-Plan für Mühlacker vorgelegt, der auch konkrete Ziele für den Januar enthielt. Zum Ende seines ersten Monats im Amt sieht der Oberbürgermeister diese Vorgaben erfüllt. Alle im Vorfeld formulierten Erstmaßnahmen seien umgesetzt oder zumindest erfolgreich auf den Weg gebracht worden.

Ein zentrales Vorhaben betrifft die städtischen Finanzen. Wie Retter in der Gemeinderatssitzung am 27. Januar erklärte, sei mit dem Ältestenrat eine schnelle und unbürokratische Einigung zur Bildung einer Haushaltstruktur-Kommission erzielt worden. In dem Gremium sollen neben Mitarbeitenden der Verwaltung jeweils ein Mitglied der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen vertreten sein. Ziel ist es, sich einen umfassenden Überblick über die Finanzlage der Stadt zu verschaffen und darauf aufbauend Vorschläge für mögliche Einsparungen zu erarbeiten. Die Kommission soll bereits in den kommenden Wochen ihre Arbeit aufnehmen.

Auch innerhalb der Verwaltung stößt Retter organisatorische Veränderungen an. Geplant ist die Neuschaffung einer bei der Verwaltungsspitze angesiedelten Stabsstelle „Kommunikation, Wirtschaftsförderung, Ratsarbeit“. In dieser sollen die bisherigen Bereiche Wirtschaftsförderung, Tourismus, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Gemeinderats-Geschäftsstelle gebündelt werden. Ergänzt wird die neue Stabsstelle durch die ebenfalls im 100-Tage-Plan angekündigte Position eines Referenten für die Stadtteile. Die entsprechende Stellenausschreibung wurde Ende Januar veröffentlicht. Parallel läuft ein interner Auswahlprozess für eine feste Ansprechperson für das Ehrenamt.

Verbesserungen kündigt der Oberbürgermeister auch für Bürgerinnen und Bürger an, die Kontakt mit der Stadtverwaltung aufnehmen möchten. Dass dies ihm ein Anliegen ist, hatte Retter bereits im Wahlkampf und vor seinem Amtsantritt angekündigt. Eine neue Dienstanweisung, die derzeit noch intern abgestimmt wird, soll die Erreichbarkeit der Mitarbeitenden deutlich erleichtern. Vorgesehen seien unter anderem eine bessere telefonische Erreichbarkeit durch den Wegfall von Anrufbeantwortern sowie schnellere Rückmeldungen auf E-Mail-Anfragen. Retter betont, dass es sich bei den bisherigen Maßnahmen um erste Schritte handelt. In den kommenden Wochen will der Oberbürgermeister weitere städtische Einrichtungen besuchen und Gespräche mit Verantwortlichen aus Vereinen, Kirchen, Institutionen, Unternehmen und dem Gewerbe führen. Ziel sei es, ein noch besseres Bild von den Bedürfnissen der Senderstadt zu gewinnen und darauf aufbauend Konzepte zur Verbesserung der städtischen Infrastruktur zu entwickeln.

Dass Retter auch neben seinem Amt als OB in Mühlacker angekommen ist und sich dort wohlfühlt, hatte er auch bei seiner Amtseinsetzung Mitte Januar betont. Da er seit Beginn des Jahres eine Wohnung in Dürrmenz hat, sei er nun auch als Bürger offiziell in der Senderstadt gemeldet.