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Neuenbürg -  19.06.2026
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Brücke marode, Weg verbarrikadiert: Neuenbürger präsentieren eigene Rettungspläne für Pionierweg

Neuenbürg. Einer dauerhaften Sperrung des Bozenhardt-Pionierwegs wollen sich Bürger, Kommunalpolitiker und Experten nicht kampflos beugen und machen eigene Vorschläge.

Vor der Absperrung des Wegabschnitts haben sich Bürger, Stadträte, Vereinsvertreter sowie Fachleute getroffen, um über Möglichkeiten zum Erhalt des Bozenhardt-Pionierwegs zu beraten.  Röhr
Vor der Absperrung des Wegabschnitts haben sich Bürger, Stadträte, Vereinsvertreter sowie Fachleute getroffen, um über Möglichkeiten zum Erhalt des Bozenhardt-Pionierwegs zu beraten. Röhr Foto: Röhr

Der idyllische Bozenhardt-Pionierweg entlang der Enz zwischen dem Grösseltal und Neuenbürg hat eine große Fangemeinde. Und die macht jetzt gegen die Sperrung eines Teilstücks der Strecke mobil. Nachdem die PZ berichtet hatte, dass das letzte Drittel des 1914 errichteten Weges wegen einer maroden Brücke und eines fehlenden Geländers wohl für immer gesperrt bleiben wird, war der Aufschrei groß. Zum Hintergrund: Der Auslöser für die Sperrung des Wegabschnitts ist vor allem eine beschädigte Brücke. Nach Angaben von ForstBW sind die Brückenplatten abgesackt, teilweise gebrochen und die Konstruktion gilt als einsturzgefährdet. Die Sanierungskosten werden je nach Schätzung mit mindestens 180.000 Euro bis zu mehreren Hunderttausend Euro beziffert. Bei einem Ortstermin von ForstBW und Schwarzwaldverein wurde deshalb im September 2025 die sofortige Sperrung aus Gründen der Verkehrssicherheit beschlossen. Weder ForstBW noch die Stadt Neuenbürg sehen sich in der Lage, die Kosten für eine Erneuerung zu tragen. Für Unmut sorgt bei den Kritikern vor allem, dass aus ihrer Sicht mögliche Alternativen bislang nicht ausreichend geprüft wurden. Richtig sauer sind die Spaziergänger und Wanderer auch darüber, dass die Absperrbänder in den letzten Tagen von ForstBW durch massive Holzlatten ersetzt wurden.

„Da wurden keine Kosten und Mühen gescheut, den Weg regelrecht zu verbarrikadieren. Wir werden hier vor vollendete Tatsachen gestellt“,

so Andreas Frey, der sich gemeinsam mit rund 15 Unterstützern getroffen hat.

Die Initiative will jedoch nicht nur Kritik üben, sondern auch konkrete Vorschläge einbringen. Architekt Bernd Jochen Metzger und Statiker Rudolf Klarmann bieten an, unentgeltlich eine Planung für eine Holzbrücke als Ersatz für das bestehende Betonbauwerk zu erstellen. Nach ihrer Einschätzung könnte eine solche Konstruktion deutlich günstiger umgesetzt werden. „Eine Holzbrücke müsste für 5.000 bis 10.000 Euro machbar sein“, sagt Metzger.

Die beiden Stadträte Michael Veile und Werner Hess (Neuenbürger Liste) wollen das Thema in der nächsten nicht öffentlichen Gemeinderatssitzung zur Sprache bringen. Uwe Walter, Wegewart des Schwarzwaldvereins, kündigt an, die Angelegenheit ebenfalls noch einmal vereinsintern zur Diskussion zu stellen. Sollte die Sanierung des Weges in Eigenleistung umgesetzt werden können, hat auch die Arge Frischglück Neuenbürg ihre Unterstützung zugesagt.

Selbst ein Ehepaar aus Niebelsbach ist dabei, um den traditionsreichen Weg zu retten.

Ingeborg und Frank Waidner kommen gerne zum Gassigehen nach Neuenbürg und sagen:

„So einen schönen Weg darf man doch nicht kaputtgehen lassen.“

Uwe Walter macht deutlich, dass die Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins der Sperrung nur widerwillig zugestimmt habe. Schließlich verlief der Westweg jahrzehntelang über den betroffenen Abschnitt. Inzwischen wurde die Route allerdings verlegt. Warum der Weg dennoch nicht zumindest teilweise geöffnet bleiben könne, sei schwer nachvollziehbar. Walter verweist dabei auf andere Abschnitte des Westwegs, die seiner Ansicht nach deutlich gefährlicher seien.

Auch die Einschätzung des Bauwerks selbst wird von den Kritikern hinterfragt. Architekt Metzger fordert Transparenz bei der Bewertung der Brücke. Er möchte wissen, auf welcher fachlichen Grundlage deren Zustand beurteilt wurde. Gemeinsam mit Klarmann fordert er Einsicht in die vorhandenen Unterlagen sowie ein Gutachten, das die mangelnde Standfestigkeit dokumentiert. Und wie soll es nun weitergehen? Es gibt viele offene Fragen. Dazu gehört auch, dass die Zuständigkeiten für den Bozenhardt-Pionierweg geklärt werden müssen. Im Raum steht zudem, dass sich die Brücke möglicherweise auf Privatgrund befindet.

Eines aber wird bei diesem Treffen deutlich: Kampflos werden die Neuenbürger ihren Pionierweg nicht aufgeben.

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