Niefern-Öschelbronn
Niefern-Öschelbronn -  22.07.2026
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Preiserhöhungen bei den Baukosten: Neue Kita in Niefern wird schon wieder teurer

Niefern-Öschelbronn. Vor genau vier Jahren strahlte Tobias Strecker vom Architekturbüro Schaudt aus Konstanz noch. Die Gemeinde Niefern-Öschelbronn kürte damals den Planer vom Bodensee mit dem Siegerpreis des Wettbewerbs für den Neubau eines großen Kindergartens im Nieferner Vorort. Als Strecker nun wieder einmal den Gemeinderäten Rede und Antwort stehen musste, warum die Baukosten für die dreistöckige Kita „Löwenzahn“ erneut steigen, erlebte er allerdings einen Spießrutenlauf. Bürgermeister Uwe Engelsberger und die Bürgervertreter nahmen das Konstanzer Büro in die Mangel. Holzbau- und Schlosserarbeiten werden rund 235.000 Euro teurer als geplant.

Schön, aber teuer: Für die neue Kita „Löwenzahn“ in Niefern-Vorort zeichnen dieArchitekten Schaudt verantwortlich, doch die Gemeinde ärgert sich über immer neue Preisanstiege.
Schön, aber teuer: Für die neue Kita „Löwenzahn“ in Niefern-Vorort zeichnen dieArchitekten Schaudt verantwortlich, doch die Gemeinde ärgert sich über immer neue Preisanstiege. Foto: Büro Schaudt Konstanz

Und das ist noch nicht alles. Firmen haben den Architekten bereits gemeldet, dass sie ihre Aufträge nicht zum vereinbarten Preis erledigen können, bestätigte Strecker der Ratsrunde.

Das sei in diesen Krisenzeiten „ärgerlich, jedoch marktüblich“, sagte Strecker.

Rund 12,5 Millionen Euro investiert die Gemeinde in den Neubau im Enzfeld für sechs Gruppen und rund 100 Kinder. Die Obergrenze für die Baukosten will das Büro Schaudt nicht reißen. Doch der Gemeinderat bezweifelte, ob die Rechnung bis zur Einweihung im nächsten Jahr aufgeht. „Als wir diese Grenze beschlossen haben, war das ganz und gar nicht als Polster für laufend mehr Kosten gedacht“, wetterte Erik Schweickert, Vorsitzender der FW/FDP-Fraktion.

Und einmal in Wut geraten, setzte Schweickert noch einen Vorwurf drauf: „Das ist ja nicht der erste Planungsfehler des Architekturbüros, das zieht sich von Anfang bis Ende durch.“ Vor zwei Monaten hatten sich die Gemeinderäte über hohe Preise für Nebenanlagen geärgert und von Schaudt Nachbesserungen gefordert.

Über die neuerlichen Preiserhöhungen ärgerte sich auch Rathauschef Engelsberger: „Einige Umplanungen haben uns überrascht, von veränderten Arbeitsabläufen haben wir nichts erfahren.“

Strecker verteidigte sich: „Die Arbeiten für den Holzbau gehen manchmal nicht nach Normen, aber am Ende muss eben alles zusammenpassen.“ Engelsberger entgegnete ihm: „Aber wir müssen Vertrauen zu den Architekten haben“. Doch was tun? Schweickert forderte das Büro Schaudt auf, veränderte Bauabläufe den Versicherungen zu melden und darüber die Preissprünge als Haftungsfall abzuwickeln. So beschloss der Gemeinderat, zumindest bei den um rund 134.000 Euro erhöhten Kosten für Schlosserarbeiten einen Vorbehalt zu setzen, bis geklärt ist, ob eine Versicherung für den Fall geradesteht. Andere Anstiege um insgesamt 100.000 Euro genehmigte das Ratsgremium jedoch.

Thomas Gremmelmaier von den Freien Wählern warf den Schaudt-Architekten vor, dass sie „Teuerungen schon in die ersten Kalkulationen einpreisen hätten sollen“. Jürgen Aydt (SPD) sprach von „erschreckenden Kommunikationsfehlern“ der Planer.