Mühlacker
Mühlacker -  16.09.2020
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Verunsicherung in Mühlacker: Mahle Behr will deutschlandweit 2.000 Stellen streichen

Stuttgart/Mühlacker. Der Autozulieferer Mahle verschärft seinen Sparkurs. Das Stiftungsunternehmen will weltweit 7.600 Stellen streichen, davon 2.000 in Deutschland, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Jörg Stratmann, gestern in Stuttgart mitteilte. „Wir haben es aktuell mit einer Krise zu tun, wie wir sie noch nicht erlebt haben.“

Der Autozulieferer Mahle Behr will weltweit 7.600 Stellen streichen, davon 2.000 in Deutschland. Foto: dpa
Der Autozulieferer Mahle Behr will weltweit 7.600 Stellen streichen, davon 2.000 in Deutschland. Foto: dpa

Am Standort von Mahle Behr in Mühlacker und Vaihingen/Enz, wo über 1.500 Mitarbeiter tätig sind, schlug die Bekanntmachung wie eine Bombe ein. Das Werk habe zuletzt gut gewirtschaftet, sagte Nektaria Christidou, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende auf PZ-Anfrage. Es sei trotzdem nicht auszuschließen, dass die massiven Abbaupläne auch die Region treffen könnten.

Gespräche mit dem Betriebsrat

Auch die Zentrale in Stuttgart sei wohl betroffen. Die Geschäftsführung will zunächst Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen. Mahle fährt seit 2018 einen strikten Sparkurs und hat bislang weltweit 6.700 Stellen abgebaut. Derzeit hat Mahle weltweit noch 72.000 Beschäftigte, davon knapp 12.000 in Deutschland.

Der Vize-Chef des Gesamtbetriebsrats, Dieter Kiesling, sieht die Schuld an der Misere nicht allein in den fehlenden Umsätzen durch die Corona-Krise und dem wachsenden Druck zur Kostensenkung. Die Transformation der gesamten Automobilindustrie dauere schon eine ganze Weile an und Mahle habe bis heute keine Perspektiven für die Verbrenner-Standorte vorgelegt.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern einen Verlust von 212 Millionen Euro nach einem Gewinn von 446 Millionen Euro 2018 gemacht.

"Jeder Arbeitsplatz ist gleich viel wert. Was sich bei Mahle abzeichnet, ist ein harter Schlag. Jetzt gilt es, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen. Ich war kürzlich persönlich vor Ort. Ich weiß um die angespannte Lage. Dass ich jetzt schnell das Gespräch zu allen Beteiligten suche, versteht sich von selbst."
Katja Mast, SPD-Bundestagsabgeordnete

Autor: Lothar Neff und Oliver Schmale