Mühlacker
Mühlacker -  17.03.2026
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Enzberg seit Dienstag zweigeteilt: Sperrung kappt wichtigste Verkehrsverbindung

Mühlacker. Mühlacker. Die Unterführung ist dicht – plötzlich geht im größten Stadtteil nichts mehr ohne lange Umwege. Autofahrer irren durch die Region, selbst Feuerwehr und Rettungsdienst müssen umplanen.

Seit Dienstagmorgen ist die Unterführung auf der Kieselbronner Straße in Enzberg voll gesperrt.
Seit Dienstagmorgen ist die Unterführung auf der Kieselbronner Straße in Enzberg voll gesperrt. Foto: Rose

Seit Dienstagmorgen ist die Kieselbronner Straße in Enzberg voll gesperrt – mit spürbaren Folgen für den größten Mühlacker Stadtteil. Die Unterführung unter der Bahnlinie ist dicht und trennt Enzberg damit faktisch in zwei Hälften. Wer mit dem Auto vom einen Teil in den anderen will, muss nun den Umweg über Mühlacker und Ötisheim nehmen. Grund für die Sperrung sind Bauarbeiten am Bahnhof Enzberg. Die Deutsche Bahn baut seit Ende Januar den Hausbahnsteig in Richtung Pforzheim neu, verlängert ihn und hebt ihn auf 76 Zentimeter an, um ihn für künftige Züge vorzubereiten. Auch der Bahnsteig Richtung Mühlacker wird verlängert, zudem werden Beleuchtung, Beschilderung und Ausstattung erneuert.

Probleme bei Anlieferungen

Schon der Beginn der Sperrung verlief holprig. Ursprünglich sollte die Unterführung bereits am vergangenen Samstag gesperrt werden, dann wurde der Termin kurzfristig auf den Montag verlegt. Der Enzberger Freie-Wähler-Stadtrat Frank Alber hat sich am Montag deshalb selbst ein Bild gemacht, um zu sehen, ob die Unterführung wirklich schon dicht ist.

„Ich bin selbst hingelaufen, weil die Straße noch offen war, obwohl sie eigentlich schon gesperrt sein sollte“, sagt er.

Wie ihm der Bauleiter berichtet habe, seien Probleme bei der Materialanlieferung der Hintergrund für die Verzögerung gewesen. Erst am Dienstagmorgen sei die Straße schließlich geschlossen worden.

Für Alber ist die Situation insgesamt „ein Ärgernis“. Autofahrer würden derzeit „kreuz und quer Richtung Niefern fahren“, weil sie die Sperrung zu spät bemerkten.

„Man kann dann nur noch umdrehen.“ Besonders kritisch sieht er die Beschilderung: „Die ist eine Katastrophe.

Die Schilder sieht man kaum, und in der kurzen Zeit erkennt man die kleine Schrift nicht.“ Das führe zu zusätzlichem Verkehr und Verwirrung im Ort. Zudem steht am Dienstag auch noch eine falsche Angabe zur Dauer der Sperrung auf den Schildern.

Auch Gewerbetreibende spüren die Auswirkungen. „Der Hit-Markt leidet, wenn gesperrt ist – die Kunden aus Kieselbronn und Ötisheim bleiben weg“, sagt Alber. Insgesamt sei die Lage „eigentlich eine Katastrophe“.

Ötisheimer Wehr hilft aus

Die Sperrung hat auch Auswirkungen auf die Einsatzkräfte. „Gut ist das nicht“, sagt Mühlackers Feuerwehrkommandant Matthias Donath. Durch die getrennten Ortsteile komme es zu einem Zeitverlust für die Enzberger Feuerwehrleute von etwa fünf Minuten, die teils erschwert zum Gerätehaus gelangen.

Um das auszugleichen, wird die Feuerwehr Ötisheim bei Einsätzen im hinteren Enzberger Bereich mit alarmiert. Gleichzeitig wird die Alarmstufe in Mühlacker angepasst. „Wir kompensieren das so gut wie möglich“, sagt Donath. Auch Rettungsdienst und Notarzt seien informiert, die Abläufe über die Integrierte Leitstelle in Pforzheim abgestimmt.

Die Vollsperrung der Kieselbronner Straße dauert nach Angaben der Stadt noch bis zum 23. März, 21 Uhr. Eine Umleitung über Ötisheim ist eingerichtet. Es ist die dritte und letzte von drei Vollsperrungen seit dem Beginn der Bauarbeiten am Bahnhof Enzberg. Zwischenzeitlich war die Unterführung auch schon halbseitig gesperrt gewesen.

Für Busfahrgäste gibt es ebenfalls Einschränkungen: Mehrere Haltestellen in Enzberg entfallen während der Bauphase ersatzlos. Hierzu zählen die Haltestellen „Villa Rustica“, „Dorfwiesenstraße“ und „Ludwig Thoma Straße“ in Enzberg sowie die Haltestellen „Pforzheimer Straße“ für die Buslinie 701.