Neue Phönix-Kabinen, Kelter und Rathaus: In Lomersheim geht’s voran – doch nicht überall
Mühlacker. Im Mühlacker Stadtteil bewegt sich einiges: Projekte sind umgesetzt, andere ziehen sich – und an manchen Stellen drängt die Zeit.
Am Marktplatz wird bald wieder der Maibaum gestellt, wenige Meter weiter glänzt die sanierte Turn- und Festhalle – und doch zeigt ein Rundgang mit Freie-Wähler-Stadtrat Ulrich Hagenbuch: Lomersheim steckt mitten in einem Prozess, der noch längst nicht abgeschlossen ist.
Ein Schlüsselprojekt ist die frühere Enztalbank in der Ortsmitte. Das Gebäude ist inzwischen gekauft, auch wenn sich der Vollzug wegen der Haushaltslage verzögert hat. Künftig soll dort die Verwaltungsaußenstelle einziehen, auch die Kinderbibliothek könnte hier eine neue Heimat finden. Das bisherige Rathaus wird laut Hagenbuch von einem privaten Investor saniert werden, um Wohnraum zu schaffen. „Ich bin bester Dinge, dass das ein Schmuckstück wird.“ Eine aufwendige Umgestaltung des Marktplatzes hat der Gemeinderat dagegen verworfen. „Das wäre sehr teuer geworden, ohne dass es notwendig ist“, sagt Hagenbuch. Der Platz bleibt funktional – und wird bereits belebt: Beim Maibaumstellen am 25. April kann erstmals auch das neue Verwaltungsgebäude genutzt werden.
Alte Kelter unter Druck
Großer Handlungsbedarf besteht hingegen an der historischen Kelter. Das rund 400 Jahre alte Gebäude ist für Hagenbuch „das letzte ortsbildprägende Gebäude“ in diesem Bereich – und zugleich ein Sorgenkind. Die Fassade ist in die Jahre gekommen, Balken sind angegriffen, das Tor muss erneuert werden. Vor allem aber fehlt ein zweiter Rettungsweg.
„So ist die Nutzung auf Dauer schwierig“, sagt Hagenbuch.
Dabei ist die Kelter alles andere als ein Auslaufmodell. Seit 2008 wird sie vom Heimatverein betrieben, der inzwischen fast 100 Mitglieder zählt. Der Betrieb läuft gut, zuletzt wurde sogar in eine moderne Saftanlage investiert. Umso dringlicher ist aus Sicht Hagenbuchs die Sanierung. Der Gemeinderat hat entsprechende Maßnahmen beschlossen, Fördermittel sind vorgesehen. „Jetzt müssen sie auch abgerufen werden“, betont er.
Ein echtes Vorzeigeprojekt ist dagegen die Turn- und Festhalle. Rund fünf Millionen Euro hat die Stadt investiert – und bewusst auf Sanierung statt Neubau gesetzt. „Das ist eine richtig gelungene Lösung“, sagt Hagenbuch. Die Halle ist hell, barrierefrei und bietet Platz für bis zu 400 Menschen. Sie wird intensiv genutzt, auch von Vereinen und Seniorensport.
Ganz anders stellt sich die Situation bei den Fußballern des TSV Phönix dar. Die provisorischen Container als Umkleiden stehen weiterhin – obwohl der Bedarf seit Jahren bekannt ist. Geplant ist ein Neubau mit Umkleiden und Duschen zwischen den beiden Plätzen. Die Baugenehmigung liegt seit Februar vor, doch die Umsetzung hängt an Ausgleichsmaßnahmen im Hochwasserschutzgebiet. „Das zieht sich viel zu lange“, kritisiert Hagenbuch.
Immerhin: Die Fläche ist inzwischen abgesteckt, erste Arbeiten haben begonnen. Perspektivisch soll hier ein modernes Sportareal entstehen, ergänzt durch Photovoltaik auf dem Dach. Ziel ist eine Fertigstellung zur Rückrunde 2027. Bis dahin müssen Spieler und Verantwortliche weiter mit der Übergangslösung leben – die zudem laufende Kosten verursacht.
„Noch nicht am Ziel“
Auch am Enzkindergarten soll es nach längerer Verzögerung vorangehen. Ein neues Dach ist geplant, nachdem die Sanierung zuletzt ins Stocken geraten war. Die Einrichtung ist für den unteren Ortsteil von zentraler Bedeutung.
Ein wichtiger Stabilitätsfaktor bleibt die Nahversorgung: Dass der „nah und gut“-Markt erhalten werden konnte, bewertet Hagenbuch als großen Gewinn. „Das ist ein echter Luxus – gerade mit der Postfiliale.“ Trotz aller Fortschritte sieht der Stadtrat noch Potenzial. Vor allem private Eigentümer könnten aus seiner Sicht mehr investieren.
„Lomersheim ist heute schon eine Oase“, sagt Hagenbuch.
„Aber wir sind noch nicht am Ziel.“
