Neuhausen
Neuhausen -  18.10.2018
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Rappen für Respekt: Cool sein braucht keine gewalttätigen Sprüche

Neuhausen-Steinegg. Werte vermitteln will Musiker Samadhi an der Verbandsschule im Biet. Bei einem Workshop reimt er mit den Schülern ohne Sexismus und ohne gewalttätige Texte.

Rapper „Samadhi“ veranschaulichte den Schülern der Neuhausener Verbandsschule im Biet während eines Hip-Hop-Workshops in Theorie und Praxis, dass Rap nichts mit Gewalt und Sexismus zu tun haben muss. Foto: Bischoff-Krappel
Rapper „Samadhi“ veranschaulichte den Schülern der Neuhausener Verbandsschule im Biet während eines Hip-Hop-Workshops in Theorie und Praxis, dass Rap nichts mit Gewalt und Sexismus zu tun haben muss. Foto: Bischoff-Krappel

Dicke Limousinen, protziger Goldschmuck und in jedem Arm eine Blondine: Das ist gemeinhin das Bild, das man von Rappern hat. Auch Samadhi, 34-jähriger Musiker aus der Nähe von Leipzig, kann manche der klassischen Rap-Attribute vorweisen. An Tätowierungen mangelt es ihm nicht, und auch die obligatorische Basecap trägt er. Bei den Fünft- bis Siebtklässlern der Neuhausener Verbandsschule im Biet kommt Samadhi bei seinem mehrtägigen Workshop gut an. Und eines unterscheidet ihn von vielen anderen Rappern: „Mir ist es ganz wichtig, den Kids zu zeigen, dass Rap auch ohne gewalttätige und sexistische Texte auskommen kann“, sagt Samadhi.

Er und Schulsozialarbeiterin Madeleine Nitsche vom Verein „miteinanderleben“ wollen den Jugendlichen vermitteln, dass wahre Coolness nicht durch große Sprüche, sondern durch gelebte Authentizität und gegenseitigen Respekt entsteht. „Ich möchte den Jugendlichen den Mut geben, wirklich aus ihrem Leben zu erzählen und von dem, was sie beschäftigt und ängstigt“, so Samadhi.

Schnell wird klar, dass es dabei nicht darum geht, als Einzelner cool zu tun, sondern ein tolles Gruppenergebnis zu erzielen. „Wir sind hier im Workshop und lernen wie man rappt – heut´ Abend hab ich alle Grundlagen gecheckt“, schallt es schon bald vielstimmig durch den Musiksaal. Rasch geht es in den Texten der Schüler um Krieg, Ausgrenzung und verletzte Gefühle. „Ich kriege Gänsehaut, wenn ich sehe, wie hier ein gemeinsames Kunstwerk entsteht“, so Madeleine Nitsche. Die Schüler Leni und David drücken sich pragmatischer aus: „Das macht einfach total Bock hier, und Samadhi ist ein cooler Typ“, sind sie sich einig.

Autor: Barbara Bischoff-Krappel