Niefern-Öschelbronn
Niefern-Öschelbronn -  26.10.2026
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Ein sicherer Weg für das Wild: Neue Grünbrücke zwischen Hagenschieß und Niefern wird bepflanzt

Niefern-Öschelbronn. Niefern-Öschelbronn. Hase, Reh und Fuchs haben die neue Grünbrücke „Hagenschieß“ über die Autobahn A8 bei Niefern bereits für sich entdeckt. Am Montag ist die Bepflanzung des Bauwerks mit einer symbolischen Baumpflanzaktion gestartet. Vertreter aus Politik und Verbänden trafen sich am Montag unter dem Bauwerk. Sie wurden erwartet von Christine Baur-Fewson, Direktorin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest, sowie Christian Hauck, Abteilungsleiter Großprojekte Bau und Landschaftsplaner Erik Stork.

Grünbrücke „Hagenschieߓ über die Autobahn A8 bei Niefern
Die neue Grünbrücke „Hagenschieß“ über die A8 bei Niefern wird bepflanzt, damit die Tiere bei der Überquerung Schutz finden. Tilo Keller Foto: Tilo Keller

„Mit der Bepflanzung heute erhält das Bauwerk seine eigentliche Funktion, nämlich die Verbindung zwischen zwei Lebensräumen“, sagte Baur-Fewson. „85.000 Fahrzeuge, davon 13.000 Lastwagen fahren hier täglich vorbei. Die Strecke ist für die Wirtschaft und unsere Mobilität sehr wichtig, aber sie hat auch ihre Kehrseite, nämlich die Zerschneidung von Lebensräumen.“ Sie erklärte, dass der Generalwildwegeplan Baden-Württemberg und das Bundesprogramm Wiedervernetzung einen prioritären Wildwechsel zwischen Hagenschieß und Niefern-Öschelbronn anführten, weshalb die Brücke genau hier entstanden sei. „Aus diesem Grund investiert der Bund hier elf Millionen Euro“, sagte sie.

„Die Brücke soll die geschützte Querung für Wildtiere ermöglichen, die Lebensräume wieder verbinden und den wichtigen genetischen Austausch unterstützen.“

Das Monitoring der forstlichen Versuchsanstalt zeige, dass Rehe, Füchse und Hasen bereits über die Grünbrücke gehen, obwohl sie noch nicht bepflanzt ist. „Es ist nicht nur eine emotionale Gefälligkeit, es geht für mich vor allem darum, unsere Lebensgrundlage zu sichern, denn wenn es den Pflanzen und den Tieren gut geht, dann geht es auch uns gut“, sagte Baur-Fewson. Die Investition nutze auch der Zukunft der Region und der Verkehrssicherheit, indem Wildwechsel und damit Wildunfälle vermieden werden.

Kameras zur Kontrolle

„Wichtig war uns, die Synergieeffekte zu nutzen durch den parallelen Bau der Enztalquerung“, sagte Christian Hauck. „Wir hatten keinen zusätzlichen Verkehrseingriff und wir konnten Rohstoffe der Enztalquerung nutzen, sowohl im Bereich Erdbau, aber auch bei den Betonagen.“ Die Brücke ist 64 Meter lang und im Scheitel 53 Meter breit sowie 12 Meter hoch. Dafür wurden über 1000 Tonnen Baustahl verarbeitet und über 7300 Kubikmeter Beton, der direkt von der Betonmischanlage der Enztalquerung auf kurzem Wege angeliefert wurde. Auf der Brücke wurden außerdem 20.000 Kubikmeter Erde aufgebracht.

Stork führte aus, dass die A8 einen wichtigen Wanderweg für Wildtiere zwischen dem Nordschwarzwald und dem Naturpark Stromberg-Heuchelberg kreuzt.

„Mit der Grünbrücke Hagenschieß haben wir eine Verbindung geschaffen und damit einen Abschnitt aus dem Bundesprogramm Wiedervernetzung geschlossen“, sagte er.

Mit Bäumen und Sträuchern soll im nördlichen Bereich eine waldähnliche Struktur mit Versteckmöglichkeiten entwickelt werden, während auf der südlichen Seite eine Offenlandstruktur mit Wiese und Totholzhaufen entsteht. Gepflanzt werden unter anderem Büsche wie Schwarzer Holunder, Haselnuss oder Pfaffenhütchen sowie Bäume wie Elsbeere, Rotbuche oder Feldahorn.

Thomas Hoffmann, stellvertretender Landesvorsitzender des Nabu Baden-Württemberg unterstrich die Wichtigkeit, von einem Lebensraum zu einem anderen Lebensraum zu kommen, um die genetische Vielfalt zu erhalten: „Dafür ist diese Grünbrücke ein hervorragendes Beispiel.“

Zum Abschluss ging es auf die Grünbrücke, wo Baur-Fewson, Hauck, Stork und Hoffmann zum Auftakt der landschaftspflegerischen Gestaltung gemeinsam einen Baum pflanzten. Dort oben zeigte sich auch eine völlig andere Geräuschkulisse. Während unter der Brücke der Verkehrslärm geradezu dröhnte, trat er auch wegen der Schutzwände auf der Brücke deutlich in den Hintergrund. Mit Hilfe der installierten Kameras wird sich zeigen, welche weiteren Tiere die Grünbrücke nutzen werden.