Mühlacker
Mühlacker -  24.10.2026
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Er wollte Mühlackers OB werden – jetzt durfte Stadtrat Hagenbuch zumindest mal probesitzen

Mühlacker. Vor rund einem Jahr ist Ulrich Hagenbuch bei der Oberbürgermeisterwahl in Mühlacker gescheitert. Nun hat es der Freie Wähler doch noch auf den Chefsessel geschafft – zumindest für wenige Minuten.

Eine Kolumne von PZ-Redakteur Johannes Rose

Manchmal braucht es in der Politik einen langen Atem. Manchmal reichen aber auch Tagesordnungspunkt 17 und ein paar befangene Stadträte. Der Lomersheimer Ulrich Hagenbuch wollte vor rund einem Jahr neuer Oberbürgermeister von Mühlacker werden. Etwa 18,5 Prozent der Stimmen waren dafür zu wenig. Am Dienstagabend hat es der Freie Wähler nun doch auf den OB-Sessel geschafft. Ganz ohne Wahlkampf. Bei der Entlastung von Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Stadtbau – eigentlich reine Formsache – mussten zahlreiche Ratsmitglieder wegen Befangenheit den Tisch verlassen. Auch OB Stephan Retter und Bürgermeister Armin Dauner räumten ihre Plätze und fanden sich auf den Zuhörerrängen wieder.

Weil das Ratsgremium ohnehin nicht vollzählig war, übernahm Hagenbuch kurzerhand die Sitzungsleitung. Fraktionskollege Zeljko Schuhmacher zückte prompt das Handy. So ein Moment gehört schließlich festgehalten. „Es hat mir Freude bereitet, einmal als OB-Vertreter auf der anderen Seite zu sitzen und die Sitzung zu leiten“, sagte Hagenbuch der PZ. Nach so vielen Jahren im Gemeinderat sei das ein schöner Moment gewesen. Das Erinnerungsfoto kommentierte er augenzwinkernd mit „Teilzeit-OB“. Und wie es sich für eine solche Kurzzeitkarriere gehört, fiel auch die Ausstattung des neuen Amtes recht überschaubar aus. Keine Amtskette, kein Dienstwagen, kein eigenes Büro. Aber immerhin: Hagenbuch hat es doch noch auf den Chefsessel geschafft. Wenn auch nur bis zu Tagesordnungspunkt 18.