Mühlacker
Mühlacker -  19.08.2026
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SommerevEnz in Mühlacker eröffnet: Musikalische Zeitreise an der stillen Enz

Mühlacker. „In Mühlacker gibt’s genug – vor allem an Kultur“, befand Oberbürgermeister Stephan Retter bei der Eröffnung der diesjährigen SommerevEnz. „Und die nächsten zwölf Tage vergessen wir hier die stille Enz und lassen es richtig krachen.“ Gesagt, getan: Trotz Regen blieb der neue OB bis zum Schlussakkord, der langjährige Festwirt Frank Veit wurde unter großem Beifall verabschiedet und Event-Manager Rolf Watzal packte seine ureigene Überraschung aus: Grönemeyers Hymne an Bochum sang er mit neuem Text: „Tief im Südwesten, wo der Sender verstaubt“.

Isabelle, Sonja, Uschi und Melli (von links) aus Mühlacker und Umgebung – imregensicheren Festzelt.
Isabelle, Sonja, Uschi und Melli (von links) aus Mühlacker und Umgebung – imregensicheren Festzelt. Foto: Frommer

Danach übernahm die Band „For Life“ die Bühne und entführte die ersten, noch unter sieben Schirmen und im Festzelt versammelten Konzertgäste schnurstracks in die Klangwelt der Swinging Sixties. Das erste Set von For Life – Reiner Müller (Gesang und Gitarre), Martin Peuthert (Schlagzeug und Gesang), Erich Löschmann (Gitarre und Gesang) und Tim Löschmann (Bass, Keyboards und Gesang) – schwelgte somit in musikalischen Erinnerungen, die andernorts nur noch selten zu hören sind: „Sunny Afternoon“ (Kinks, 1966), „Help Me Rhonda“ (Beach Boys, 1965), „Happy Together“ (The Turtles, 1967), „Do Wah Diddy“ (Manfred Mann, 1964), „Summer In The City“ (Lovin‘ Spoonful, 1966), „Gimme Some Lovin‘“ (Spencer Davis Group, 1966), „The Ballad Of John And Yoko“ (Beatles, 1969), „Cotton Fields“ (Creedence Clearwater Revival, 1969) und Roy Orbisons langlebigen Signature Song „Oh, Pretty Woman“ von 1964.

Die Leadvocals teilten sich die routinierten Bandmitglieder in stetigem Wechsel – so präsentierten sie die bewährten Titel mit jeweils passender individueller Klangfarbe und hörbarem Spaß. Erste Konzertgäste schwoften vor der Bühne.

Ab dem zweiten Set kamen auch die Gäste der Band ins Spiel: Harald Schick gab „Boat On The River“ (Styx, 1979) und „Oh, Julie“ (Shakin‘ Stevens, 1982) mit seinem Akkordeon eine ganz eigene, urwüchsige Prägung – abgesehen vom musikalischen Zeitsprung in die Seventies und Eighties. Die For Life-Kernmannschaft zelebrierte mit „Davy’s On The Road Again“ (Manfred Mann, 1978) und „Sweet Home Alabama“ (Lynyrd Skynyrd, 1974) weitere zupackende Lieblingstitel des inzwischen auf 500 Zuhörer angewachsenen regenresistenten Publikums. Mit glanzvollen Zuckerbäcker-Soli und Fill-Ins zu „It’s Raining Again“ (Supertramp, 1982) und „Diana“ (Paul Anka, 1958) schaltete sich auch der zweite musikalische Gast – Hans Draskowitsch (Altsaxophon) – von Applaus begleitet ins weitere Bühnengeschehen ein.

Doch damit nicht genug: Songs mit höherer Schlagzahl folgten, beispielsweise der fast vergessene Titel „My Friend Jack“ (The Smoke, 1967), „Keep On Running“ (Spencer Davis Group, 1965) und „Satisfaction“ (Stones, 1965) – spätestens jetzt zeigten an der stillen Enz so gut wie alle Mundwinkel nach oben. Zum Finale mit „Hey Jude“ (Beatles, 1968) war auch Saxophonist Hans Draskowitsch wieder akustisch wie optisch präsent. Mit der Zugabe und Stadion-Hymne „Sweet Caroline“ (Neil Diamond, 1969) klang ein Konzert aus, das zumindest phasenweise an eine weit geöffnete Zeitkapsel erinnerte – und keine Wünsche offenließ.

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