Neulingen
Neulingen -  28.07.2026
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Premiere in Neulingen: Denkmalstammtisch bringt Fachwerk-Experten und Geschichtsfreunde zusammen

Neulingen. „Voll ins Schwarze getroffen“ hat der Heimatverein Kraichgau mit seinem ersten Denkmalstammtisch Kraichgau in seiner nunmehr 54-jährigen Geschichte im Café 1764 des Schlosses Bauschlott, mit seiner Vorsitzenden Susanne Kaiser-Asoronye. Sie ist seit zweieinhalb Jahren im Amt und zugleich die erste Frau an der Spitze. Zu den Themen „Fachwerk“ und „Denkmal“ entfachte sich eine angeregte Diskussion.

Im Café 1764 im Schloss Bauschlott fand der erste Denkmalstammtisch des Heimatvereins Kraichgau statt.
Im Café 1764 im Schloss Bauschlott fand der erste Denkmalstammtisch des Heimatvereins Kraichgau statt. Foto: Dietrich

Er ist damit zu weiteren Stammtischen im Land gestartet. Mehr Austausch, Untersetzung und Vernetzung: Mit dieser Zielsetzung bilden sich derzeit regionale Denkmalstammtische in ganz Baden-Württemberg. Die Denkmalstammtische sollen das Bewusstsein für den Wert historischer Gebäude und Orte stärken, freiwilliges Engagement sichtbar machen sowie den Austausch und die Vernetzung in der Region fördern. Angedacht ist den Denkmalstammtisch Kraichgau viermal im Jahr an wechselnden Orten zu verschiedenen Themen anzubieten. Der Nächste ist im September geplant. Wenn der genaue Termin und Ort feststehen, erhalten die Mitglieder eine Einladung.

Verein setzt auf Vernetzung

Vertreten waren unter anderem vom „Netzwerk Fachpartner Denkmalpflege und Fachwerk“ Edith Marques Berger; vom „Denkmalnetz Baden-Württemberg“ dessen Vorsitzende Barbara Saebel; zuständig für „Ehrenamt in der Bau- und Kunstdenkmalpflege und Denkmalstammtische“ Gudula Mayr; für die „Friedrich-Weinbrenner Gesellschaft“ Dr. Ulrich Maximilian Schumann und Steffen Schmid, Leiter der „Regionalgruppe Karlsruhe“ des „Landesvereins Badische Heimat“. Einen Bezug zum Erhalt des Fachwerks gibt es auch zum Schloss, durch den ehemaligen Schlossherrn Professor Dr. Stefan Sandkähler, einem renommierten Spezialisten in Stuttgart mit rund 40 Beschäftigten. Er hat früher private Mittel für die Freilegung und den Erhalt der mit Eternitplatten verkleideten Fachwerkhäuser aufgebracht. Laut Kaiser-Asoronye besitzt Knittlingen die meisten Fachwerkhäuser im Enzkreis, gefolgt von Lienzingen, Stein und Schützingen, die gleichauf liegen.

Das Treffen begann mit einer Führung durch 500 Jahre wechselvolle Geschichte des Schlosses durch den Schlosskenner und Fotografen Ewald Freiburger, der für das Anfang Dezember 2025 herausgebrachten Buch „Schloss Bauschlott 500 Jahre Geschichte“ zahlreiche Bilder machte und lieferte. Dessen Erhalt ist dem Kauf von Sandkühler 1961 zu verdanken. Kaiser-Asoronye bedankte sich bei Freiburger mit einer Neuauflage des 1980 durch die inzwischen verstorbene Marlise Eichner-Klingmann erschienenen Buches „Kraichgauer Wortschatz“. Dieses enthält eine große Anzahl an Wörtern und Wendungen aus dem östlichen Kraichgau auf 122 Seiten im vergrößerten DIN A5- Format. Sie beginnen mit „Aaugäbfele“ (Augapfel, Lieblingskind) und enden durch „Zylinderbuzer“ (breitblättriger Rohrkolben). Dies ist zugleich die neueste und zugleich 85. Publikation des Heimatvereins Kraichgau. Ein Dank ging auch die Gastgeberin, Schlossherrin Angelika von Eckartsberg, einer Tochter Sandkühlers, die sich um das Schloss kümmert.