Neuenbürg
Neuenbürg -  14.03.2018
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„Horch!“-Konzert mit Singer-Songwriter Gregor McEwan in Neuenbürg

Neuenbürg. Bisher fanden die Horch!-Konzerte in alten Pforzheimer Häusern, Hallen oder Kirchen statt. Die elfte Veranstaltung der ungewöhnlichen Reihe von Chris Baranowski und Jörg Schneider lockt nun rund 100 Zuhörer aufs Land – in den erst kürzlich eröffneten Büro-Müller-Fachmarkt in Neuenbürg.

Ungewöhnliche Konzerte an ungewöhnlichen Orten sind in der „Horch!“-Reihe zu erleben. Hier mit dem Singer-Songwriter Gregor McEwan. Foto: Molnar
Ungewöhnliche Konzerte an ungewöhnlichen Orten sind in der „Horch!“-Reihe zu erleben. Hier mit dem Singer-Songwriter Gregor McEwan. Foto: Molnar

„Das ist für uns eine Premiere“, sagt Schneider, der hier angestellt ist und das Konzert eigentlich auf der Baustelle stattfinden lassen wollte. Statt in der Kälte sitzen die Besucher nun gemütlich zwischen Ordnern und Karten, lauschen aufmerksam dem Singer-Songwriter und Gitarristen Gregor McEwan. Der Wahl-Berliner ist auf dem Weg nach Winterthur, hat alte und neue Songs seines dritten Albums „From A To Beginning“ dabei, ebenso zwei aufgeblasene Space-Shuttles, mehrere Mikrofone, Verzerrer und sogenannte Octaver. Viele Effektgeräte also, mit denen er hallende, mehrstimmige, ja sogar Qietsche-Enten-Töne erzeugt. „Auf einer Solo-Tour ist es manchmal einsam“, sagt der 35-Jährige, der mit 17 anfing, Songs zu schreiben, mit 20 die erste Band gründete und seit etwa neun Jahren auch solistisch unterwegs ist. In welcher Stadt wir hier sind, will er wissen, und ob man Neuenbürg auch englisch aussprechen könne?

Zwischen Grunge und Country

Gregor McEwan stimmt nach jedem Song seine Gitarre, plaudert unterdessen von Fußball, seiner Kindheit und vom Sänger der Band Travis, den er bei einem Wohnzimmerkonzert in Berlin traf und der ein paar seiner – wiederum bei „Wonderwall“ von Oasis geklauten – Takte bei McEwan erkannte. Tatsächlich hat die Musik des gebürtigen Westfalen einen Hauch der Britpop-Band Travis, aber nicht nur. Ein bisschen Folk ist dabei, ein bisschen Grunge, Emo und Country.

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sMcEwan selbst spricht von „Space Folk“, sind einige Songs der neuen Platte doch von Science-Fiction-Filmen wie „Star Wars“ oder „Interstellar“ inspiriert – „Anywhere, Anytime, Anything“ etwa. Doch jedes Stück hat seine eigene Instrumentierung, lässt sich in keine Schublade stecken. Schon deshalb nicht, weil der dunkelhaarige Sänger eine besondere Stimme hat, die heiser und kräftig, auch sehr hoch und zerbrechlich klingen kann. Viele Lieder handeln von Liebe, das gefühlvolle „On Her Radar“ etwa, bei dem McEwan am Ende ins hallende Mikrofon summt.

Mitten im Publikum

Flehentlich erklingt das Wörtchen „Home“ bei dem gleichnamigen, mit kraftvoll treibender Gitarre begleitetem Stück. Einmal stampft er so sehr auf, dass der „Horch!“-Hase von der Bühne fällt. Und einmal setzt er sich hautnah ins Publikum, verzichtet auf jegliche Effekte – ein wunderbar intimer Moment.

Autor: Anita Molnar