Ölbronn-Dürrn
Enzkreis -  20.11.2021
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Einige Sichtungen: Wandert ein Goldschakal im Enzkreis herum?

Ölbronn-Dürrn/Enzkreis. Bisher sei er bei seiner Schilderung, nachts auf der Straße zwischen Dürrn und Ölbronn einen Goldschakal gesehen zu haben, von Freunden und Bekannten oft nur belächelt worden, erzählt Bilal Gürbüz. Und selbst seine zwölfjährige Tochter habe ihm nicht geglaubt. „Dank der Berichterstattung der Pforzheimer Zeitung über den Nachweis eines Goldschakals im Schwarzwald-Baar-Kreis kann man mich jetzt nicht mehr für verrückt erklären “, freut sich der 32-Jährige. „Denn ich bin mir nun hundertprozentig sicher, dass ich vor ein paar Monaten im Wald bei Dürrn tatsächlich einen Goldschakal beobachtet habe“, ergänzt der Maulbronner.

Curious golden jackal standing on rocks and looking to camera in summer
Erst kürzlich ist ein Goldschakal im Schwarzwald-Baar-Kreis genetisch nachgewiesen worden. Auch im Enzkreis hat es schon einige Sichtungen gegeben, berichtet der hiesige Wildtierbeauftragte Bernhard Brenneis.

Bisher sei er bei seiner Schilderung, nachts auf der Straße zwischen Dürrn und Ölbronn einen Goldschakal gesehen zu haben, von Freunden und Bekannten oft nur belächelt worden, erzählt Bilal Gürbüz. Und selbst seine zwölfjährige Tochter habe ihm nicht geglaubt. „Dank der Berichterstattung der Pforzheimer Zeitung über den Nachweis eines Goldschakals im Schwarzwald-Baar-Kreis kann man mich jetzt nicht mehr für verrückt erklären “, freut sich der 32-Jährige. „Denn ich bin mir nun hundertprozentig sicher, dass ich vor ein paar Monaten im Wald bei Dürrn tatsächlich einen Goldschakal beobachtet habe“, ergänzt der Maulbronner.

Zuerst gedacht, es sei ein Wolf

Zuerst sei er fest davon überzeugt gewesen, dass es ein Wolf sei, der sich dort auf der Straße über einen toten Igel hergemacht habe, berichtet Bilal Gürbüz. „Aber die Größe hat irgendwie nicht gepasst“, sagt er. Denn das Tier sei etwas kleiner als ein Schäferhund gewesen. Von daher habe er auch einen Fuchs klar ausschließen können. Sein Interesse bei der Beobachtung sei deswegen geweckt worden, da seine Tochter ein ausgesprochener Wolfsfan sei. Weil die Zwölfjährige aber öfter durch die Natur streife, mache er sich nach der Sichtung schon ein bisschen Sorgen, gesteht Gürbüz und würde gerne wissen, ob das Wildtier gefährlich sei und wie man sich verhalten solle, wenn einem ein Goldschakal über den Weg läuft.

Antworten kann darauf Bernhard Brenneis geben. Der Wildtierbeauftragte des Enzkreises gibt Entwarnung: „Natürlich ist so eine Begegnung möglich, zumal es schon einige Goldschakal-Sichtungen im Enzkreis gegeben hat“, sagt Brenneis. Die Tiere seien aber sehr scheu und blieben am liebsten unter dem Radar.

"Ich freue mich immer, wenn mir solche Beobachtungen gemeldet werden."

Bernhard Brenneis, Wildtierbeauftragter des Enzkreises

„Der Goldschakal ist ein unauffälliger Geselle und will mit Menschen nichts zu tun haben, die auch nicht in sein Beuteschema passen“, präzisiert er. Wenn die Tiere nicht in die Enge getrieben würden, genüge oft ein Händeklatschen, um sie in die Flucht zu schlagen. „Ich freue mich immer, wenn mir solche Beobachtungen gemeldet werden“, sagt Brenneis. Denn Hinweise aus der Bevölkerung seien das A und O für das „Wildtier-Monitoring“, den Nachweis von Arten auch in der Region. „Der Goldschakal ist durch eine natürliche Wanderung aus dem südostasiatischen Raum und Südosteuropa hierher gekommen und hat sich mittlerweile bis nach Dänemark verbreitet“, erläutert Bernhard Brenneis.

Den Eindruck, dass der Goldschakal auch im Enzkreis auf dem Vormarsch sein könnte, verstärkt eine Meldung des Landesumweltministeriums vom Freitag, nach der erstmals Nachwuchs bei Goldschakalen in Deutschland nachgewiesen worden ist. Eine genetische Untersuchung von Kotproben habe bewiesen, dass es im Zusammenhang mit einer Sichtung im Schwarzwald-Baar-Kreis eine Familiengruppe inklusive Vater und mindestens zwei Welpen gebe, sagte ein Ministeriumssprecher in Stuttgart. Und es sei mit hoher Wahrscheinlichkeit noch von weiteren Welpen auszugehen.