Neulingen
Neulingen -  15.09.2020
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Nußbaum ist seit genau 100 Jahren am Stromnetz

Neulingen-Nußbaum. Das Dorf wurde am 16. September 1920 ans Stromnetz angeschlossen. Auch nach Bauschlott kam die Elektrizität vor 100 Jahren.

Wohnstube aus den 1920er-Jahren mit elektrischer Lampe und Kerze zugleich: So ist der Alltag von früher im Heimatmuseum Nußbaum noch heute zu sehen. Das Dorf erhielt vor 100 Jahren elektrisches Licht. Am Harmonium hier im Bild ist Patricia Kellenberger. Ihre Oma Gertrud Wächter hatte die Energieumstellung 1920 als Kind erlebt. Foto: Dietrich
Wohnstube aus den 1920er-Jahren mit elektrischer Lampe und Kerze zugleich: So ist der Alltag von früher im Heimatmuseum Nußbaum noch heute zu sehen. Das Dorf erhielt vor 100 Jahren elektrisches Licht. Am Harmonium hier im Bild ist Patricia Kellenberger. Ihre Oma Gertrud Wächter hatte die Energieumstellung 1920 als Kind erlebt. Foto: Dietrich

Das elektrische Licht kam nach Nußbaum und Bauschlott vor genau 100 Jahren. Als nach Ende des Ersten Weltkriegs 1918 auch auf dem flachen Land der Wunsch nach elektrischer Beleuchtung laut wurde, betraute die badische Regierung ihre staatliche Energieversorgung mit der Aufgabe, die weniger dicht besiedelten Teile des Landes ebenfalls an das Stromversorgungsnetz anzuschließen. Nußbaum und Bauschlott erhielten rechtzeitig zum Winter 1920 ihre neue Energie aus der Leitung. Es war der Donnerstag, 16. September 1920, als den Nußbaumern ein Licht aufging.

Aus dem Anzünden von Kerzen oder der Petroleumfunzeln wurde damals das Anknipsen des elektrischen Lichtes. Erst jetzt konnte der Abend so richtig hell erleuchtet werden. Mit der Einführung der Elektrizität wurden die Dächer der Dorfhäuser mit Stromständern für das Freileitungsnetz etwas unschön „dekoriert“. Als die Kabel in die Erde verlegt wurden, sind diese vor 25 Jahren wieder abmontiert worden.

Für die Landwirtschaft brachte der Strom viele Erleichterungen – ob beim Betreiben von Heuhäckslern oder der Dreschmaschine, welche zuvor durch Wasserdampf angetrieben werden musste. Die Kühlung der Milch in der Milchsammelstelle war jetzt wesentlich einfacher als zuvor durch das Kühlen mit laufendem, kaltem Wasser. Es verschwanden auch die alten Straßenlaternen, von denen es in Nußbaum gerade mal zehn Stück gegeben hatte. Nun brauchte der Ortspolizeidiener nicht mehr allabendlich durch die Straßen zu ziehen, um neues Petroleum in die Lampen zu gießen und sie anzuzünden.

Mehr über das Thema lesen Sie am Mittwoch, 16. September, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: pd