Mühlacker
Mühlacker -  11.02.2026
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Wohnheim für psychisch kranke Menschen entsteht in Mühlacker – Abriss von Gärtnereigelände läuft planmäßig

Mühlacker. Wo früher Pflanzen wuchsen, rollen jetzt die Bagger: Auf dem ehemaligen Gärtnereigelände am Kreisverkehr in Mühlacker entsteht ein Wohnheim für psychisch kranke Menschen. Abriss und Planungen laufen nach Angaben der Beteiligten bislang ohne größere Verzögerungen.

Aktuell wird auf dem Grundstück zwischen Goethe- und Erlenbachstraße, wo ein Wohnheim für psychisch Kranke entstehen soll, das dortige Gebäude abgerissen.Wenn alles nach Plan läuft, soll im vierten Quartal mit dem Bau der Anlage begonnen werden.
Aktuell wird auf dem Grundstück zwischen Goethe- und Erlenbachstraße, wo ein Wohnheim für psychisch Kranke entstehen soll, das dortige Gebäude abgerissen.Wenn alles nach Plan läuft, soll im vierten Quartal mit dem Bau der Anlage begonnen werden. Foto: Röhr

Schutt und Asche, Holzplanken und ein Bagger prägen derzeit das Bild auf dem Grundstück am Kreisverkehr zwischen Goethe- und Erlenbachstraße. Das frühere Gärtnereigelände im Mühlacker Stadtkern wird abgerissen, die zahlreichen Bäume wurden bereits im Januar gefällt. Wo einst Pflanzen gezogen wurden, soll künftig ein Wohnheim für psychisch kranke Menschen entstehen. „Wichtig war, dass Bäume und Gebäude verschwinden, bevor die nächste Brutzeit losgeht. Sonst hätten wir ein Jahr warten müssen“, sagt Uwe Nübel, Geschäftsführer der „Sozialen Betreuungsgemeinschaft Miksch & Partner“, die das geplante Wohnheim später betreiben wird. „Deshalb mussten wir klar Schiff machen.“

Verfahren liegt im Soll

Damit befinde man sich weiterhin im Zeitplan. „Wir sind noch im vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Da werden mit der Stadt alle Festlegungen getroffen – bis hin zu der Frage, wohin mit den Bäumen oder welche Farben die Fenster haben“, erklärt er. Parallel werde ein Durchführungsvertrag vorbereitet.

„Wenn der Bebauungsplan in die Offenlage geht, sind wir im Baugenehmigungsverfahren.“

Auch aus Sicht der Stadt liegt das Verfahren derzeit im Soll. Wie der städtische Pressesprecher Philipp Schad auf Anfrage mitteilt, wird aktuell die Sitzungsvorlage für den Beschluss über die Entwurfsplanung sowie über die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden erarbeitet. Dafür seien noch kleinere Abstimmungen mit dem Vorhabenträger und Anpassungen der Pläne erforderlich. Vor dem Satzungsbeschluss stehen zudem noch die zweite Beteiligungsrunde der Öffentlichkeit sowie der Abschluss des Durchführungsvertrags an. Laut Schad liegen inzwischen alle erforderlichen Gutachten zu Themen wie Lärm, Verkehr, Hochwasser und Naturschutz vor. Diese sollen im Rahmen der zweiten Beteiligungsstufe öffentlich ausgelegt werden.

Nübels Ziel ist es, im dritten Quartal die Genehmigung zu erhalten und im vierten Quartal mit dem Bau zu beginnen. „Das wäre mein Wunsch“, betont der Geschäftsführer. „Ob wir einen Monat früher oder später starten, ist für mich nicht entscheidend.“

Vorhaben drohte zu scheitern

Nach Einschätzung der Stadt ist ein Bauantrag im Frühjahr realistisch – vorausgesetzt, dass in der Offenlage keine wesentlichen Einwendungen eingehen und der Durchführungsvertrag unterzeichnet wird. Verzögerungen seien derzeit nicht absehbar, so Schad.

Im vergangenen Jahr hatte es zeitweise danach ausgesehen, als könne das Projekt scheitern. Nach dem Rückzug der Wohnbau Oberriexingen aus wirtschaftlichen Gründen musste kurzfristig ein neuer Investor gefunden werden. Mit der „SBG Immobilien GmbH & Co. KG“ gelang dies schließlich. Das Unternehmen betreut den Bau federführend und stellt ihn der „Sozialen Betreuungsgemeinschaft Miksch & Partner“ als Betreiber zur Verfügung. Anfang Juli 2025 hatte der Ausschuss für Umwelt und Technik im Gemeinderat dem Vorhaben zugestimmt.

Zwei Jahre bis Eröffnung

Im vorderen Grundstücksbereich entsteht ein sozialtherapeutisches Zentrum mit 45 Einzelzimmern, im rückwärtigen Teil ein Wohngebäude mit 15 kleineren Apartments. Die Wohnungen sollen nicht nur ehemaligen Patienten, sondern auch der Allgemeinheit offenstehen. Laut Nübel soll mit dem Bau des Wohnheims begonnen werden. Die reine Bauzeit beziffert er auf rund eineinhalb Jahre.

„Insgesamt rechnen wir mit gut zwei Jahren bis zur Eröffnung. Wir haben Fachplaner, die im Hintergrund viel vorbereiten. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir schnell den Bauantrag stellen können“, sagt Nübel.

Vorgesehen ist unter anderem noch ein geologisches Gutachten zur Baugrunduntersuchung. „Der Statiker muss wissen, wie der Untergrund beschaffen ist. Manche Themen ergeben sich erst dann.“

Die Finanzierung erfolgt über Eigenmittel und Kredite. Mit der Ausführungsplanung wolle man beginnen, sobald der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Erfahrungsgemäß dauere es rund drei Monate, bis eine Genehmigung vorliege – „wenn kein Widerspruch kommt“, so Nübel. Bei reibungslosem Ablauf könne der Antrag im Mai oder Juni gestellt werden.