Niefern-Öschelbronn
Niefern-Öschelbronn -  14.09.2020
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Lernen mit Weitblick: Schüler der Realschule Niefern ziehen in neue Baumwipfel-Klassenzimmer

Niefern-Öschelbronn. Die Realschüler in Niefern atmen auf: Der Unterricht in den Not-Containern ist vorbei. Pünktlich zum Schuljahresbeginn sind die Mittelschüler am Montag in die neuen Baumwipfelräume gezogen. Jetzt lernen sie in dem aufgestockten Bau mit dem Blick in die Baumkronen an der Enz – vor allem im rund 100 Quadratmeter großen Mehrzweckraum.

Das neue Stockwerk der Realschule weihen die Gemeinderäte Erik Schweickert (FW/FDP) und Sabine Albrecht (FWV), Bürgermeisterin Birgit Förster, Alexander Kirbis (CDU), Architekt Frank Ritthaler, Nicole Saam (CDU), Architektin Ursula Walter sowie Elternbeirat Marco Geller und Rektorin Sylvia Schleifer-Dürr (von links) ein.
Das neue Stockwerk der Realschule weihen die Gemeinderäte Erik Schweickert (FW/FDP) und Sabine Albrecht (FWV), Bürgermeisterin Birgit Förster, Alexander Kirbis (CDU), Architekt Frank Ritthaler, Nicole Saam (CDU), Architektin Ursula Walter sowie Elternbeirat Marco Geller und Rektorin Sylvia Schleifer-Dürr (von links) ein.

Die Raumnot der Realschule war groß in den vergangenen Jahren: Jetzt übergab Bürgermeisterin Birgit Förster nach rund zweijähriger Bauzeit der Rektorin Sylvia Schleifer-Dürr im dritten Stock neben dem Veranstaltungssaal auch drei Klassenzimmer, zwei Bereiche für Kurse und frische Sanitäranlagen. „Das ist ja mein erstes total eigenes Großprojekt“, freute sich die Rathauschefin, die seit 2016 im Amt ist. Sie hatte die Idee entwickelt, eine Holzkonstruktion auf den Altbau zu setzen: „So haben wir keine Flächen im Gebiet Bischwiese verbraucht.“

Das zusätzliche Stockwerk sei „klar gegliedert, aber dennoch gemütlich. Fast wie ein Wohnzimmer, darüber hinaus sehr gut ausgestattet“, sagte Schulleiterin Schleifer-Dürr. Die drei Zehner-Klassen könnten sich dort nun in aller Ruhe auf die Abschlussprüfungen vorbereiten.

Gemeinde investiert fast neun Millionen Euro in Modernisierung der Kirnbachschulen

Erneut hat die Gemeinde viel Geld in die Bildung investiert. Die Aufstockung der Realschule hat rund 2,2 Millionen Euro gekostet. 2018 war das 6,5 Millionen Euro teure Ganztagsgebäude der Werkrealschule eingeweiht worden. Damit sind unterm Strich fast neun Millionen Euro in die Modernisierung der beiden Kirnbachschulen geflossen.

Einfach war die Finanzierung des Stockwerks nicht. Im Februar hatte Förster die Architekten Ursula Walter und Frank Ritthaler in den Gemeinderat einbestellt, waren die anvisierten Baukosten doch um 400.000 Euro gestiegen. Probleme und langwierige Berechnungen bei der Statik seien die Hauptursachen, sagten die Planer in der Ratssitzung. „Ich habe die Macht der Prüfstatiker kennengelernt“, sagte Förster damals.

Architekten zeigen sich stolz auf ihr Werk

„Die Summe von mehr als zwei Millionen Euro Baukosten ist außerordentlich hoch“, klagte Gemeinderat Alexander Kirbis (CDU). „Jetzt ist aber wirklich die Grenze erreicht“, so Erik Schweickert (FW/FDP). Und: Ursprünglich habe Förster einen saftigen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro erwartet, die Förderung sei dann aber auf das übliche Drittel des Staats geschmolzen, blickte der FDP-Politiker zurück. „Das war 2016 noch mein Anfängeroptimismus“, gestand die Rathauschefin.

Die Architekten ließen nun bei der Einweihung diese Bauprobleme Revue passieren, waren aber auch stolz auf das Werk. „Man sieht es kaum, aber die Holzmasse ist dreimal größer als der Stahleinbau“, sagte Architektin Ursula Walter.

Schleifer-Dürr, Konrektor Andreas Steiger und Schülerin Lea Erbacher umrahmten lyrisch die Baumwipfelausblicke. Ein Film der Klasse 8a ging mit Augenzwinkern auf die neuen Zimmer ein.

Autor: rst