Ötisheim
Ötisheim -  09.09.2018
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„Lebensretter sein“: Ötisheimer wappnen sich für den Notfall

Ötisheim. Ötisheim. Sport bedeutet bei allem Ehrgeiz meistens Freizeitvergnügen. Und für die meisten, die in einem Verein aktiv sind, spielen ohnehin auch Kameradschaft und Geselligkeit eine wichtige Rolle.

Thomas Barho
Thomas Barho

Ein Thema wie Wiederbelebung passt eigentlich nicht in dieses Umfeld. Doch einzelne Fälle, ob in der Region oder sogar im großen Sport, zeigen, wie aus Spaß auf einen Schlag sogar tödlicher Ernst werden kann.

Um für Notfälle gewappnet zu sein, bietet der TSV Ötisheim am Montag um 18.30 Uhr eine Schulung an. Wie sich die Dinge fügen, findet die genau ein Jahr nach einem tödlichen Kollaps bei einem Alte-Herren-Fußballspiel auf der Anlage des Nachbarn FC Viktoria Enzberg statt. Der damalige unerwartete Tod eines Mannschaftsbetreuers erwies sich sogar für Enzbergs A-Liga-Team als seelische Bürde.

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Im höheren Alter Fußball zu spielen, sei zwar gesund, jedoch auch mit Risiken verbunden, heißt es auf einem Informationsblatt der Deutschen Herzstiftung. Die führt das Projekt „Lebensretter sein“ gemeinsam mit dem Deutschen Fußball Bund (DFB) und seinen Landesverbänden durch. Es gehe darum, die Reanimation durch medizinische Laien zu fördern, hebt Prof. Dr. Tim Meyer, Vorsitzender der Kommission Sportmedizin des DFB und Arzt der Fußball-Nationalmannschaft hervor.

In Deutschland fielen auch deshalb jährlich etwa 65.000 Menschen dem plötzlichen Herztod zum Opfer, weil Augenzeugen des Unglücksfalls oft nur unzureichend eingriffen: Nur bei jedem dritten Herzkreislaufstillstand werde die zumeist überlebenswichtige Herzdruckmassage durchgeführt.

Wie Thomas Barho, der Ötisheimer Abteilungsleiter erläutert, wird als Referent ein Arzt aus Frankfurt erwartet.

Er soll im Sitzungszimmer des TSV die 20 Teilnehmer in 90 Minuten auf den Fall vorbereiten – der hoffentlich niemals auftritt, so Barho. Die Hälfte der Personen sei vom eigenen Verein, es handle sich überwiegend um Trainer. Genauso sei aber mit der SG Ölbronn-Dürrn einer der Nachbarn zahlreich vertreten.

Achim Pucher vom TSV, der auch als Staffelleiter wirkt, habe sich um die Schulung in Ötisheim bemüht, berichtet Barho. Man könne sich beim Badischen Fußballverband entsprechend bewerben. Einzelne Schulungen hätten im Karlsruher Raum bereits stattgefunden.

Autor: Ralf Kohler