Ötisheims Rathauschef Werner Henle verabschiedet sich nach 32 Dienstjahren in den Ruhestand
Ötisheim. Rund 300 Menschen verabschiedeten den Bürgermeister. Als Talkshow wurden seine Amtszeit in den Mittelpunkt gerückt.
„Ich habe meine Arbeit gern gemacht, es ging mir immer um meine Gemeinde“, sagte Ötisheims Bürgermeister Werner Henle am Schluss seiner Verabschiedung in den Ruhestand am Freitagabend in der örtlichen Erlentalhalle.
Und das sahen auch die rund 300 Anwesenden so – darunter Gemeinderäte, Nachbarbürgermeister und Vereinsvertreter –, die ihm am Schluss zur Musik der Gruppe „Die drei Richtigen“ sogar Beifall im Stehen zollten.
Als Talkshow auf der Bühne, gekennzeichnet als „Gemeinderatssitzung“, die Uwe Oehler als stellvertretender Bürgermeister eröffnete und beschloss, verlief diese Verabschiedung in einem sehr unterhaltsamen Format, das aussagekräftiger war als die sonst bei solchen Anlässen üblichen Reden.
Geplant hatten den abwechslungsreichen Abend schon seit einem Jahr Ötisheims Hauptamtsleiter Christian Bauer, Henles Sekretärin Petra Pfau und der Ötisheimer Moderator Michael Gutjahr.
Auf der Bühne saßen Landrat Bastian Rosenau, Uwe Oehler, Henle, Gutjahr, der Neulinger Bürgermeister Michael Schmidt als Sprecher der Enzkreisbürgermeister und am Schluss auch Henles Ehefrau Petra Klein.
In drei Blöcken wurden dabei Henles 32 Jahre als Ötisheimer Gemeindechef thematisiert. Fotos, die Henle bei gewichtigen Anlässen wie zum Beispiel dem Festwochenende mit Umzug bei der 1225-Jahr-Feier im Jahr 2008 zeigten, aber auch Aufnahmen von seinen Wahlen gaben dabei tiefe Einblicke in seine lange Amtszeit.
„Es ist mir eine besondere Ehre, den Abend zu moderieren“, sagte Michael Gutjahr. Und Gutjahr verriet, dass kleine Filme, die auf der Leinwand gezeigt wurden, zum Beispiel mit dem Männergesangverein Ötisheim (MGV), immer dann gedreht wurden, wenn sicher war, dass Henle nicht im Ort weilte.
Ein Höhepunkt war der Schlager von Udo Jürgens „Und immer wieder geht die Sonne auf“, den der MGV als Filmbeitrag präsentierte. Denn dieses Lied hatte für Henle eine besondere Bedeutung in der Corona-Zeit. Vier Stunden lang fuhr die Ötisheimer Feuerwehr damals durch den Ort und ließ dabei das Mutmacher-Lied laut aus dem Lautsprecher ertönen.
Die Sonne geht auf
„Es war anrührend, wie die Menschen dieses Signal, dass es trotz Corona weitergeht, aufgenommen haben“, sagte Henle. In seinen E-Mails stand seit damals am Schluss der Satz: „Immer wieder geht die Sonne auf.“
Beeindruckend waren auch die auf der Leinwand gezeigten Grußbotschaften und guten Wünsche, unter anderem von Nachbarbürgermeistern, ehemaligen Gemeinderäten, der Feuerwehr sowie Vereinsvertretern. Im letzten Teil wurde es dann privat und Henle verriet, dass er nur beim Tauchen von seinem fordernden Amt als Bürgermeister abschalten konnte. „Bleib, wie du bist“, wünschte am Schluss Michael Schmidt. „Danke für die gemeinsame Zeit“, sagte Uwe Oehler, und Landrat Bastian Rosenau überreichte Henle die Henri-Arnaud-Medaille des Enzkreises.
„Ich wünsche dir, dass das, was du gegeben hast, zu dir zurückkommt“, sagte Rosenau.
Und dieser Wunsch erfüllte sich schon bei dieser mit viel Liebe gestalteten Abschiedsfeier. Denn dabei wurde deutlich, dass die Ötisheimer und auch die Menschen drum herum Werner Henle 32 Jahre lang als bodenständig, zuverlässig, geradlinig und vor allem tatkräftig für seine Gemeinde erlebt haben.
