Ölbronn-Dürrn
Ölbronn-Dürrn -  19.02.2021
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Abwasser in Ölbronn-Dürrn: Gutachten wirft Fragen auf

Ölbronn-Dürrn. Die Proben sind entnommen, die Analysen erledigt, die Ergebnisse vorgestellt – und dennoch besteht nach wie vor großer Diskussionsbedarf bei der Abwassersituation in den Erlen bei Ölbronn. Konkret geht es um die Frage, wie das Gutachten zu interpretieren ist, das das Büro Geotechnik Südwest nach einem entsprechenden Antrag aus dem Gemeinderat erstellt hat.

Reinigt der Retentionsbodenfilter in den Erlen das Abwasser ausreichend? Ja, sagt das Gutachten, das die Gemeinde erstellen ließ. An dessen Aussagekraft gibt es allerdings Zweifel aus den Reihen des Gemeinderats. Foto: Roller
Reinigt der Retentionsbodenfilter in den Erlen das Abwasser ausreichend? Ja, sagt das Gutachten, das die Gemeinde erstellen ließ. An dessen Aussagekraft gibt es allerdings Zweifel aus den Reihen des Gemeinderats. Foto: Roller

Dass der Gemeinderat im September vorigen Jahres einhellig für die Probenentnahme gestimmt hatte, lag nicht zuletzt an einem Vorfall im November 2019, bei dem Papierschlamm in die Kanalisation im Bereich des Gewerbegebiets gelangte. Ein Vorfall, der anschließend für viele Diskussionen gesorgt und dem zuständigen Abwasserverband einige Kritik aus dem Gemeinderat eingebracht hatte, allen voran von Hans-Dieter Deuß (Aktive Bürger). Für ihn ist die Angelegenheit auch mit dem Gutachten noch lange nicht erledigt. Dessen Ergebnisse betrachtet er nur als „einen Teilaspekt“.

Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen laut Diplom-Geologe Dieter Frey allerdings keine größeren Auffälligkeiten. Bei den Wasserproben hat man im Vorteich eine leichte Mineralölverunreinigung gefunden, im Pumpenschacht ist der Selen-Wert leicht erhöht, im Löschwasserteich der Arsen- und Zinn-Wert. Allerdings handelt es sich laut Frey um außerordentlich niedrige Konzentrationen. Alle Werte seien im Rahmen dessen, „was in solchen Gewässern vorhanden sein darf“. Im Mühlgraben sei gar nichts mehr zu messen gewesen. Es gebe dort „keine Hinweise auf irgendwelche Schadstoffeinträge“, alle Prüfwerte würden eingehalten. Im Löschwasserteich hat das Büro zusätzlich Schlammproben entnommen – und einen leicht erhöhten Arsen-Gehalt festgestellt. Woher der kommt, konnte Frey nicht sagen: Er müsse nicht zwangsläufig auf einen Schadstoffeintrag hindeuten, sondern könne auch auf geologische Verhältnisse im Untergrund zurückzuführen sein.

Gemeinderat Deuß reichen die bisherigen Untersuchungen nicht: Er fordert nach wie vor, dass ein Vertreter des Abwasserverbands im Gemeinderat Rede und Antwort steht.

Mehr über das Thema lesen Sie am 20. Februar in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: Nico Roller