Niefern-Öschelbronn
Niefern-Öschelbronn -  22.02.2026
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Wahlkampf mal anders: Politik bei Pizza und Cola

Niefern-Öschelbronn. Michael Hofsäß will im Enzkreis für die SPD in den Landtag. Im Wahlkampf setzt er auf Lockerheit.

Auch Noah und Jonas (Zweiter und Dritter von links) essen gern ein Stück Pizzamit dem Landtagskandidaten Michael Hofsäß und der parlamentarischenStaatssekretärin Katja Mast.
Auch Noah und Jonas (Zweiter und Dritter von links) essen gern ein Stück Pizzamit dem Landtagskandidaten Michael Hofsäß und der parlamentarischenStaatssekretärin Katja Mast. Foto: Roller

Mit dem Eintreffen der Pizza verändert sich der Charakter des Austauschs: von der großen Runde in kleine Gruppen, die gesellig beieinander stehen. Entspannt und ungezwungen kommen die Besucher ins Gespräch: sowohl untereinander als auch mit Michael Hofsäß, der am 8. März für die SPD in den Landtag einziehen will. In seinem Wahlkampf setzt der 29-Jährige auf Formate, die einen direkten Dialog über Generationengrenzen hinweg ermöglichen. Bisher hat er damit nur positive Erfahrungen gemacht.

„Man lernt dadurch immer wieder neue Perspektiven kennen“, sagt Hofsäß im Nieferner Kulturbahnhof.

Dort bestreitet er den Abend bei Pizza und kühlen Getränken nicht allein, sondern mit der Bundestagsabgeordneten Katja Mast, die zugleich parlamentarische Staatssekretärin ist. Sie unterstützt Hofsäß in seinem Wahlkampf, denn sie ist fest überzeugt, dass es einen großen Unterschied macht, ob die SPD bei politischen Prozessen mit am Tisch sitzt. Schon seit vielen Jahren engagiert Mast sich für Arbeitnehmer, für ihren sozialen Schutz, für ihre Altersvorsorge und Weiterbildung. Gerade mit Blick auf den Strukturwandel und die damit verbundenen Herausforderungen hält sie es für wichtig, die Wirtschaft zu stärken, damit die Menschen eine Arbeit, ein Einkommen und gute Perspektiven haben. Denn für Mast steht fest, dass der Verdienst zum Leben reichen muss.

Die Politikerin verweist auf zahlreiche Instrumente, die die Bundesregierung bereits auf den Weg gebracht hat. Etwa den Industriestrompreis oder den „Investitionsbooster“, der ein besseres Abschreiben ermöglichen soll. Zudem nennt sie die 500 Milliarden, die der Bund unter anderem in Infrastruktur und Wirtschaftsstabilität investieren will. Im Sinn der sozialen Marktwirtschaft will Mast, dass möglichst viele vom Wohlstandszuwachs profitieren. In Niefern erzählt sie von ihrem Werdegang, von ihrem Aufwachsen in armen Verhältnissen und von ihrem Aufstieg, den sie nicht zuletzt durch Bildung und die Unterstützung ihrer Familie geschafft hat. Auch Hofsäß spricht zunächst über sich, über seine schulische Laufbahn und seine Arbeit im Landratsamt. Zuständig ist er dort für den öffentlichen Personennahverkehr – und damit für eben jenes Herzensthema, das er auch im Landtag voranbringen will. Sein Ziel ist es, den Enzkreis besser zu machen: bezahlbarer, verlässlicher und zukunftsfest: nicht nur beim ÖPNV, sondern auch in anderen Bereichen.

Etwa bei der Bildung, die für ihn keine Frage des Geldbeutels sein darf. Für Hofsäß steht fest, dass alle Kinder und Jugendlichen dieselben Chancen haben müssen, unabhängig von ihrer Herkunft. Zu seinen Forderungen zählen kostenfreie Kindertagesstätten, eine Entlastung der Lehrkräfte von Verwaltungsaufgaben und praxisnaher Unterricht, unabhängig von der Schulart. Langfristig wäre aus seiner Sicht eine Kombination aus Gemeinschaftsschule und Gymnasium ideal. Doch mit Blick auf die politischen Realitäten und die Notwendigkeit zum Eingehen von Kompromissen in einer Koalition bezweifelt er, dass eine Realisierung innerhalb einer Legislaturperiode möglich sein wird. Daher lautet seine pragmatische Devise, die vorhandenen Schulen nicht kaputtzusparen, sondern bestmöglich auszustatten und vor allem nicht zu schließen, ohne an derselben Stelle für adäquaten Ersatz zu sorgen.

Hofsäß ist überzeugt, dass es für gute Bildung mehr braucht als Lehrer und Räumlichkeiten. Schulsozialarbeit nennt er in großer Runde ebenso wie die Freizeitgestaltung. Im lockeren Austausch bei Pizza und kühlen Getränken geht es anschließend auch um die berufliche Bildung, die Hofsäß für genauso wichtig hält wie die akademische. „Es geht nicht ohne das eine oder das andere.“ Deswegen will er sich dafür einsetzen, dass in allen Schulen mehr praxisnahe Themen vorkommen, etwa Digitalisierung und Handwerk.