Uferstützmauer in Neuenbürg: Dauerbaustelle soll 2026 endlich abgeschlossen werden
Neuenbürg. Die Sanierung von 250 Metern Uferstützmauer an der Wildbader Straße in Neuenbürg kann man inzwischen wohl als kollektiven Albtraum bezeichnen: Das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP), das Darmstädter Ingenieurbüro BCE und die beauftragte Baufirma Joos dürften wohl alle drei Kreuze machen, wenn die an leidigen Überraschungen reiche Baustelle 2026 endlich abgeschlossen ist.
Und erst recht die Neuenbürger, und hier vor allem die Anwohner, welche seit Jahren unter der Baustelle leiden.
Kommt Bewegung ins Spiel?
Auf Initiative von Anwohner Thomas Kohlmayer führt an diesem Dienstag BCE-Ingenieur Dirk Jelinek Anwohner der Wildbader Straße und die Presse über die Baustraße im Flussbett der Enz. Immer wieder hält er an, zeigt auf Rohrenden in der Böschung, welche bald gedämmt und dann verschlossen werden sollen, erklärt, wie tief die Anker für die neue Mauer inzwischen in die Wand reichen, und macht deutlich, warum der 90 Jahre alte Vorgängerbau so schwer zu sanieren ist.
Auch Kritik an der Baufirma blitzt am Dienstag mal deutlich, mal verhalten durch. Es habe sich durchaus mal die Frage gestellt, ob diese überhaupt genug Kapazitäten habe. Dabei, so der BCE-Ingenieur, habe das Unternehmen eigentlich gute Referenzen. Allerdings, und da stimmt ihm Stadtrat Michael Ochner (UWV) zu, hätten gleich zwei Baustopps natürlich zur Folge, dass Bautrupps zu anderen Projekten verlegt würden.
Aber genug von den Problemen, was bringt die Zukunft?
„Am Donnerstag kommen drei Laster mit Beton, dann wird im hinteren Baustellenbereich mit den Fundamenten begonnen“, sagt Jelinek.
Das Fundament für die gesamte Stützmauer soll bis Ende April fertig sein: „Wichtig ist es, dass jetzt der Baufluss aufrecht erhalten wird.“ Und: „Wenn der Betonbautrupp erstmal anrückt, dann wollen die auch arbeiten.“ In der Januar-Gemeinderatssitzung hatten Vertreter von RP und BCE angekündigt, dass die Bauarbeiten im Herbst fertig sein sollen. Dieses Ziel bestehe weiterhin, so Jelinek.
Verhaltener Optimismus
Auch Giovanni und Jennifer Meo, Wirtsehepaar der Pizzeria Bella Napoli, werfen am Dienstag einen Blick in die Baustelle, welche sie seit Jahren direkt vor der Nase haben. „Ich finde es gut, mal alles gezeigt und erklärt zu bekommen“, sagt Giovanni. Dem stimmt seine Frau zu: Man habe endlich zu sehen bekommen, was im Januar als Verzögerungsgründe genannt wurde. Das klinge auch schlüssig, so Giovanni, „und ich bin ja kein Ingenieur“.
Die Aussage Jelineks, dass es aber Donnerstag endlich richtig losgehen soll, nehmen sie mit verhaltenen Optimismus auf. Und das nicht ohne Grund: Seit neun Jahren können die Parkplätze vor ihrer Tür nicht mehr genutzt werden, weil die Autos zu schwer für die Ufermauer seien. Der Beginn der Sperrung liegt also deutlich vor den jetzigen Sanierungsarbeiten, dazwischen wurde auch die Wildbader Straße erneuert. Was den Meos zuletzt vor allem zu schaffen machte: der Eindruck, dass sich auf der Baustelle nichts tut. Ihre Hoffnung ist, dass sich das ab Donnerstag ändert.
