Mühlacker
Mühlacker -  16.07.2026
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So rasant wächst Mühlackers neuer Stadtteil auf der Ziegelhöhe

Mühlacker. Wo Anfang des Jahres noch Fundamente zu sehen waren, ragen heute die ersten Gebäude in die Höhe. Craiss, Seniorenzentrum und die „Grüne Mitte“ prägen das neue Quartier – beim Lebensmittelmarkt gibt es ebenfalls Neuigkeiten.

Mühlacker Ziegelhöhe Baufortschritt
Die Ziegelhöhe verändert ihr Gesicht: Das Verwaltungsgebäude der Firma Craiss (rechts) und das Seniorenzentrum (links) wachsen sichtbar in die Höhe. Foto: Röhr

Drei Kräne drehen sich über dem neuen Verwaltungsgebäude der Firma Craiss. Gleich daneben wachsen unter zwei weiteren Kränen die Gebäude des Seniorenzentrums Stockwerk für Stockwerk in die Höhe. Zwischen den Baustellen schlagen die im Frühjahr gepflanzten Bäume der „Grünen Mitte“ inzwischen erste Blätter aus. Wer heute über die Ziegelhöhe fährt, erkennt sofort: Aus der Großbaustelle wird Schritt für Schritt ein neuer Stadtteil.

Seit dem offiziellen Baustart Ende 2023 hat sich auf dem rund 20 Hektar großen Areal nördlich der Bahngleise viel verändert. Während zunächst Erschließungsarbeiten, Straßen und Leitungen das Bild bestimmten, prägen inzwischen die Großbauten am Anfang die Silhouette des neuen Quartiers.

Großer Fortschritt

Den deutlichsten Sprung hat in den vergangenen Monaten das neue Verwaltungsgebäude der Firma Craiss gemacht. Anfang des Jahres ragten dort vor allem Fundamente und erste Betonteile aus dem Boden. Inzwischen wächst der Rohbau sichtbar in die Höhe. Gleich drei Kräne – ein großer und zwei kleinere – sind auf der Baustelle im Einsatz. Künftig sollen dort unter anderem die Zulassungsstelle des Landratsamts, das Jobcenter und die Erziehungsberatung untergebracht werden.

Nur wenige Meter entfernt schreitet auch der Bau des Seniorenzentrums der Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg (GSW) voran. Von außen ist inzwischen deutlich zu erkennen, wie der Gebäudekomplex Form annimmt. Sämtliche Geschosse stehen bereits, zwei Kräne arbeiten weiter an der Fertigstellung. Das rund 30 Millionen Euro teure Projekt soll künftig ein Pflegeheim, eine Tagespflege sowie Miet- und Eigentumswohnungen für ältere Menschen umfassen.

Zwischen den Großbaustellen verändert sich auch das Bild der „Grünen Mitte“. Die 385 Bäume, die erst im Frühjahr gepflanzt wurden, schlagen inzwischen aus und verleihen dem neuen Quartier erstmals einen grünen Charakter. Der rund 600 Meter lange Grünzug bildet das Rückgrat der Ziegelhöhe und soll künftig die verschiedenen Bereiche des neuen Stadtteils miteinander verbinden.

Planungen für Quartiersplatz

Während die Bauarbeiten weiterlaufen, ist der OBI-Baumarkt längst im Alltag angekommen. Er war Anfang des Jahres der erste große Betrieb, der auf der Ziegelhöhe eröffnete. Direkt daneben entstand ein Bürogebäude, das ebenfalls von der Familie Kirschbaum errichtet wurde. Nach Angaben vom Denis Kirschbaum sind inzwischen rund 70 Prozent der Büroflächen vermietet. Derzeit stehen noch drei Mieteinheiten zur Verfügung.

Mitten im neuen Quartier soll künftig der Gerhard-Knapp-Platz entstehen. Er bildet das Herzstück des neuen Stadtteils und soll als Treffpunkt für Bewohner aller Generationen dienen. Geplant sind zahlreiche Bäume, Sitzgelegenheiten, eine große Freitreppe, barrierefreie Rampen sowie Flächen für kleinere Veranstaltungen oder Sommerfeste. Der Platz verbindet künftig die geplante Kindertagesstätte mit dem benachbarten Seniorenzentrum. Planung und Bau übernimmt die Hofkammer, anschließend geht der Platz an die Stadt über. Eigentlich hätte der Gemeinderat bereits Ende Juni über den Vorentwurf beraten sollen. Weil die Diskussion um die Zukunft der maroden Tiefgarage deutlich mehr Zeit als geplant in Anspruch nahm, wurde der Tagesordnungspunkt jedoch vertagt. Nun soll sich zunächst der Ausschuss für Umwelt und Technik nach der Sommerpause mit den Plänen befassen.

Etwas langsamer geht es dagegen beim geplanten Lebensmittelstandort voran. Nach Angaben der Stadt werden inzwischen getrennte vorhabenbezogene Bebauungspläne für Aldi und Edeka vorbereitet. Der Entwurfsbeschluss soll nach der Sommerpause erfolgen, der Satzungsbeschluss könnte spätestens im ersten Quartal 2027 gefasst werden. Hintergrund sind unter anderem umfangreiche Abstimmungen, nachdem der ursprüngliche Investor ausgestiegen war.