Niefern-Öschelbronn
Niefern-Öschelbronn -  26.12.2021
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Aus dem Ratssaal Niefern-Öschelbronn

Niefern-Öschelbronn. Schulbus-Ärger: Seit dem Fahrplanwechsel Mitte des Monats bietet der Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) mehr Busse von Niefern-Öschelbronn nach Pforzheim an. „Dass der VPE aber im Wohngebiet Ob der Linden morgens einen Schulbus gestrichen hat, verärgerte viele Leute“, griff FW/FDP-Vorsitzender Erik Schweickert Protestbriefe von Eltern auf, die ihn eingeschaltet haben. „Schüler aus Ob der Linden können jetzt morgens erst zwei Stunden später den nächsten Bus erreichen, das dürfen wir nicht hinnehmen“, sagte Schweickert. Bürgermeisterin Birgit Förster solle vom VPE verlangen, das Busproblem zu lösen.

Stabile Wasserpreise: Eine erfreuliche Nachricht für den Gemeinderat war dagegen die Information der Verwaltung, dass die Wassergebühren in den kommenden zwei Jahren nicht geändert werden müssen.

Daumenschrauben für die Rathauschefin? Mit ihrer Mehrheit setzten die drei Fraktionen FW/FDP, CDU und FWV Änderungen in der kommunalen Hauptsatzung durch. „Wir wollen der Bürgermeisterin keine Handschellen anlegen, aber einige überraschende Ausgaben von ihr ohne Information des Gemeinderats waren eben ein Tick zu viel“, sagte Erik Schweickert (FW/FDP). Förster räumte ein, sie habe dazugelernt, nachdem sie kurzentschlossen das Geld für die neue Rampe im Friedhof Niefern oder die Bauarbeiten für die gespendete Beleuchtung an der B10-Kreuzung bewilligt hatte. Die LMU bewertete den Änderungsantrag als Vertrauensentzug und stimmte dagegen. Britta Jahn: „Das ist doch fadenscheinig.“ Stefan Kreuzer fragte Schweickert: „Welches Signal ist damit gemeint?“ „Es geht um Grenzen bei außerplanmäßigen Ausgaben“, antwortete Schweickert. Förster versöhnlich: „Ich fühle mich nicht beschnitten, mein Gewissen ist rein.“

50 neue Wohnungen: In Niefern-Vorort am Herrenwingert 28 wollen Architekten von Bau4 aus Karlsruhe terrasenförmig sieben mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen bauen. Dazu müssen auf dem Hang laut Bauverwaltungsleiter Uwe Engelsberger zwei Häuser und ein Gewerbegebäude abgebrochen werden. Die Architekten beauftragen zudem ein Büro, den aufs Vorhaben bezogenen Bebauungsplan abzuwickeln. Die Gemeinde schließt mit den Architekten von Bau4 aber einen städtebaulichen Vertrag. Erik Schweickert (FW/FDP) regte an, den Investor des Projekts zu prüfen. Jürgen Aydt (SPD) sagte: „Der Herrenwingert ist ein attraktives Wohngebiet, die Gemeinde muss sich aber Gedanken über den zunehmenden Verkehr machen.“

Gehwege werden abgesenkt: Um den Verkehrsfluss auf der Hauptstraße in Niefern zu verbessern, baut die Firma BRS aus Straubenhardt nun die Bürgersteige vom Autohaus Busch an zwischen den Häusern mit den Nummern 149 bis 125 um. Das kostet 85 000 Euro. Autofahrer parken dann nicht mehr voll auf der Ortsdurchfahrt, sondern teils auf dem Gehweg. Das verbreitert den Straßenraum. In einer Lücke werde der Enzkreis mit einem stationären Blitzer Tempo 30 überwachen, sagte Rathauschefin Förster. Die Bus-Haltestelle in dem Abschnitt wird mit speziellen Bordsteinen für den bequemen Einstieg ausgestattet.

Pappeln müssen weg: Am Dorfbach in Öschelbronn werden 28 Pappeln durch Weiden und Schwarzerlen ersetzt. Nach Sturmschäden im Herbst hatte das Rathaus einen Baumpfleger mit der Kontrolle des Ortsbachs gegenüber dem Tennisplatz beauftragt. Die bis zu 26 Meter hohen Pappeln seien nicht mehr sicher, ergab die Analyse, da die abgestorbenen Äste leicht zu brechen drohen. Stefan Kreuzer (LMU) schlug als Ersatz auch eine Linde vor: „Dieser Baum gehört seit Jahrhunderten zum Ortsbild.“

Gute Waldbilanz: Die Holzpreise seien dieses Jahr regelrecht explodiert, berichtete Gemeindeförster Ulrich Schiz der Gemeinderatsrunde. So wurde im Etat aus einem geplanten Minus von 30 000 Euro ein Plus von 95 000 Euro. Nach teils starken Regenfällen habe sich der Wald erholt: „Jedenfalls war es dieses Jahr viel besser als in den heißen Zeiten von 2018 bis 2020.“ Nächstes Jahr will Schiz den geplanten Bestattungswald in Öschelbronn anlegen.

Autor: rst