Windpark zwischen Großglattbach und Serres: Ortstermin soll offene Fragen klären
Mühlacker. Nach einem CDU-Antrag will der Mühlacker Gemeinderat die Zuwegung zum geplanten Windpark vor Ort prüfen. Ein Ortstermin und eine Infoveranstaltung sind geplant.
Der geplante Windpark zwischen Großglattbach und Serres bleibt ein zentrales Thema im Mühlacker Gemeinderat. Am Dienstagabend sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, sich vor Ort ein Bild zur geplanten Wegeführung zu machen.
Die Verwaltung soll dazu Vertreter der Ecowerk GmbH, die den Windpark realisieren wollen, einladen und die geplante Erschließung vor Ort erläutern. Hintergrund ist ein Antrag der CDU-Fraktion, der auf die Sitzung vom 18. November zurückgeht. Damals hatte der Projektleiter der Tübinger Stadtwerke, Michael Krieger, über den Stand des Vorhabens informiert und unter anderem die Dimensionen der geplanten Anlagen mit einer Gesamthöhe von 261 Metern sowie die aufwendige Logistik für den Transport der bis zu 86 Meter langen Rotorblätter vorgestellt.
Die CDU-Fraktion hatte bereits damals beantragt, die Zuwegungsplanung im Ausschuss für Umwelt und Technik gemeinsam mit einem Ortstermin zu beraten. Da inzwischen „eine erhebliche Verunsicherung besteht, ob der Antrag ins Verfahren gebracht worden ist“, stellten die Christdemokraten das Thema nun erneut zur Debatte.
Bauamtsleiter Anton Lutze bestätigte im Gemeinderat, dass die Wegeplanung komplex sei. Wegen der Größe der Bauteile und der begrenzten Kapazitäten der Feld- und Waldwege bestehe noch erheblicher Klärungsbedarf.
Genehmigung läuft
Zudem werde das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren beim Landratsamt Enzkreis immer noch geprüft. Wie aus einer Antwort der Ersten Landesbeamtin Hilde Neidhardt auf eine CDU-Anfrage hervorgeht, war der im Mai 2025 eingereichte Antrag zunächst unvollständig und wird bis heute schrittweise ergänzt. Aktuell werde von verschiedenen Fachbehörden geprüft, ob die Unterlagen für eine abschließende Bewertung ausreichen.
Nach Angaben der Verwaltung fehlen insbesondere noch Informationen zur wegebaulichen Erschließung. Ohne diese sei kein fundierter Bericht zum Vorhaben möglich, heißt es in der Sitzungsvorlage. Deshalb solle die Vorstellung der Zuwegungsplanung erst erfolgen, wenn die entsprechenden Unterlagen vorliegen.
CDU-Fraktionschef Günter Bächle verwies darauf, dass über die Vorranggebiete am 11. Februar bei der nächsten Versammlung des Regionalverbands Nordschwarzwald abgestimmt werde. Nach seinen Informationen soll das betroffene Gebiet, die Windenegierfläche 11, beibehalten, an den Rändern jedoch leicht zugeschnitten werden.
Bürgermeister Armin Dauner kündigte zudem an, dass ein Vor-Ort-Termin für die Bürger an den geplanten Standorten für Freitag, 6. März, um 14 Uhr vorgesehen sei. Außerdem sei für Mai eine Informationsveranstaltung in der Halle in Großglattbach geplant, ein genauer Termin stehe noch nicht fest.
Der geplante Windpark soll aus vier Anlagen im vom Regionalverband ausgewiesenen Vorranggebiet bestehen. Sie könnten nach Angaben von Stadtwerke-Projektleiter Michael Krieger Strom für rund 14.000 Vier-Personen-Haushalte liefern. Neben Fragen des Ertrags stehen für viele Anwohner weiterhin die Auswirkungen auf Landschaft, Verkehr und Wald im Mittelpunkt.
Mit dem einstimmigen Beschluss will der Gemeinderat nun für mehr Transparenz sorgen – und offene Fragen zur Erschließung direkt vor Ort klären.
