Neuer Naturkindergarten für Enzberg: Gemeinderat reagiert auf Platzmangel
Mühlacker. In Enzberg fehlen Dutzende Kindergartenplätze – nun soll ein Naturkindergarten helfen. Die Einrichtung mit 20 Plätzen startet im September 2026.
Der Bedarf ist hoch, die Wartelisten sind lang – und zumindest ein Teil der Lösung steht nun fest: In Enzberg soll ein Naturkindergarten entstehen. Bereits zum September 2026 fehlen im Stadtteil 46 Kindergartenplätze für Kinder über drei Jahren. Ein Jahr später wird die Lücke laut Prognose immer noch bei 37 Plätzen liegen. Vor diesem Hintergrund hat der Mühlacker Gemeinderat am Dienstag einstimmig die Einrichtung einer Naturkita beschlossen. Der Start ist für September 2026 vorgesehen. Träger der neuen Einrichtung soll die co.natur gGmbH aus Weissach werden.
Geplant ist eine eingruppige Einrichtung mit bis zu 20 Plätzen, die mit täglich sieben Stunden Betreuungszeit betrieben werden soll. Damit liegt sie über dem üblichen Umfang von Naturkindergärten. Sie soll auf zwei städtischen Wiesengrundstücken am Waldrand hinter dem Enzberger Friedhof entstehen. Die Lage gilt aus Sicht der Verwaltung als geeignet, auch weil die bestehenden Parkplätze am Friedhof für Bring- und Abholzeiten genutzt werden können. Im Gremium stellte Geschäftsführerin Evelyn Quass das Konzept ihres Unternehmens vor. Die co.natur gGmbH betreibt nach eigenen Angaben bereits neun Naturkindergärten in der Region – unter anderem in Heimsheim, Niefern-Öschelbronn, Wiernsheim und zuletzt auch in Kieselbronn.
Die Dringlichkeit ergibt sich nicht nur aus der aktuellen Situation, sondern auch aus der Entwicklung im Stadtteil. Durch neue Baugebiete – etwa „Südlich der Hartfeldschule“ – ist mittelfristig mit weiter steigenden Kinderzahlen zu rechnen. Die bestehenden Einrichtungen „Pusteblume“ und „Regenbogen“ stoßen bereits an ihre Grenzen, Erweiterungen sind dort kaum möglich.
Im Gemeinderat wurde das Vorhaben entsprechend einhellig unterstützt. Für die Freien Wähler sagte Fraktionschef Rolf Leo: „Wir freuen uns auf einen weiteren Träger. Das Konzept überzeugt uns. Die Eltern in Enzberg warten dringend.“ Bei der Suche nach einem Träger hatte die Verwaltung zunächst Gespräche mit bestehenden Partnern geführt, diese sagten jedoch ab. Erst mit der co.natur gGmbH konnte schließlich ein Anbieter gewonnen werden.
Der nun beschlossene Fördervertrag ist zunächst auf drei Jahre befristet. In diesem Zeitraum soll Klarheit über den weiteren Bedarf an Kindergartenplätzen in Enzberg geschaffen werden. Eine Besonderheit: Während der Laufzeit übernimmt die Stadt die ungedeckten Betriebskosten vollständig. Grundsätzlich ist für den Betrieb mit jährlichen Zuschüssen von rund 200.000 Euro zu rechnen. Parallel dazu passte der Gemeinderat auch die Zuschussverträge für bestehende Naturkindergärten an, um alle Träger künftig gleich zu behandeln.
Auch die Investitionskosten sind überschaubar. Für Bauwagen, Ausstattung und Außenanlagen sind einmalig rund 166.500 Euro eingeplant. Klar ist aber schon jetzt: Die neue Einrichtung kann die Lücke nur teilweise schließen – weitere Lösungen für die Kinderbetreuung in Enzberg werden folgen müssen.
