Mühlacker
Mühlacker -  10.05.2026
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Mehr als 1000 Sportler aller Altersklassen: Neues Konzept bringt neuen Schwung in den Mahle-Lauf

Mühlacker. Auf den letzten Metern erhalten die Läufer kräftigen Applaus, oft kombiniert mit Anfeuerungsrufen und lautem Jubel. Viele setzen zum Sprint an, um auf der Uhr noch ein paar Millisekunden rauszuholen. Nach dem Überqueren der Ziellinie erhält jeder eine Medaille, denn beim Mahle-Lauf ist jede Leistung wertvoll. Über 1000 Sportler aller Altersklassen sind am Samstag an den Start gegangen: vom Kleinkind bis zum Senior. Zum ersten Mal nicht mehr in der Stadtmitte vor dem Rathaus, sondern im Käppele-Stadion.

Die Feuerwehr aus Mühlacker läuft in voller Montur. Die Kameraden wollen damit auf ihre Arbeit aufmerksam machen und neue Lebensretter gewinnen.
Die Feuerwehr aus Mühlacker läuft in voller Montur. Die Kameraden wollen damit auf ihre Arbeit aufmerksam machen und neue Lebensretter gewinnen. Foto: Nico Roller

„Wir haben hier einfach viel mehr Platz“, sagt Annette Albers, die den Lauf mit ihrem Team organisiert. Am Ende zieht sie ein positives Fazit, auch zum neuen Konzept, das die Gemeinschaft noch mehr in den Fokus rückt: in Form eines Team-Marathons, bei dem die Läufer mindestens zu viert, höchstens zu acht insgesamt 16 Runden von je 2,6 Kilometer zurücklegen. Einzelwertungen über 5,2 und 10,4 Kilometer gibt es weiterhin, allerdings ebenfalls auf der neuen Strecke, die weitgehend durch die Enzgärten führt.

Obwohl die Anmeldezahlen etwas niedriger sind als im Vorjahr, zeigt sich Albers hochzufrieden, vor allem wegen der positiven Resonanz, die sie von Stadt und Teilnehmern erhalten hat. Nach dem Lauf will sie schauen, was sich für das kommende Jahr noch optimieren lässt. Wenn es nach ihr geht, soll es auf jeden Fall ein nächstes Mal geben:

„Wir hoffen, dass uns Mahle weiterhin unterstützt und der Lauf eine Zukunft hat.“

Das hoffen auch viele der Teilnehmer. Für Sara Rufenach, Susi Thierer und Nadja Rossmann steht fest: „Wir machen nächstes Jahr wieder mit.“ Die drei gehören zum TV Mühlhausen, der mit zwei Vierer-Teams antritt, zudem mit einigen Einzelstartern und Nachwuchsathleten bei den Bambini- und Jugendläufen. Grundsätzlich gefällt ihnen das neue Konzept gut, mit einer kleinen Ausnahme: Dass bei den Klassenmarathons nur die Gesamtzahl der gelaufenen Runden zählt, halten sie nicht für motivierend, weil große Klassen dadurch automatisch einen Vorteil haben. Für alles andere gibt es von Rufenach, Thierer und Rossmann viel Lob, vor allem für die Atmosphäre:

„Wir sind richtig gut angefeuert worden.“

Von einer guten Stimmung berichtet auch das achtköpfige Team der freiwilligen Feuerwehr, das in voller Montur gelaufen ist: mit der Schutzkleidung, in der es bei Einsätzen brennende Häuser betritt. Mit ihrer Teilnahme wollen die Floriansjünger auf sich aufmerksam machen, um neue Mitglieder zu gewinnen. „Einfach montagabends zur Übung vorbeikommen“, sagt Max Geigle, der das Ganze als Teamkapitän organisiert hat. Unter ihren Uniformen ist es für ihn und seine Kameraden zuerst warm geworden, dann feucht und nach dem Ausziehen etwas kalt, weil der Schweiß im Wind getrocknet ist. Geigle findet, dass die Feuerwehr mit fünf Stunden und 35 Minuten eine „ganz gute Zeit“ abgeliefert hat. Wobei er sicher ist, dass noch mehr gegangen wäre mit der leichteren Uniform zur Bekämpfung von Waldbränden, die bald geliefert werden soll. „Dann sind wir noch mal zwei Minuten schneller.“

Mit der Teilnahme am Mahle-Lauf wollen die Feuerwehrleute den Teamgeist stärken, die Kameradschaft jenseits des Feuerwehrdiensts pflegen und zeigen, wie wichtig Zusammenhalt und körperliche Fitness sind. Im Ziel werden die Feuerwehrmänner mit Jubel empfangen. Ebenso der Enzberger Musikverein, der „einfach aus Spaß“ dabei ist. „Als es hieß, dass der Lauf stattfindet, haben wir uns sofort angemeldet“, erzählt Martin Speer. Der stellvertretende Vorsitzende gehört zu einem Achter-Team mit Teilnehmern von „elf bis 29 plus“, von denen einige in der Vergangenheit beim Zehn-Kilometer-Lauf angetreten sind. Er sieht im Mahle-Lauf eine gute Gelegenheit, abseits des Musizierens gemeinsam etwas zu unternehmen. Zumal der Verein ohnehin eine Gruppe hat, die sich in der Freizeit gern zum Laufen trifft.

Das waren die Sieger-Teams des diesjährigen Mahle-Laufs in Mühlacker:

Vierer-Teams: 1. Kieselmann (02:58:37), 2. Assmus-Athletics.de (03:07:16), 3. TSV Mühlhausen/Enz 1 (03:10:56).

Fünfer- bis Achter-Teams: 1. Restaurant Krauth, LaserOne, Taekwondo Mühlacker (03:29:38), 2. J1 (03:34:51), 3. Die Macher*innen (03:43:51).

Zehn Kilometer: schnellster Mann Nicolas Pyrtek (Die Macher*innen) mit 38:37, schnellste Frau Valerie Reetz (Handtuchmafia) mit 45:39.

Fünf Kilometer: schnellster Mann Oliver Welz mit 19:32, schnellste Frau Berit Kremer (Enzland Festival) mit 21:46.