Nach 17 Jahren am Ziel: Autozentrum Dobler sichert sich Lidl-Gelände in Mühlacker
Mühlacker. Mit dem Kauf des 5700 Quadratmeter großen Geländes wächst der Standort auf insgesamt 27.000 Quadratmeter. Geschäftsführer Hans Herrmann spricht von einer „riesigen Chance“ für das Unternehmen und für Mühlacker.
Siebzehn Jahre hat Hans Herrmann auf diesem Moment hingearbeitet. Mehrfach schien der Kauf greifbar – und scheiterte doch an unterschiedlichen Umständen. „Aber es gab nie einen Zweifel, dass es irgendwann funktioniert“, sagt der Geschäftsführer des Autozentrums Dobler. Jetzt ist es so weit: Das Unternehmen hat das 5700 Quadratmeter große, derzeitige Lidl-Gelände an der Industriestraße erworben. Der Kaufvertrag wurde am 23. Februar unterzeichnet.
Mit der zusätzlichen Fläche wächst das Gesamtareal des Autozentrums auf rund 27.000 Quadratmeter an. Für Herrmann ist das mehr als nur eine Expansion. „Das ist eine riesige Chance für uns – und für den Standort Mühlacker.“
Konkrete Baupläne gibt es allerdings noch nicht. Stattdessen steht eine grundlegende Neuordnung des gesamten Areals an.
„Wir machen eine Gesamtüberarbeitung“, sagt Herrmann.
Man wolle sich in den kommenden Monaten intensiv anschauen, wo welche Funktionen künftig am sinnvollsten untergebracht werden können – auch mit Blick auf die beiden Straßenseiten.
Noch ist der Lidl-Markt an der Industriestraße in Betrieb. Er wird jedoch auf das ehemalige Areal des früheren Toom-Baumarkts umziehen. Dieser hatte sich Ende 2025 nach einem Franchise-Wechsel zu OBI auf der Ziegelhöhe angesiedelt und hat seit Anfang des Jahres geöffnet. Der bisherige Baumarkt an der Industriestraße soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Baubeginn ist für dieses Jahr vorgesehen. Mit dem Umzug wird das bisherige Lidl-Gelände frei und steht dem Autozentrum zur Entwicklung zur Verfügung.
Für Herrmann ergibt sich dadurch eine Perspektive, die seit Jahren dringend gebraucht wird. Mehr als 20.000 Werkstattaufträge werden jährlich abgewickelt. Hinzu kommen rund 70 Mietwagen, für die bislang ebenfalls Flächen organisiert werden müssen. „Wir stehen an verschiedenen Stellen mit Autos in der Stadt. Das muss alles auf einen Platz“, sagt Herrmann. Zusätzliche Werkstattkapazitäten seien ebenso erforderlich wie klare Strukturen für Service und Logistik.
Frühestens gegen Ende des Jahres werde absehbar sein, wie die konkrete Entwicklung aussieht. „Im Herbst schauen wir, wie weit wir sind. Wir müssen das Ganze fundiert angehen.“ Mit der zusätzlichen Fläche zählt das Autozentrum nach eigenen Angaben zu den größten automobilen Handels- und Servicestandorten zwischen Stuttgart und Karlsruhe.
Ob das Autozentrum künftig eine weitere Marke ins Portfolio aufnimmt, ist noch offen.
„Es gibt viele Hersteller, die in Deutschland präsent sein wollen“, sagt der Geschäftsführer.
Alles Weitere dazu stelle sich in den kommenden Monaten heraus.
Derzeit vertritt das Autozentrum die Marken Volkswagen, Audi, Skoda, Seat- und Cupra Service sowie Volkswagen Nutzfahrzeuge. Das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 160 Mitarbeiter. Neue Arbeitsplätze sollen im Zuge der Erweiterung entstehen. Da der Betrieb momentan 28 Auszubildende zählt, „passt das zeitlich gut rein“.
Der Gedanke an eine Erweiterung begleitet das Unternehmen seit Jahren. Zwischenzeitlich habe es sogar Überlegungen gegeben, am Ende der Industriestraße auf einer Wiese neu zu bauen. „Das hat sich zerschlagen.“ Der Fokus blieb auf dem bestehenden Standort. Dass es nun gelungen ist, die direkt angrenzende Fläche zu sichern, sei auch dem gleichgerichteten Interesse aller Beteiligten zu verdanken. „Ich habe nicht nachgelassen“, sagt Herrmann – trotz mancher Rückschläge. Auch die Stadt unterstütze das Vorhaben. Die Freude im Unternehmen sei groß. „Nach so einer langen Zeit zweifelt man schon manchmal.“
Der frühere Lidl-Markt war vor rund 25 Jahren an der Industriestraße entstanden. Nach dessen Umzug eröffnet sich nun die Möglichkeit, den gewachsenen Standort neu zu strukturieren.
