Neulingen
Neulingen -  13.10.2021
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Stelle nach plötzlichem Tod des Pfarrers in Nußbaum noch nicht neu besetzt

Neulingen-Nußbaum. Wenn einst Familienangehörige die österreichische Kaiserin Elisabeth, genannt Sissi, (1837 bis 1898) besuchen wollten, mussten sie sich zeitweilig nach Ungarn begeben. Ähnlich erging es den Bauschlottern am Sonntag.

Ungewohntes Bild in der über 700 Jahre alten Nußbaumer Kirche: Die pensionierte ehemalige langjährige Bauschlotter Pfarrerin Christiane Klebon-Schulz (67) hielt hier den Gottesdienst über Kirchenbezirksgrenzen hinaus. Dietrich
Ungewohntes Bild in der über 700 Jahre alten Nußbaumer Kirche: Die pensionierte ehemalige langjährige Bauschlotter Pfarrerin Christiane Klebon-Schulz (67) hielt hier den Gottesdienst über Kirchenbezirksgrenzen hinaus. Dietrich

Wenn sie ihre im Sommer 2020 pensionierte Pfarrerin Christiane Klebon-Schulz (67), die mit 29 Jahren am drittlängsten hier tätig war, wieder einmal predigen hören wollten, mussten sie den Gottesdienst in Nußbaum besuchen, womit sich ein ungewohntes Bild in der über 700 Jahre alten Kirche bot. Denn schließlich sind dies zwei verschiedene Kirchenbezirke.

Die Seelsorgerin, die eine sehr erbauende Predigt hielt, hilft hier gerne aus, indem sie zeitweise auch die Kasualvertretungen übernimmt, nachdem die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Nußbaum/Sprantal nach dem plötzlichen Tod von Pfarrer Reinhard Ehmann am 12. Juli nach 21 Jahren verwaist ist.

Seelsorger in der Gemeinde sehr beliebt

Selbst Menschen, die keinen festen Bezug zur Kirche haben, hat dies berührt, denn schließlich war der Seelsorger in seiner Gemeinde sehr beliebt. Die Neubesetzung ist ein großes Bedürfnis. Doch das geht nicht so schnell, was nicht nur mit dem Pfarrermangel zusammenhängt, sondern vor allem damit, dass der Gemeindeseelsorger noch bis zu seinem 67. Geburtstag im Februar 2023 hätte im Amt bleiben können.

Ursprünglich war seine Verabschiedung für den jetzigen Erntedanksonntag angedacht. Doch seinen Ruhestand verschob er eigens, um einer drohenden Vakanz zu begegnen.

"So wichtig war ihm der Einsatz für die ihm anvertraute Gemeinde. Die ganze Zeit schon hatten wir im Kirchengemeinderat ein gewisses Unbehagen verspürt, wie es nach Reinhard Ehmanns wohlverdientem Ruhestand weitergehen würde. Nun kam diese Situation ganz plötzlich über uns", erwähnte Kirchengemeinderat Marco Mayer bei der Trauerfeier auf dem Nußbaumer Friedhof.

Lange Vakanz nur einmal in der Geschichte

Dekanin Ulrike Trautz vom Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal, die seit dem Tod von Ehmann selbst schon zwei Gottesdienste in Nußbaum und Sprantal hielt, hat versprochen, dass alle Gottesdienste besetzt werden, wofür sie auch immer wieder Zusagen bekomme.

Nur einmal gab es in der Vergangenheit in Nußbaum eine lange Vakanz: Nachdem Pfarrer Otto Doll, der fast 33 Jahre am zeitlängsten in Nußbaum und Sprantal wirkte, Ende Juni 1978 in den Ruhestand ging, konnte erst zum Herbst 1980 die Pfarrstelle durch Ulrich Kahleyss wieder besetzt werden. Doch dies hing damals vor allem mit der nötigen Sanierung des Pfarrhauses zusammen.

Autor: Peter Dietrich