Rückenwind aus Stuttgart auch für Verein Araneus
Mühlacker. Nach über zehn Jahren Vorarbeit gibt es nun eine stetige, institutionelle Förderung für Naturschutzzentren im Land – und damit auch für den Verein Araneus aus Mühlacker, der sich seit 1994 für die Bildung von Kindern und Erwachsenen im Bereich Natur- und Artenschutz einsetzt. „Das ist ein Befreiungsschlag für unsere Arbeit,“ freut sich Klemens Köberle, der den Verein gemeinsam mit seiner Frau Sabine Pörner und fünf weiteren Kollegen gegründet hatte. Araneus betreibt neben fünf Waldkindergärten unter anderem auch die Ausbildung von Naturparkführern sowie die „Naturschule Stromberg“ in Ötisheim, die Anlaufstelle für Klassenfahrten und Ferienfreizeiten ist.
Der Verein erhält nun jährlich bis zu 125.000 Euro, die er für Personal und Rücklagen für die Naturschule ausgeben kann. Insgesamt stehen 2026 landesweit fünf Millionen Euro Förderung zur Verfügung.
Dieser Tage trafen sich Grünen-Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann (Enzkreis) und Landtagsabgeordneter Markus Rösler, finanzpolitischer und naturschutzpolitischer Sprecher der Fraktion, mit Vertretern des Vereins Araneus in deren Naturschule in Ötisheim.
Toto-Lotto-Gelder
Rösler, Mitglied für die Grünen im Aufsichtsrat von Toto-Lotto sowie Initiator einer seit 30 Jahren einmaligen Umschichtung von Geldern aus Toto-Lotto-Mitteln in Höhe von insgesamt 28 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke, zeigte sich beeindruckt davon, was der Verein alles auf die Beine stellt: „Hier wird mit Herz und sehr vielen guten Ideen an dem Erhalt der Artenvielfalt und unserer Naturlandschaft gearbeitet. Das honoriert das neue Förderprogramm endlich.“ Auch andere gemeinnützige Zwecke wie Katastrophenschutz, Denkmalpflege, Suchtberatung und Kultur profitieren von der Umschichtung, für die sogar zwei Gesetze geändert werden mussten. Und Seemann ergänzt: „Für den Enzkreis ist die Arbeit von Araneus unerlässlich und die Förderung damit ein echter Gewinn.“
Für Mittel gekämpft
„Diese Förderung ist auch deswegen so einmalig, weil es sich nicht um Steuergelder handelt. Das ist relevant, weil die Förderung so nicht durch Einsparauflagen des Finanzministeriums in schlechten oder guten Jahren gekürzt werden darf und auch daher den rund 70 Naturschutzzentren im Land gesichert dauerhaft zur Verfügung steht. Das waren sehr dicke Bretter, die wir da bohren mussten“, erzählt er. Der Aufwand aber habe sich gelohnt, zeige der Fördertopf genau, wo die Grünen im Naturschutz hinwollen: Nachhaltigkeit, auch in der Finanzierung, sichere Orte wie die Naturschule ab – und damit Umweltbildung für Kinder und Jugendliche.
Dass diese Art der Bildung nah an den Interessen der Kinder liegt, zeigt sich immer wieder an den Klassen, die in der Naturschule übernachten: Ob mit der Fotofalle im Wald, deren Bilder morgens via Smartphone angeschaut werden können oder bei einem Drohnenflug, auf dem kleine Objekte auf der vereinseigenen Streuobstwiese aus der Vogelperspektive entdeckt werden müssen; spätestens, wenn es um Tiere geht, sind alle gespannt dabei.
Nachdem der Enzkreis seine Förderung für die Arbeit des Araneus 2024 aus Spargründen hatte auslaufen lassen, bringt die neue Landesförderung nun Planbarkeit in den Betrieb des Vereins. Die könne man auch gut gebrauchen, so Köberle, der gemeinsam mit seinem Team noch ganz viele Ideen umsetzen möchte.
